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Spieler des FC Bayern jubeln gemeinsam nach dem 3:0 im Testspiel des FC Bayern bei Red Bull Salzburg
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Mit Rückenwind ins neue Jahr – Was der 5:0-Sieg für das Duell gegen Wolfsburg bedeutet

Als die eiskalte, dunkle Nacht über Salzburg kroch, waren alle Münchner glücklich. Nicht nur, weil dem FC Bayern nach der kurzen Winterpause ein nahezu nahtloser Übergang in die Form des Vorjahres gelungen war: 5:0 (1:0) stand es am Ende standesgemäß für den deutschen Rekordmeister nach dem Test gegen Europa-League-Teilnehmer FC Red Bull Salzburg. Nein, auch Max Eberl war glücklich. „Das Wichtigste ist doch“, hatte der Sportvorstand des FCB schon zur Pause verraten, „dass alle fit und gesund bleiben.“ Und so war es dann auch: Ohne Blessuren ging es gut gelaunt die gut eineinhalb Stunden Busfahrt die Autobahn 8 wieder zurück Richtung Nordwesten an die Säbener Straße. „Wir haben sehr viel Motivation für das, was wir in 2026 erreichen wollen“, meinte Vincent Kompany, der Cheftrainer.

Ohne einige Leistungsträger

Dabei hatte man zu Beginn dieses bald schon fast obligatorischen Wintertests in Salzburg noch nicht mit einem bayerischen Kantersieg rechnen dürfen. Der FC Bayern tat sich nach 14 Tagen Pause, Weihnachten und Neujahr zunächst schwer, in den Rhythmus zu finden. Klar, mit Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Jamal Musiala fehlten drei Leistungsträger durch Aufbautraining, Rückkehrer Alphonso Davies und Sacha Boey fehlten krankheitsbedingt und Nicolas Jackson steht am Freitag gegen Mali im Viertelfinale des Afrikacups mit seiner Heimat Senegal. „Keiner von den Jungs wird langfristig fehlen“, gab Kompany Entwarnung. Und Max Eberl meinte: „Schade, dass Phonzy heute krank ist. Für Jamal hat es noch nicht ganz gereicht – trotzdem sind wir glücklich, dass beide zurück sind. Wir sind happy, dass sie ihre Minuten nun sammeln werden, damit wir sie im März, April, Mai, dann wenn es zählt, dabei haben.“

Lennart Karl bekommt Glückwünsche der Kollegen nach dem 4:0 im Testspiel des FC Bayern bei Red Bull Salzburg
Zwei Tore, eine Vorlage: Lennart Karl war der Topscorer der Bayern in Salzburg. | © FC Bayern

Der Coach schickte dennoch eine sehr schlagkräftige Elf auf den Platz und gab in dieser gleich drei Talenten von Beginn an eine Chance: Wisdom Mike (17) startete im linken offensiven Mittelfeld, der 16-jährige Cassiano Kiala verteidigte neben Dayot Upamecano in der Innenverteidigung, David Santos (18) sollte mithelfen, die Lücken im defensiven Mittelfeld zu schließen.

Das gelang nach Abtastphase nur mäßig, Salzburg hatte zwar deutlich weniger Ballbesitz, zwischen der 30. und 40. Minute aber mehrere ordentliche Möglichkeiten zur Führung. Entweder der auffällige Jonas Urbig im Bayerntor glänzte – der 22-Jährige überzeugte darüber hinaus auch im Stellungsspiel – oder aber jener Santos Daiber klärte einmal gar auf der Torlinie.

Tonangebende Flügelspieler

Tonangebend bei den Bayern waren die Flügelspieler: der quirlige, beidfüßige und hochmotivierte Wisdom Mike auf der einen und der abgeklärte und brandgefährliche Michael Olise auf der anderen Seite. Das Tor jedoch erzielte dann ein anderer: Nach starker Parade von Österreichs Nationaltorwart Alexander Schlager gegen einen frechen Versuch aus der Drehung von Harry Kane war Salzburgs Schlussmann machtlos, als Hiroki Itos mutige Direktabnahme von der Strafraumkante unhaltbar abgefälscht wurde – 1:0 für den FC Bayern. Ein Treffer, der dem Japaner, der so lange mit Mittelfußbruch ausgefallen war, richtig gut tat.

