

Insgesamt 24 Akteure des FC Bayern waren in der abgelaufenen Saison an unterschiedliche Vereine in ganz Europa verliehen. Zum Abschluss der Spielzeit wirft fcbayern.com mit Richard Kitzbichler, Leihspielerbetreuer im Bereich Top-Talententwicklung, einen Blick auf die Leistungen der Leihspieler des deutschen Rekordmeisters.
Kitzbichler: „Es sind alle auf einem guten Weg“
Richard Kitzbichler, Leihspielerbetreuer im Bereich Top-Talententwicklung: „Wir wollen allen Nachwuchsspielern die Chance geben, sich individuell bestmöglich zu entwickeln. Oftmals bietet eine Leihe die Möglichkeit, den nächsten Schritt zu machen und im Profibereich Fuß zu fassen. Wie schnell dieser Prozess vorschreitet, hängt von vielen Faktoren ab. Alles in allem muss man aber geduldig sein. Viele der Jungs sind mit 19 oder 20 Jahren schon Stammspieler in Profi-Ligen, das allein ist schon eine außergewöhnliche Leistung. Es sind alle auf einem guten Weg.“

Arijon Ibrahimović (seit 07/2025: 1. FC Heidenheim 1846)
Der deutsche U21-Nationalspieler Arijon Ibrahimović etablierte sich in der Saison 2025/26 als fester Bestandteil im Kader des 1. FC Heidenheim. Der Offensivspieler kam in der Bundesliga auf 32 Einsätze, davon 25 in der Startelf. Dabei verbuchte er zwei Tore und vier Assists, unter anderem im Spiel gegen seine ehemaligen Kollegen des FC Bayern. In der Liga erlebten die Heidenheimer jedoch eine enttäuschende Spielzeit, landeten in der Abschlusstabelle nur auf Rang 17 und stiegen somit in die 2. Bundesliga ab. Während seiner Leihe kam Ibrahimović zudem in zwei DFB-Pokalspielen zum Einsatz und bereitete dabei ein Tor vor.
„Ari hat bei seinen beiden vorherigen Leihstationen in Italien bereits auf Profi-Niveau trainiert und nun in Heidenheim wertvolle Spielpraxis erhalten, aus der er sehr viel Kapital geschlagen hat. In einem tollen Umfeld hat Ari sich physisch stark weiterentwickelt und auch sonst gezeigt, was in ihm steckt. Ligaweit weist er mit die besten Sprintwerte auf und hat viele Torchancen für sich und seine Mitspieler erarbeitet. Wenn er auf diesem Niveau weiter arbeitet, werden viele Scorerpunkte dazukommen“, sagt Kitzbichler.
Armindo Sieb (seit 07/2024: 1. FSV Mainz 05)

Armindo Sieb kann auf eine ordentliche zweite Saison in der Bundesliga zurückblicken. Der Mittelstürmer stand in 22 Partien für den 1. FSV Mainz 05 auf dem Platz und erzielte dabei zwei Treffer. Mainz schloss die Spielzeit auf dem zehnten Platz ab. Auf internationaler Bühne sammelte Sieb in der UEFA Europa Conference League weitere Erfahrung: In sieben Partien trug er sich einmal in die Torschützenliste ein, beim 2:0-Erfolg im Achtelfinale gegen SK Sigma Olomouc. Für das Team von Trainer Urs Fischer war der Wettbewerb anschließend im Viertelfinale beendet. Hinzu kommen noch zwei Einsätze im DFB-Pokal für SIeb.
Alexander Nübel (seit 07/2023: VfB Stuttgart):
Auch im letzten Jahr seiner dreijährigen Leihe zum VfB Stuttgart war Alexander Nübel erneut der Dauerbrenner im Stuttgarter Tor und somit ein essenzieller Bestandteil der erfolgreichen Saison der Schwaben. Nübel verpasste in der Bundesliga keine Minute und blieb dabei in elf Spielen ohne Gegentor – mehr „weiße Westen“ sammelten in dieser Spielzeit nur Gregor Kobel (15) und Moritz Nicolas (13). Ein 2:2-Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt am 34. Spieltag reichte den Stuttgartern für Rang vier und somit zur direkten Champions-League-Qualifikation. Im DFB-Pokal konnte Nübel in der ersten Runde gegen Eintracht Braunschweig drei Elfmeter parieren und legte so den Grundstein für eine starke Pokalsaison, die im Endspiel gegen den FC Bayern München mit 0:3 endete. Im dritten Wettbewerb, der Europa League, verpasste Nübel nur eine Partie und konnte im ersten Heimspiel der Gruppenphase gegen Celta Vigo sogar durch einen Assist glänzen. Die Reise durch Europa fand schließlich im Achtelfinale gegen den FC Porto ein Ende. Für seine gute Saisonleistung wird Alexander Nübel nun mit einem Platz im Torhüterteam der deutschen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada belohnt.
Felipe Chávez (seit 02/2026: 1. FC Köln)

