Giovane Elber läuft lächelnd durch die Allianz Arena
© Imago
Vereinslogo FC Bayern München

FC Bayern-Legende im Interview

Giovane Elber über das Pokal-Aus 2000 in Magdeburg und seine Folgen

Im November 2000 gelang dem 1. FC Magdeburg gegen den FC Bayern eine echte Pokalsensation – ganz zum Leidwesen von Giovane Elber. Der frühere FCB-Profi erinnert sich an den Abend im Ernst-Grube-Stadion zurück und erklärt, warum die Niederlage für die Münchner auch etwas Gutes hatte für den weiteren Saisonverlauf.

Das Interview mit Giovane Elber

Giovane, der FC Bayern empfängt am Mittwoch den 1. FC Magdeburg in der 2. Pokalrunde. Was geht dir durch den Kopf, wenn du diesen Namen hörst?
„Unser Pokalspiel von 2000 natürlich. Wir sind damals nach Magdeburg gefahren und haben gedacht, wir kommen schon irgendwie weiter, das schaffen wir schon. Aber wir waren nicht darauf vorbereitet, wie aggressiv und gut Magdeburg gespielt hat. Nach 90 Minuten stand es 1:1, dann kam die Verlängerung und schließlich das Elfmeterschießen.“

Du wurdest in der zweiten Halbzeit eingewechselt und musstest dann beim Showdown vom Punkt antreten.
„Ich kam damals für Alexander Zickler ins Spiel. Ich war nie der Killer vom Elfmeterpunkt, aber Ottmar Hitzfeld hat mich gefragt: ‚Giovane, bist du bereit?‘. Da habe ich gesagt: ‚Ja, Trainer, ich mache das.‘ Irgendwie habe ich den Ball dann aber nicht richtig getroffen. Vor mir hatte schon Jens Jeremies verschossen – und dann waren wir draußen.“

Nach der Niederlage in Magdeburg 2000 laufen die Bayern-Spieler enttäuscht über den Rasen
Hängende Köpfe nach dem Aus im Magdeburg: „Direkt nach Abpfiff war es sehr unangenehm.“ | © Imago

Ihr seid damals als amtierender Doublesieger beim Viertligisten ausgeschieden. Habt ihr Magdeburg auf die leichte Schulter genommen?
„Ich würde sagen, dass wir uns zu sicher waren. Wir dachten, wir kommen locker weiter. Aber der DFB-Pokal hat nun mal seine eigenen Gesetze. Magdeburg hat mit viel Willen und Einsatz gezeigt, was man erreichen kann, wenn man sein Herz auf dem Platz lässt“

Wie hast du die Zeit nach dem Aus erlebt?
„Direkt nach Abpfiff war es sehr unangenehm. Wir saßen in der Kabine und haben nur gedacht: Wie haben wir es geschafft, mit dieser Mannschaft hier auszuscheiden? Es hat ein bis zwei Tage gedauert, das zu verarbeiten. Aber es war uns eine wichtige Lehre: Man darf keinen Gegner unterschätzen.“

Nach dem Ausscheiden habt ihr euch schnell berappelt und drei Tage darauf Dortmund mit 6:2 in der Bundesliga besiegt – du hast ein Tor geschossen und noch eins vorbereitet.
„So ist das eben beim FC Bayern: Man darf nach einer Niederlage nie die Köpfe hängen lassen, sondern muss direkt wieder aufstehen. In Magdeburg wurden wir schmerzlich daran erinnert, dass man alles auf dem Platz geben muss, um erfolgreich zu sein. Das haben wir gegen Dortmund wieder umgesetzt und gezeigt, dass wir Fußball spielen können.“

Giovane Elber jubelt mit den Fingern nach oben
© Imago
So ist das eben beim FC Bayern: Man darf nach einer Niederlage nie die Köpfe hängen lassen, sondern muss direkt wieder aufstehen.

Giovane Elber

Trotz des frühen Aus im Pokal nahm die Saison noch ein gutes Ende für euch und ihr habt im Mai in Mailand die Champions League gewonnen. Hat euch die Niederlage in Magdeburg vielleicht nochmal etwas enger zusammengeschweißt?
„Die Lehren, die wir aus dem Spiel gezogen haben, waren sehr wichtig für die gesamte Saison. Danach waren wir fokussiert und wussten, wie schmerzhaft eine Niederlage sein kann. Das hat uns geholfen, unsere weiteren Ziele zu erreichen und am Ende Meister zu werden und die Champions League zu gewinnen.“

Zurück zur Gegenwart: Im Gegensatz zu euch damals haben die Bayern nun Heimvorteil beim Wiedersehen mit Magdeburg. Wie geht die Partie aus?
„Magdeburg ist mittlerweile in der zweiten Liga, da wird schon guter Fußball gespielt. Sie haben eine gute Mannschaft und in Emmanuel Iyoha auch einen guten Stürmer, der schon sechs Tore in dieser Saison erzielt. Was die individuelle Klasse angeht, ist Bayern zwar überlegen, aber sie müssen auch den Kampf annehmen – das hat unser Spiel damals gezeigt. Doch ich gehe fest davon aus, dass die Mannschaft das kann und Bayern weiterkommt.“

Logo FC Bayern München

Diesen Artikel teilen

Weitere news