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Pokalfight gegen Wuppertal

FCB zieht ins Viertelfinale ein

Der FC Bayern steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Am Dienstagabend gewann der deutsche Rekordpokalsieger sein erstes Spiel nach der Winterpause beim Wuppertaler SV mit 5:2 (2:2), stieß beim Regionalligisten aber eine Halbzeit lang auf vehemente Gegenwehr. Nach der Pause spielten die Bayern ihre Überlegenheit aber souverän aus und zogen verdient in der Runde der letzten Acht ein, die am 26./27. Februar ausgetragen wird und am kommenden Samstag ausgelost wird.

Die 61.482 Zuschauer in der ausverkauften Veltins-Arena sahen turbulente erste 45 Minuten. Zweimal brachte Miroslav Klose die Bayern in Führung (14., 27.), zweimal glichen die leidenschaftlich kämpfenden Wuppertaler durch Tobias Damm (26.) und Mahir Saglik (29.) aus. In der zweiten Halbzeit sorgten Daniel van Buyten (50.), Luca Toni (53.) und Hamit Altintop (88.) aber für klare Verhältnisse und im achten Anlauf für den ersten Sieg des FCB in der Schalker Arena.

FCB mit Sosa, Sagnol und Van Buyten

Im ersten Spiel nach 90 Tagen Winterpause schickte Ottmar Hitzfeld eine Elf aufs Feld, die bis auf eine Ausnahme so auch erwartet worden war. José Sosa nahm die umkämpfte Position im rechten Mittelfeld ein, auch Rechtsverteidiger Willy Sagnol stand zehn Monate nach seiner Knieverletzung erstmals wieder in der Startformation des FCB. Etwas überraschend bekam außerdem in der Innenverteidigung Van Buyten den Vorzug vor Martin Demichelis.

Bevor die erste FCB-Elf des Jahres loslegen konnte, mussten sich beide Teams aber noch ein bisschen gedulden. Wegen des enormen Andrangs rund um die Veltins-Arena wurde der Anstoß kurzfristig nach hinten verschoben, damit alle Zuschauer rechtzeitig zum Anpfiff auf ihren Plätzen waren. Mit einer Viertelstunde Verspätung rollte aber schließlich der Ball.

Zerfahrener Beginn

Höhepunkte hatte die Partie zunächst aber nicht zu bieten. Mit der lautstarken Unterstützung ihrer Fans im Rücken begann Wuppertal zweikampfstark und kampfesmutig, das Spiel war dementsprechend zerfahren. Mit einer Fünferkette in der Abwehr und zwei defensiven Mittelfeldspielern davor machte der WSV erst einmal dicht vor dem eigenen Tor, lauerte auf Konter und hatte durch einen Kopfball von Michael Stuckmann (12.) auch die erste immerhin halbe Chance des Spiels.

Nachdem eine knappe Viertelstunde gespielt war, kam der Motor des FC Bayern aber langsam auf Touren - und prompt fiel die Führung für die Münchner. Nach einem Eckball von Franck Ribéry übersprang Klose am zweiten Pfosten seinen Gegenspieler und köpfte den Ball zum 1:0 ins Tor (14.).

Chancen im Minutentakt

Der Knoten im Spiel des FCB war nun endgültig geplatzt. Die Hitzfeld-Elf ließ den Ball immer besser laufen, drängte die Gastgeber in die Defensive und kam zu Chancen im Minutentakt. Toni (17.) und Mark van Bommel (19.) brachten den Ball aber nicht im Tor unter, Zé Roberto (21.) scheiterte am glänzend reagierenden WSV-Schlussmann Christian Maly, Klose (20.) verpasste eine Flanke knapp und Sosa (22.) schoss aus 30 Metern knapp über das Tor.

Es schien also nach Plan zu laufen für die Münchner, doch plötzlich überschlugen sich die Ereignisse. Es begann mit einem WSV-Eckball in der 26. Minute. Kahn konnte die Kugel zwar aus dem Strafraum boxen, doch Damms Nachschuss wurde unglücklich ins Tor abgefälscht, Kahn flog in die falsche Ecke - 1:1 (26.).

Erst Klose, dann Saglik

Die Antwort der FCB ließ nur eine Minute auf sich warten, und zwar in Person von Klose. Der Bayen-Stürmer war zur Stelle, als Wuppertals Keeper Maly im Strafraum einen schon sicher geglaubten Ball überraschend fallen ließ. Klose spritzte dazwischen und schob die Kugel zum 2:1 ins leere Tor (27.).

Der WSV zeigte sich von der erneuten FCB-Führung aber alles andere als geschockt und drängte auf den Ausgleich. Nach einem schon geklärten Eckball segelte der Ball erneut in den Bayern-Strafraum, André Wiwerink verlängerte das Leder mit dem Hinterkopf und Saglik köpfte aus abseitsverdächtiger Position zwei Meter vor dem Tor ein zum 2:2 (29.).

Klare Verhältnisse

Die Veltins-Arena tobte und beflügelte die Wuppertaler, die den Bayern das Leben in der letzten Viertelstunde vor der Pause sehr schwer machten. Mehr als eine Chance für jede Mannschaft sprang so nicht mehr heraus: ein Verzweiflungsschuss von Damm (40.) und ein Drehschuss von Toni (43.), beide aber ungefährlich. Zur Halbzeit blieb es beim 2:2.

Die Pause nutzte Hitzfeld, um seine Mannschaft neu zu ordnen. Zielstrebiger und entschlossener kamen die Bayern aus der Kabine und sorgten schnell für klare Verhältnisse. Den Anfang machte Van Buyten, der eine Ribéry Flanke per Kopf im Tor versenkte (50.). Dann ging Ribéry durch bis zur Grundlinie, fand mit seinem Rückpass Toni, der zunächst ebenso wie Van Bommel an WSV-Keeper Maly scheiterte, im zweiten Versuch vollstreckte Toni aber aus fünf Metern sicher zum 4:2 (53.).

Ribéry wie aufgedreht

Angetrieben vom jetzt wie aufgedreht spielenden Ribéry rollte nun ein Bayern-Angriff nach dem nächsten auf das Wuppertaler Tor. Maly musste gegen den durchgebrochenen FCB-Franzosen einmal Kopf und Kragen riskieren (62.), auch bei einem Lucio-Fernschuss war der WSV-Schlussmann zur Stelle (65.). In der 66. Minute bugsierte Wuppertals Verteidiger Wiwerink eine Zé Roberto-Flanke beinahe ins eigene Tor.

Bis zum Schlusspfiff blieben die Münchner am Drücker und hatten durch Zé Roberto (74.), Toni (76.) und Klose (79.) gute Möglichkeiten, ihren Vorsprung auszubauen. Die Wuppertaler steckten aber nie auf und hofften bis zum Schlusspfiff auf die Wende. Mehr als ein viel zu ungenauer 16-Meter-Schuss von Hüzeyfe Dogan (79.) sprang bei den Bemühungen des WSV aber nicht mehr heraus.

Für den Schlusspunkt sorgten die Bayern. Zwei Minuten vor dem Ende umspielte der eingewechselte Altintop zwei Gegenspieler und traf aus elf Metern sicher zum 5:2 (88.). In der Nachspielzeit verfehlte dann noch Philipp Lahm knapp das Tor, dann war der erste Sieg des Jahres für den FCB perfekt.

Für fcbayern.de in der Veltins-Arena: Nikolaus Heindl

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