

Dass zweite Mannschaften in der Rückrunde häufig mehr Punkte sammeln als in der Hinrunde, ist keine unumstößliche Regel – im Fall der FC Bayern Amateure jedoch seit Jahren ein wiederkehrendes Muster. Ein Blick in die Statistikbücher untermauert diese These: In drei der vergangenen vier Spielzeiten schloss die FCB-Reserve die zweite Saisonhälfte punktetechnisch erfolgreicher ab als die erste. Dieses Phänomen ist dabei weniger ein Zufall als vielmehr logisch erklärbar. „Viele junge Spieler benötigen zunächst Zeit, um sich an den Herrenfußball zu gewöhnen. Nach dem ersten halben Jahr ist jedoch meist eine deutliche Anpassung an Tempo, Körperlichkeit und Widerstandsfähigkeit zu erkennen“, erläutert Amateure-Cheftrainer Holger Seitz. Bleibt darüber hinaus das Teamgefüge stabil, wächst nicht nur jeder Einzelne, sondern auch das Kollektiv – eine effizientere Punkteausbeute in der Rückrunde ist somit kein unerklärbares Phänomen.
Neuanfang mitten in der Saison

Dass die Amateure die 24 Punkte der Hinrunde auch diesmal toppen und den Grundstein am besten gleich am kommenden Freitag gegen die SpVgg Unterhaching legen möchten (live & free bei FC Bayern TV PLUS), steht außer Frage. Die Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch von denen der Vorjahre. „Hinter uns liegen sechs intensive Vorbereitungswochen, in denen alle Jungs sehr fleißig und motiviert gearbeitet haben. Auch die Leistungen in den Testspielen waren ordentlich. Nichtsdestotrotz fühlt es sich nach der Winterpause ein Stück weit wie ein Neuanfang an“, so Seitz.
Nachwuchsarbeit blüht
Damit spielt der Cheftrainer insbesondere auf die personellen Veränderungen im Winter an. Mit Felipe Chávez (1. FC Köln), Grayson Dettoni (SV Darmstadt 98), Javier Fernández (1. FC Nürnberg), Jussef Nasrawe (SV Ried), Magnus Dalpiaz (AC Milan) und Richard Meier (SpVgg Unterhaching) haben gleich sechs Spieler den Verein leihweise verlassen. Hinzu kommen die festen Wechsel von Adin Licina zu Juventus Turin sowie Max Mergner zum Vienna First FC. Mit Mudaser Sadat, dessen Leihe bei SKU Amstetten vorzeitig beendet wurde, stieß lediglich ein Spieler zum Kader dazu. „Natürlich ist es herausfordernd, wenn ein so großer Teil der Mannschaft den nächsten Schritt macht. Gleichzeitig unterstreicht genau das einmal mehr die exzellente Arbeit am Campus – insbesondere mit Blick auf die Ligen und Vereine, in denen unsere Spieler nun ihre nächsten Schritte gehen. Unser klarer Auftrag ist es, junge Spieler auf den Herrenfußball vorzubereiten, und diesem sind wir auch in diesem Winter wieder mit Bravour nachgekommen.“
Zugleich eröffnen die Abgänge neue Chancen für nachrückende Talente. Mit Deniz Ofli und Maycon Cardozo wurden zwei weitere Spieler aus der U19 in den Kader der Amateure integriert. „Beide machen ihre Sache bislang gut und bekommen nun in der Rückrunde die Möglichkeit, sich zu zeigen und weiterzuentwickeln“, erklärt Seitz. Darüber hinaus sind andere Akteure gefordert, zusätzlich Verantwortung zu übernehmen – ein essenzieller Bestandteil des Reifeprozesses.
Auftakt gegen Unterhaching
Dieser Entwicklungsprozess soll sich über die gesamte Rückrunde fortsetzen. Der Fokus liege weiterhin auf den fußballerischen Grundtugenden, insbesondere auf Zweikampfhärte, Intensität und mentaler Schärfe, stets mit dem Blick auf die eigene Weiterentwicklung. Auch das Duell mit der SpVgg Unterhaching, so attraktiv es als Auftaktspiel sein mag, ändere nichts an der grundsätzlichen Herangehensweise. „Mir – und auch den Jungs – ist es egal, welcher Gegner in dieser Liga auf uns wartet. Entscheidend ist, dass am Freitag jeder die Bereitschaft zeigt, dieses Spiel gewinnen zu wollen und Woche für Woche an sich arbeitet.“
Und genau diese Haltung könnte erneut ein Schlüssel für die nächsten Entwicklungsschritte sein – und vielleicht dann auch wieder für eine bessere Punkteausbeute.
Begleitet unsere Nachwuchsspieler über die Saison mit unserer Serie:

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