

Popcorn-Geruch in der Luft, ein inspirierendes Podiumsgespräch – und minutenlanger Applaus der rund 300 FC Bayern-Mitglieder im Kinosaal des „Cincinatti“ nach dem Film „Das gewisse Etwas“. Der Deutsche Meister hatte unter dem Motto „Inklusion im Rampenlicht“ zu einem einzigartigen Event in den Kinokomplex wenige Minuten von der Säbener Straße eingeladen. Die warmherzige Komödie, seit 3. September in den deutschen Kinos, lenkt den Blick auf Menschen mit Behinderung, und der FC Bayern hat die Dreharbeiten unterstützt. „Inklusion verdient Rampenlicht – und unsere volle Aufmerksamkeit“, sagte Benny Folkmann, Geschäftsführer des FC Bayern und mit Andreas Werner Leiter der FCB-Initiative „Rot gegen Rassismus“ beim einleitenden Podiumsgespräch: „Vielfalt ist für den FC Bayern nicht die Frage, ob jemand dazugehört – sondern die Gewissheit, dass unser Verein ohne diese Menschen nicht vollständig wäre.“
Unter den Zuschauenden war auch Frangiskos Kakoulakis, einer der Darsteller mit Beeinträchtigung, der lange für Autogramme und Selfies zur Verfügung stand. Insgesamt hatten sich rund 500 FCB-Mitglieder beworben, erläuterte Kiki Hasenpusch, Stellvertretende Geschäftsführerin des FC Bayern. „Gemeinsam wollen wir heute den Blick öffnen auf die Bedeutung von Inklusion im Sport, im Vereinsleben, in unserer Gesellschaft – und natürlich auf die konkreten Erfahrungen der Menschen, die an diesem Film und an diesem Abend beteiligt waren“. Schon allein die große Resonanz im Vorfeld habe gezeigt, „wie wichtig und vielfältig das Interesse an diesem Thema ist“.
Neben Folkmann nahmen Kim Krämer, Fanbeauftragter für Menschen mit Behinderung des FC Bayern, sowie von Seiten der Constantin-Filmproduktion die Producerin Andrea Schmitt und Sven Harjes, als Casting/Co-Director Inklusiv zuständig für die Schauspielenden mit Beeinträchtigung bei „Das gewisse Etwas“, am Podiumsgespräch teil. „Wir haben uns sehr gefreut über das tolle Zusammenspiel mit dem FC Bayern seit dem Beginn der Dreharbeiten“, erzählte Andrea Schmitt, „Sport und Kultur erreichen die Menschen auf ihre eigene Weise – und es ist wichtig, dass wir gemeinsam dazu beitragen, Menschen mit Beeinträchtigung Mut zu machen und zu zeigen, dass man aktiv und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann.“ Sven Harjes gab charmante Einblicke in die Arbeit am Set und meinte, „dass die Lebensfreude der Darstellenden mit Beeinträchtigung für alle inspirierend war. Es hat sich nach einer Familie angefühlt – und das spiegelt auch der Film.“
Kim Krämer erläuterte den Anwesenden, wie vorbildlich der FC Bayern im Bereich Inklusion aktiv ist, unter anderem, indem bereits vor dem Bau der Allianz Arena Menschen mit Behinderung einbezogen wurden. Auch jetzt bei der Gestaltung des Sportparks Unterhaching als neue Spielstätte der FC Bayern Frauen sei man im Austausch, und allein schon bei den Plätzen für Menschen im Rollstuhl setze der Club generell Maßstäbe, so Krämer: In der Allianz Arena sind es beispielsweise 324 oder beim Basketball im SAP Garden 100. Im Laufe der Zeit seien darüber hinaus viele wirkungsvolle Projekte umgesetzt worden, etwa Fahr- und Verpflegungsserviceleistungen rund um die Spiele, Angebote für Menschen mit Sehschwäche oder die Gebärden für Spielerinnen und Spieler im Fußball wie Basketball, die vom Gehörlosen-Fanclub „Red Deaf“ entwickelt wurden: „Das ist ein Musterbeispiel für Inklusion, weil die Fans als aktiver, prägender Teil eingebunden sind.“ Vom Film „Das gewisse Etwas“ nahm Krämer konkrete Ideen für Auswärtsfahrten des „Rollwagerl eV“ mit: „Das ist heute eine ungemein inspirierende Veranstaltung.“

Sport wie Kultur würden gemeinsame Erlebnisräume schaffen, erläuterte Folkmann: „Im Stadion wie im Kino sitzen Menschen mit unterschiedlichen Biografien nebeneinander und teilen einen Moment. Genau darin liegt gesellschaftliche Kraft - Begegnung kann Vorurteile dort abbauen, wo fehlender Austausch diese häufig verhärtet.“ Mit Reichweite wachse Verantwortung: „Ein großer Verein wie der FC Bayern darf gesellschaftliche Themen nicht nur dann aufgreifen, wenn sie aufmerksamkeitsstark sind. Haltung muss auch dann gelten, wenn sie unbequem wird – gegen Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Das ist gerade in diesen Tagen eine wichtige Botschaft. Sport und Kultur können Perspektivwechsel fördern, aus denen gesellschaftliche Veränderung entsteht.“
Auch dieses Mitglieder-Event wurde von Teilnehmenden des FC Bayern-Ehrenamtsprogramms „PACK MA’S“ in der Organisation unterstützt. Nachdem als Vorfilm der Clip über die Leinwand flimmerte, als der Cast des Films „Das gewisse Etwas“ zwei Wochen zuvor zu Besuch an der Säbener Straße gewesen ist und Cheftrainer Vincent Kompany, Jamal Musiala, Jonathan Tah, Alphonso Davies, Jonas Urbig sowie den Amateure-Coach Dante getroffen hatte, stand ganz großes Kino auf dem Programm, im wahrsten Wortsinn: An diesem Abend ging es mal nicht um Tore – und dennoch waren am Ende alle Anwesenden Gewinner.
