Konrad Laimer und Bukayo Saka im Zweikampf
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Gegnercheck

Struktur, Standards & Saka: Das macht den FC Arsenal gefährlich

Am Mittwochabend empfängt der FC Bayern am 3. Spieltag der Champions League-Ligaphase den FC Arsenal. Die Londoner reisen mit optimaler Ausbeute nach München: Nach dem 1:0 bei der SSC Neapel folgte ein 3:0 gegen den OSC Lille. In der Premier League ist Arsenal Tabellenführer Manchester City dicht auf den Fersen, konnte beim knappen 1:0 in Nottingham am Wochenende allerdings nicht überzeugen.

Anstoß in der Allianz Arena gegen den Vorjahresfinalisten der Champions League ist um 21 Uhr – es wird für Bayern wie für Arsenal der erste echte Härtetest in der Gruppenphase gegen ein europäisches Topteam.

Arsenal mit perfektem Start in Europa

Vor allem defensiv stehen die Gunners gut, haben ihre ersten beiden Champions League-Partien ohne Gegentor gewonnen. Gegen Lille sorgten Jurrien Timber, Eberechi Eze und Bukayo Saka innerhalb von sieben Minuten für klare Verhältnisse.

Lennart Karl schießt im Spiel bei Arsenal auf das Tor, Raya pariert
Ein Tor für die Geschichtsbücher: Lennart Karls zwischenzeitlicher Ausgleich war nicht nur ein traumhaft schönes Tor, sondern auch historisch. | © FC Bayern

Ansonsten kämpfen sich die Nordlondoner derzeit vor allem mit durchwachsenen Leistungen durch die Premier League. Zwar wurde Leeds mit 2:1 besiegt, in Brighton setzte es jedoch eine 0:3-Niederlage. Insgesamt gab es aus den vergangenen elf Pflichtspielen allerdings zehn Siege. 

Auch das bislang letzte direkte Duell mit dem FC Bayern entschieden die Londoner vor gut einem Jahr im Emirates Stadium mit 3:1 für sich. Später erreichte Arsenal das Champions League-Finale, unterlag dort jedoch Paris im Elfmeterschießen.

Artetas klare Spielidee

Chefcoach Mikel Arteta prägt Arsenal mit einer klaren taktischen Handschrift. Die Londoner suchen im Aufbau geduldig nach freien Räumen und bewegen den Gegner mit kurzen Passfolgen. So entstehen Überzahlen im Zentrum und zusätzliche Möglichkeiten für die Innenverteidiger, das Spiel nach vorne zu tragen. Declan Rice sorgt für Stabilität und Präsenz. Sobald sich eine Lücke öffnet, sucht Arsenal den vertikalen Pass in die Zwischenräume. 

Gefahr über die Außenbahnen

Eine der gefährlichsten „Kanonen“ der Gunners ist Bukayo Saka. Der englische Nationalspieler agiert bevorzugt auf der rechten Seite, zieht jedoch oft nach innen und sucht den Abschluss oder den Steckpass. Unterstützt wird er durch den nachrückenden Außenverteidiger und die Bewegungen der zentralen Mittelfeldspieler.

Kai Havertz trifft in Budapest im Champions League Finale 2026 gegen Paris.
Kai Havertz ist immer für Tore in wichtigen Spielen gut - hier trifft er im Champions League Finale 2026 in Budapest gegen Paris. Am Ende unterlag der FC Arsenal knapp im Elfmeterschießen. | © Imago

Auf der linken Seite sorgt Eberechi Eze für Tempo und Dynamik. Über beide Flügel sucht Arsenal den Weg bis zur Grundlinie, um mit flachen Hereingaben oder Rückpässen in den Rückraum Gefahr zu erzeugen.

Im Angriff verleiht Viktor Gyökeres dem Team zusätzliche Tiefe und Körperlichkeit. Der Schwede kann lange Bälle festmachen, Verteidiger binden und nach Ballgewinnen sofort in die Tiefe starten. Die letzten sieben Startelf-Einsätze in der Premier League erhielt dennoch Kai Havertz als Sturmspitze. Den Zweifeln an den Torjägerqualitäten des 27-Jährigen, der zuletzt vor über einem Monat getroffen hat, war Arteta im Vorfeld noch entgegengetreten: „Kai braucht die Menge an Spielen. Er hat die Fähigkeit, ein Top-Stürmer zu sein.“

Standards als große Stärke

Eine besondere Waffe von Arsenal sind die Standardsituationen. Dann bringt das Team etwa bei Eckbällen regelmäßig mehrere kopfballstarke Spieler in den Strafraum. Gabriel, William Saliba und Rice sorgen dabei für viel Körperlichkeit und Torgefahr. Auch das 0:1 aus Bayernsicht im Emirates im November 2025 fiel nach dem ersten Eckball für die Hausherren. 

Jurrien Timber köpft das 1:0 für Arsenal gegen den FC Bayern
Vorsicht bei Standards: Jurrien Timber köpfte im November 2025 mit dem ersten Eckball für Arsenal das 1:0. | © Imago

Für den FC Bayern wird es deshalb entscheidend sein, ruhende Bälle konsequent zu verteidigen und zweite Bälle nicht aus den Augen zu verlieren. Freistöße in gefährlichen Bereichen gilt es wenn möglich irgendwie zu vermeiden.

Anfällig ist Arsenal dagegen bei schnellen Gegenangriffen, wenn die erste Pressinglinie zügig überspielt wird. Hier können sich für den FC Bayern Räume ergeben, die klug und eiskalt zum Beispiel durch Tiefenläufe genutzt werden müssen. So wie beim 1:1 vergangene Saison, als Serge Gnabry Lennart Karl bediente und der sich mit seinem zweiten Champions League-Treffer in die Geschichtsbücher schrieb: Mit 17 Jahren und 277 Tagen ist Karl seitdem der jüngste Spieler, der in seinen ersten beiden Startelfeinsätzen in der Champions League getroffen hat.

Arsenal mit europäischem Anspruch

Arsenal hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und gehört spätestens seit dem Erreichen des Champions League-Finals zu den festen Größen im europäischen Spitzenfußball. Der erste Titel in der Königsklasse fehlt dem Club trotz seiner großen Historie unter Arsene Wenger, der 22 Jahre lang Chefcoach war, allerdings noch. Die aktuelle Mannschaft verbindet technisch sauberen Ballbesitz mit hoher Intensität gegen den Ball und großer Qualität bei Standardsituationen. Spieler wie Saka, Rice, Eze und Gyökeres können Partien jederzeit mit einer Einzelaktion entscheiden. Und dann ist ja da noch Kai Havertz.

Auf den FC Bayern wartet somit ein Top-Gegner, der taktische Klarheit mit individueller Klasse verbindet. Geduld im Aufbau, Präzision im letzten Drittel und höchste Aufmerksamkeit bei Ballverlusten sind gefragt. Denn die Gunners warten nicht auf Fehler – sie erzwingen sie.

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