

Respekt für Kolumbien um Luis Díaz: Dank eines torlosen 0:0 über den amtierenden Nations League-Sieger Portugal sicherten sich die Südamerikaner den Gruppensieg vor Cristiano Ronaldo und seiner Mannschaft. England um Torjäger Harry Kane feierte den zweiten Sieg im dritten Spiel gegen Panama und ist damit ebenfalls Sieger seiner Gruppe – bemerkenswert: Mit seinem Tor zum 2:0 überholte der Bayern-Stürmer England-Legende Gary Lineker und ist nun alleiniger WM-Rekordtorschütze der Three Lions. Bayern-Verteidiger Josip Stanišić folgt mit seinen Kroaten in der WM-Gruppe auf Rang zwei, Ghana unterlag mit 1:2. Dramatisch wurde es für Österreich und Bayern-Spieler Konrad Laimer: In der Nachspielzeit schien es erst, als hätte Algerien mit dem 3:2 die Alpenrepublik aus dem Turnier geschossen – dann traf Österreich doch noch per Kopf und sicherte das Weiterkommen.

Ein Remis über Portugal reicht Luis Díaz und Kolumbien zum Gruppensieg
Ein Remis über Portugal reicht Luis Díaz und Kolumbien zum Gruppensieg

Kolumbien war bereits vor dem abschließenden Duell um den Gruppensieg qualifiziert, Portugal musste gewinnen, um sich Platz eins zu sichern. Die Partie aber bestimmten dennoch die Kolumbianer, denen man ein enormes Selbstbewusstsein aus zwei Siegen gegen Usbekistan und dem Kongo anmerkte. Jedoch scheiterte unter anderem Luis Díaz mit einem abgefälschten Schuss. Dann kam Portugal zunächst besser ins Spiel, verlor den Faden aber wieder – doch die Kolumbianer konnten mit vier größeren Chancen daraus kein Kapital ziehen. Erst in der Schlussphase jubelte Kolumbien: In der Nachspielzeit köpfte Verteidiger Sanchez den Ball ins Netz, stand dabei aber – die Technik brachte es zutage – mit der Großzehe im Abseits. Damit trifft Luis Díaz mit den Los Cafeteros im Sechzehntelfinale in der Nacht zu Samstag (3.30 Uhr) in Kansas City auf Ghana. Portugal spielt tags zuvor (1 Uhr) in Toronto gegen Kroatien mit Josip Stanišić.

Harry Kane macht sich zum Rekordtorschützen und England zum Gruppensieger
Harry Kane macht sich zum Rekordtorschützen und England zum Gruppensieger

England hatte nach dem gefeierten Auftaktsieg über Kroatien (4:2) eine torlose Nullnummer mit viel Kritik gegen Ghana (0:0) zu verdauen gehabt. Im abschließenden Duell mit dem bereits ausgeschiedenen Panama ging es nun im Fernduell mit den Kroaten (siehe unten) um den Gruppensieg. Und auch gegen den Fußballzwerg taten sich die Three Lions schwerer, als vermutet – ehe Jude Bellingham mit seinem Treffer zum 1:0 den Knoten zum Platzen brachte. Bei der WM 2018 noch hatte im ersten Aufeinandertreffen beider Nationen am Ende ein 6:1 für England gestanden – diesmal brachte Panama den Favoriten mehrfach in Verlegenheit. Zum einen verteidigte das Schlusslicht gut, zum anderen setzte es immer wieder gefährliche Nadelstiche. Bei England überzeugte im ersten Durchgang einzig Rashford – Harry Kane blieb noch bei nur neun Ballkontakten. Nach dem Wechsel scheiterte der Bayern-Torjäger in New Jersey zunächst noch, dann besorgte Bellingham per Fußspitze nach einem Eckball die erlösende Führung (62.). Nur fünf Minuten später köpfte Harry Kane eine Flanke des 1:0-Torschützen zum 2:0 ins Netz – damit überholte der Kapitän Legende Gary Lineker (zehn Tore) mit seinem elften WM-Treffer und ist damit Rekordtorschütze Englands. Panamas Anschlusstor in der Nachspielzeit wurde wegen Abseits aberkannt. England trifft nun als Gruppensieger am Mittwoch um 18 Uhr auf die Demokratische Republik Kongo.

Josip Stanišić erkämpft sich mit Kroatien Platz zwei
Josip Stanišić erkämpft sich mit Kroatien Platz zwei

Kroatien musste punkten, um aus eigener Kraft das Sechzehntelfinale noch zu erreichen. Das gelang der Mannschaft um Bayern-Verteidiger Josip Stanišić nach einiger Dramatik gegen das bereits qualifizierte Ghana sogar mit einem 2:1-Sieg, der am Ende Platz zwei hinter England bedeutete. Nach einer halben Stunde brachte Sucic Kroatien in Führung (31.), Ghana enttäuschte bis zur Pause. Das änderte sich nach Wiederanpfiff: Nun dominierte Ghana die Partie, hatte Chance um Chance – und traf zum Ausgleich: Luckassen hatte eingeschoben (73.), der Jubel ließ aber durch einen minutenlangen VAR-Check auf sich warten. Der Punkt hätte Kroatien schon gereicht – aber nicht für Platz zwei. Daher bäumten sich die Europäer noch einmal auf, Vlasic per Kopf besorgte das 2:1 auf Flanke von Modric, der damit zum ältesten Vorlagengeber der WM avancierte (40 Jahre, 291 Tage). Kroatien trifft damit am Freitag (1 Uhr) auf Portugal, Ghana auf Kolumbien.

Erlösung für Konrad Laimers Österreich nach dem späten Schock
Erlösung für Konrad Laimers Österreich nach dem späten Schock

Beiden Teams reichte bereits im Vorfeld ein Unentschieden fürs Weiterkommen. So blieb es über weite Strecken auch keine besonders spektakuläre Partie zwischen Österreich um Bayern-Verteidiger Konrad Laimer und Algerien. Doch die Begegnung wurde in der Schlussphase regelrecht dramatisch. Die Österreicher erwischten den besseren Start und Arnautovic traf zur Führung (28.), die Belghali (45.) noch vor dem Seitentausch ausglich. Nach der Pause markierte Ex-Bayernspieler Marcel Sabitzer das 2:1 nach starker Vorarbeit und Zuspiel von Konrad Laimer – wieder hielt der Vorsprung aber nicht lang: Mahrez machte das 2:2. Damit ging es in die Nachspielzeit, in der es zunächst so aussah, als würden beide Teams das erwartete Unentschieden nun über die Zeit spielen. Doch von wegen: Erneut der starke Mahrez schockte Österreich in der 93. Minute mit dem 3:2, was für die Alpenrepublik das Aus bedeutet hätte. Doch noch einmal kombinierte sich Österreich nach vorn, Kalajdzic traf per Kopf (96.) zum 3:3 und sicherte das Sechzehntelfinale. Dort trifft die Mannschaft auf Titelfavorit Spanien (Donnerstag, 21 Uhr). Algerien bekommt es am Freitag mit der Schweiz zu tun.
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