
Aus einer Kleinstadt im Senegal auf die große Bühne der Bundesliga: Im April gab Bara Sapoko Ndiaye sein Debüt für den FC Bayern – und macht mit seiner Erfolgsgeschichte Kindern in seiner Heimat Mut, an ihre Träume zu glauben.
Als in der 84. Minute im Millerntor-Stadion die Auswechseltafel hochgeht, ist Bara Sapoko Ndiaye längst bereit. Die 39 leuchtet grün auf, der junge Senegalese kommt in wenigen Sekunden für Jamal Musiala ins Spiel. Ein kurzer Blick zum Himmel, ein letztes Wort mit Cheftrainer Vincent Kompany – dann gehört die Bühne ihm. Als Bara mitten im Lärm der Bundesliga sein Debüt für den FC Bayern feiert, gibt es auch Tausende Kilometer weiter südlich, im westafrikanischen Land Gambia, kein Halten mehr. In seiner früheren Jugendakademie bejubeln Kinder vor den Bildschirmen seine Einwechslung, tanzen auf den Tischen und schreien seinen Namen. Die Videos davon gehen kurz nach dem Spiel in den sozialen Medien viral. Und Baras großer Traum, den viele junge Spieler in seiner Heimat träumen, wird Wirklichkeit.

Drei Tage zuvor sitzt Bara in einem unscheinbaren Raum im Leistungszentrum an der Säbener Straße, gleich hinter dem Kino, in dem die Videoanalysen stattfinden. Weiße Wände, eine Tafel, zwei Tische, ein Regal mit Büchern, ein Fernseher. An der Decke klebt ein Zitat von Muhammad Ali. Hier findet Baras Deutschunterricht statt. Der 18-Jährige sitzt entspannt in Trainingskleidung am Tisch, er trägt eine kurze Hose, ein Sweatshirt und Hausschuhe. Ihm gegenüber sitzt Deutschlehrer Max Steegmüller.
Heute steht Grammatik auf dem Plan: regelmäßige und unregelmäßige Verben, dazu verschiedene Zeitformen. Die beiden sprechen überwiegend Deutsch miteinander, bei Bedarf helfen Englisch oder Französisch weiter.

Von Gambia nach München
Von Gambia nach München