Die Führung war zudem zu diesem Zeitpunkt aufgrund der deutlich größeren Spielanteile nicht unverdient, wohl aber aufgrund des Chancenverhältnisses auch etwas schmeichelhaft. „Wir hatten das Quäntchen Glück“, nannte es Max Eberl.

In der Pause tauschten beide Coaches bei zapfigen minus acht Grad ihre Teams einmal komplett. Jonathan Tah übernahm die Spielführerbinde von Harry Kane und der FC Bayern wurde zunehmend gefährlicher. Wieder waren es vor allem die Flanken, über die der FC Bayern Spielfreude, Torgefahr und immer wieder immensen Druck entfachte: Luis Díaz wirkte, als habe er sich vom Christkind einzig gewünscht, endlich wieder in dieser tollen Mannschaft Fußball spielen zu dürfen. Und Lennart Karl vielleicht, dass alles wie im Fußballtraum einfach weitergeht. Und beides ging in Erfüllung: „Lucho“ Diaz wirbelte und bereitete Chance um Chance, ja Treffer um Treffer vor. Karl traf zweimal selbst und legte einmal auf. Kurios: Auf Flanke von Díaz köpfte der 168 Zentimeter kleine Karl sogar das zwischenzeitliche 4:0 für den FC Bayern.

Chancen im Fünf-Minuten-Takt

Der war nun drückend und in allen Belangen überlegen, Salzburg bekam die Räume nicht mehr geschlossen, konnte die Bayernspieler kaum mehr in Zweikämpfe verwickeln. Es spielte und spielte nur noch der FC Bayern im mit 29.090 Zuschauern nahezu ausverkauften Stadion. Fast im Fünf-Minuten-Takt erspielte sich der Gast nun gefährliche Abschlüsse, Karl (71./87.), Nachwuchstalent Felipe Chavez (75.) und Tom Bischoff (90.+2) auf Zauberzuspiel von Díaz schraubten das Ergebnis in die nun sehr angemessene Höhe.

Waren es nach den ersten 45 Minuten noch 8:7 Torschüsse zugunsten der Gastgeber gewesen, bestimmte der FC Bayern diese Statistik nach Abpfiff mit 12:3 mehr als deutlich. Die beste Chance besaßen die Salzburger noch durch einen direkten Freistoß von Kerim Alajbegovic, der an die Querlatte flog.

Felipe Chavez bejubelt sein 3:0 im Testspiel des FC Bayern bei Red Bull Salzburg
Youngster Felipe Chávez durfte sich in Salzburg über sein erstes Tor für den FC Bayern freuen. | © FC Bayern

So gehörte die Schlussphase den Nachwuchsspielern, denen Vincent Kompany wertvolle Minuten in der Profimannschaft schenkte. „Wir haben zu null gespielt, viele Tore geschossen und stabil gestanden – so kommt man gern ins neue Jahr!“, freute sich Jonas Urbig nach der Partie. „Es ist wichtig, dass wir uns im Training wieder das Momentum erarbeiten, um auf das Level zu kommen, das wir vor der Winterpause hatten – da bin ich aber sehr optimistisch!“

Rückenwind statt Rhythmusverlust

Die kurze Winterpause, so scheint es, konnte den FC Bayern überhaupt nicht aus dem Tritt bringen – im Gegenteil: Mit einem 5:0 im Rücken erwartet der Rekordmeister voller Selbstbewusstsein und Vorfreude nun den VfL Wolfsburg am Sonntagnachmittag in der Allianz Arena. „Man wird am Sonntag sehen, dass wir alle heiß sind und es kaum erwarten können“, versprach Josip Stanišic. Das Wichtigste aber blieb an diesem Dienstagabend in Österreich: Alle blieben unverletzt.

„Wenn der Kader diese Phase übersteht, kommen wir ganz stark in die Phase der Saison, wo alles entschieden wird“, kündigte Vincent Kompany vor den schweren Bundesligapartien gegen Wolfsburg, in Köln und in Leipzig an. „Wenn wir das aus der Hinrunde mitnehmen können, als wir als Team aktiv Tore machen wollten und aktiv verteidigen, wenn wir das die nächsten fünfeinhalb Monate auch so hinbekommen, ist in dieser Saison viel möglich“, meinte Max Eberl.

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