Nachdem Felipe Chávez am 16. Spieltag der Hinrunde sein Bundesligadebüt für den FC Bayern gefeiert hatte, wechselte er im Februar leihweise zum 1. FC Köln. Beim Effzeh kam der peruanische Nationalspieler in der Rückrunde auf sieben Einsätze und sammelte dabei weitere Erfahrung im deutschen Oberhaus. Köln sorgte sich lange um den Klassenerhalt, sicherte sich am Ende jedoch den Verbleib in der Bundesliga und schloss die Saison auf dem 14. Tabellenplatz ab.
„Felipe hat sein Potenzial schon bei uns gezeigt und hatte in Köln die Chance, mehr Bundesliga-Minuten zu sammeln. Sich im Winter bei einer eingespielten Mannschaft zu integrieren, ist immer schwieriger als in den Sommermonaten. Dennoch hat Felipe in einem insgesamt lehreichenen Jahr einen großen Sprung gemacht, gut trainiert und auch bei seinen Einsatzminuten auf sich aufmerksam gemacht. Sein Potenzial ist sehr hoch. Er hat sich dort für weitere Aufgaben präsentiert“, so Kitzbichler.
Noel Aseko Nkili (seit 02/2025: Hannover 96)
Noel Aseko Nkili absolvierte 32 Spiele für Hannover 96, davon 30 in der Startelf, womit er sich beim Zweitligisten einen Stammplatz erarbeitete. In der 2. Bundesliga brachte es der zentrale Mittelfeldspieler auf drei Tore und sechs Assists. Damit hatte der deutsche U21-Nationalspieler einen wesentlichen Anteil daran, dass Hannover die Saison auf dem vierten Platz abschloss. Im DFB-Pokal kam der 20-Jährige einmal zum Einsatz, ehe Hannover in der ersten Runde ausschied.
„Noel ist ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Leihe. Er war nun eineinhalb Jahre in Hannover und hat sich nach einer sechsmonatigen Eingewöhnungsphase im Sommer in der Mannschaft etabliert. Über die komplette Saison hinweg war Noel Stammspieler und hat dank der beständigen Spielzeit eine tolle Entwicklung genommen. Er ist sehr giftig gegen den Ball, aber auch fußballerisch auf einem sehr hohen Niveau. Außerdem hat er mit Toren und Assists geliefert und somit sein Potenzial bewiesen. Wir freuen uns sehr darüber, dass er im Sommer zurückkehrt“, so Kitzbichler über die Leihe.
Maurice Krattenmacher (seit 07/2025: Hertha BSC)
Nach seiner Leihe zum SSV Ulm 1846 schloss sich der deutsche U20-Nationalspieler Maurice Krattenmacher im Sommer Hertha BSC an und sammelte dort in der 2. Bundesliga wertvolle Erfahrungen. Insgesamt kam die Offensivkraft auf 22 Einsätze, davon sechsmal in der Startformation, und erzielte ein Tor. Hertha beendete die Spielzeit auf Tabellenrang sieben. Im DFB-Pokal-Achtelfinale steuerte Krattenmacher beim überzeugenden 6:1-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern ein Tor und eine Vorlage bei und hatte damit großen Anteil am Einzug ins Viertelfinale.
Javier Fernández (seit 01/2026: 1. FC Nürnberg)

