

Für die FC Bayern Amateure wurde dieser Derbysonntag im Grünwalder Stadion zu einem Nachmittag, der über die 90 Minuten hinaus ging. 15.000 Zuschauer, der Druck eines Münchner Stadtduells und dementsprechend eine ganz besondere Atmosphäre: „Es ist sehr schwierig, sich auf so ein Spiel vorzubereiten. Gerade viele der jungen Spieler haben so etwas noch nie erlebt“, sagte Stürmer Anton Heinz im Anschluss. Der 28-Jährige hatte schon vor dem Duell ein gutes Gefühl: „Ich wusste einfach, dass es heute gut laufen wird. Bei solchen Spielen brennen alle nochmal einen Ticken mehr.“
Traumstart in Giesing
Auf dem Platz folgte der Traumstart. Heinz brachte die Bayern in der 12. Minute in Führung – und musste dabei an Harry Kane denken. „Gestern habe ich Kane noch beim Spiel gegen Leipzig gesehen. Als er den Ball einfach nur reinschieben musste, dachte ich mir, vielleicht kriege ich heute auch so einen – und dann war es so.“ Tim Binder legte wenig später nach und sorgte mit seinem sehenswerten Treffer für das frühe 2:0 (23.). Der 19-Jährige setzte sich im Eins-gegen-Eins gegen zwei Gegenspieler durch und schloss ins lange Eck ab. „Ich mag solche Situationen und sie gehören zu meinen Stärken. Mich freut es sehr, dass es so geklappt hat.“ Auch ihn hat die Atmosphäre beeindruckt: „Die Kulisse war Wahnsinn. Ich hätte es ehrlich gesagt nicht so extrem erwartet.“
Heinz und sein Sonntagsschuss
Noch vor der Pause setzte Heinz mit seinem zweiten Treffer ein Ausrufezeichen: Diesmal war es kein einfaches Einschieben, sondern ein echtes Traumtor mit Links aus der Distanz (40.). Eine beruhigende 3:1-Pausenführung, nachdem die Löwen zuvor noch verkürzt hatten (29.). Doch auch nach dem erneuten Anschlusstreffer der Gastgeber in Durchgang zwei (50.) ließ sich die Mannschaft nicht aus dem Konzept bringen. „Wir haben alles reingeschmissen“, resümierte Heinz, der auch wahrnahm, welche Bedeutung das Derby über die eigene Mannschaft hinaus hatte: „Wir alle haben mitbekommen, wie viele Fans heute da waren und wie unfassbar wichtig ihnen dieses Duell war.“ Am Ende stand dank des entscheidenen Treffers von Artur Degraf ein 4:2 (74.), das die Bayern auch dank ihrer Widerstandsfähigkeit über die Zeit brachten.

Was der Sieg der jungen Amateure-Mannschaft bedeutet, zeigte sich spätestens nach dem Abpfiff. Ausgelassen feierte das Team von Cheftrainer Dante mit 'Derbysieger'-Sprechchören vor der Kurve. Außenverteidiger Vincent Manuba, der die Derbys bereits aus der Jugend kennt, erlebte das Stadtduell diesmal in einer neuen Dimension. „Es war ein intensives Spiel, aber dennoch konnte ich es sehr genießen und freue mich über diese Erfahrung.“ Die Unterstützung der eigenen Fans sei deutlich spürbar gewesen. Binder fasst das Gefühl dieses Nachmittags in wenigen Worten zusammen: „München ist rot.“
Dante stolz auf sein Team
Für Trainer Dante war der Derbysieg zugleich ein Beleg für die Entwicklung seiner Mannschaft. Sie habe mit Leidenschaft und Mut am Ball gespielt und die Chance genutzt, sich unter großem Druck zu zeigen. „Ich bin sehr stolz auf dieses Team“, sagt der Trainer. Sechs Spiele ungeschlagen, ein Derbysieg und eine Erfahrung, die Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben soll. Das Ergebnis bleibt – vor allem aber bleibt das Gefühl, den Fans etwas zurückgegeben zu haben. München war, ist und bleibt rot.
Der Spielbericht zum Derbysieg zum Nachlesen:
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