294 Tage nach seiner Meniskusverletzung feierte Javier Fernández im Dezember sein Comeback für die FC Bayern Amateure in der Regionalliga Bayern und kam zudem noch einmal in der UEFA Youth League zum Einsatz. Anschließend wechselte der Spanier auf Leihbasis zum 1. FC Nürnberg. Für den Club absolvierte Fernández in der 2. Bundesliga acht Partien, dabei stand er fünfmal in der Startelf. Am 26. Spieltag gab er gegen Holstein Kiel sein Zweitliga-Debüt, am 34. Spieltag bereitete er beim Saisonfinale gegen Hannover 96 einen Treffer vor. Mit Nürnberg schloss der 19-Jährige die Spielzeit auf dem achten Tabellenplatz ab.
„Für Javier ist in erster Linie wichtig, dass er fit bleibt. Nach seiner langen Verletzungspause hat er in Nürnberg ein paar Wochen gebraucht, um sich physisch an das Niveau zu gewöhnen. Mit seinen ersten Einsätzen hat er das Vertrauen jedoch direkt zurückgegeben und die letzten Saisonspiele alle von Beginn an bestritten. Für sein Alter ist er bereits sehr abgeklärt, präsent und selbstbewusst. Ihm und seiner Entwicklung wird es guttun, konstant über eine längere Phase auf diesem Niveau zu spielen“, sagt Kitzbichler.
Tarek Buchmann (seit 08/2025: 1. FC Nürnberg)
Tarek Buchmann schloss sich im Sommer 2025 ebenfalls dem 1. FC Nürnberg an. Seine erste Saison beim Club wurde in der Hinrunde jedoch von einer Fußverletzung überschattet. In der 2. Bundesliga kam der Innenverteidiger zu zwei Einsätzen, einmal stand er in der Startelf und gab am 26. Spieltag gegen Holstein Kiel sein Zweitliga-Debüt. Parallel sammelte Buchmann in der Regionalliga Bayern Spielpraxis und startete dort sechsmal von Beginn an. Mit der U23 des 1. FC Nürnberg krönte er die Saison durch den Gewinn der Meisterschaft.
Paul Scholl (seit 07/2025: Karlsruher SC)

Der 19-jährige Paul Scholl sammelte in der abgelaufenen Saison wichtige Spielpraxis im Profibereich. Der Innenverteidiger stand beim Karlsruher SC in der 2. Bundesliga 13-mal auf dem Platz, das Team beendete die Saison auf Rang zehn. Seinen Offensivbeitrag unterstrich Scholl mit einer Vorlage gegen Fortuna Düsseldorf am 21. Spieltag. Parallel dazu kam er in der Oberliga Baden-Württemberg zehnmal zum Einsatz. Das Münchner Eigengewächs wechselt im Sommer fest zum Karlsruher SC, der die im Vertrag verankerte Kaufoption gezogen hat.
„Paul ist quasi aus unserer U19 in die 2. Bundesliga gewechselt und hat dort eine super Entwicklung genommen. Er war jahrelang beim FC Bayern und hat sämtliche Nachwuchsteams durchlaufen. Nun geht er seine nächsten Schritte bei einem ambitionierten Zweitligisten“, so Kitzbichler.
Grayson Dettoni (seit 01/2026: SV Darmstadt 98)
Innenverteidiger Grayson Dettoni wechselte im Januar leihweise zum SV Darmstadt 98 und kam in der 2. Bundesliga zweimal zum Einsatz. Am 32. Spieltag konnte der 1,95 Meter große Abwehrspieler gegen den Karlsruher SC sein Zweitliga-Debüt geben. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt schloss die Saison auf dem fünften Platz ab. Im Anschluss machten die Lilien von der im Vertrag verankerten Kaufoption Gebrauch, sodass Dettoni den FC Bayern dauerhaft in Richtung Darmstadt verlassen hat.
Max Schmitt (seit 07/2025: SSV Ulm 1846)

Der Torhüter Max Schmitt bestritt in der abgelaufenen Saison elf Partien in der 3. Liga für den SSV Ulm 1846. Dabei kassierte er 23 Gegentore und blieb viermal ohne Gegentreffer. Mit Ulm belegte der Keeper am Ende Rang 19 und stieg ab. Im Landespokal Württemberg kam Schmitt zudem auf drei Einsätze, ehe sein Team im Viertelfinale ausschied.
Benedikt Wimmer (seit 07/2025: SV Sandhausen)

Benedikt Wimmer war im Zuge seiner Leihe beim SV Sandhausen über die gesamte Spielzeit eine feste Größe. Der zwei Meter große Innenverteidiger absolvierte 26 Einsätze in der Regionalliga Südwest, stand dabei 16-mal in der Startelf und belegte mit seinem Team am Ende den achten Tabellenplatz. Zudem kam Wimmer im Landespokal Baden dreimal zum Einsatz, wo Sandhausen im Halbfinale ausschied.
Wir haben Javi Fernández bei seiner Leihstation in Nürnberg besucht:
