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1:1 im Gipfeltreffen

Bayern vergeben Sieg gegen Werder

Der FC Bayern hat die große Chance verpasst, sich an der Tabellenspitze von der Konkurrenz abzusetzen. In einem hochklassigen und spannenden Gipfeltreffen musste sich der Spitzenreiter gegen den Tabellenzweiten Werder Bremen mit einem 1:1(1:1)-Unentschieden begnügen und hat damit nun weiter drei Punkte Vorsprung auf die Hanseaten und fünf auf den FC Schalke 04. Die Westdeutschen gewannen zeitgleich in Dortmund mit 3:2.

Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena erwischten die Bremer den besseren Start und gingen früh durch den Brasilianer Diego in Führung (6.). Landsmann Zé Roberto gelang nach 32 Minuten der längst fällige Ausgleich, den Luca Toni kurz zuvor schon auf dem Fuß hatte. Der Italiener scheiterte mit einem Strafstoß am Bremer Schlussmann Tim Wiese (29.). Trotz klarer Überlegenheit gelang den Bayern im zweiten Abschnitt nicht mehr der Siegtreffer.

Schweisteiger auf der Ribéry-Position

Wer ersetzt Franck Ribéry? So lautete die spannendste Frage bezüglich der Bayern-Aufstellung vor dem Spiel. Ottmar Hitzfeld entschied sich für Bastian Schweinsteiger auf dem linken Flügel. Im rechten Mittelfeld begann Hamit Altintop. Für beide war es das erste Spiel von Beginn an in diesem Jahr, José Sosa nahm dafür zunächst auf der Bank platz. Ansonsten vertraute Hitzfeld der erwarteten Elf.

Während die Bayern bis auf Ribéry ihre beste Elf ins Rennen schicken konnten, fehlten den Bremern einige wichtige Stützen. Abwehrspieler Naldo musste eine Rot-Sperre absitzen, im Sturm musste Trainer Thomas Schaaf Sanogo (Afrika-Cup) und Almeida (Rot-Sperre) ersetzen. Trotzdem begannen die Hanseaten selbstbewusst und spielten mutig nach vorne. Gleich die erste gute Angriffsaktion nutzte Superstar Diego auf Zuspiel von Markus Rosenberg zum 1:0, als er aus halblinker Position Oliver Kahn keine Abwehrchance ließ.

Bayern erhöhen den Druck

Die Bayern taten sich zunächst schwer, ihre spielerische Linie zu finden, ließen aber auch die nötige Aggressivität in den Zweikämpfen vermissen. Das änderte sich nach knapp einer Viertelstunde. Altintops erster Warnschuss nach 12 Minuten verfehlte sein Ziel nur knapp. Die Hausherren übernahmen jetzt immer mehr die Initiative und erhöhten auch den Druck auf das von Tim Wiese gehütete Bremer Tor. In der 22. Minute hatte Miroslav Klose nach präziser Schweinsteiger-Flanke eine klasse Gelegenheit zum Ausgleich, als er frei aus sechs Metern zum Kopfball kam aber den Ball nicht richtig drücken konnte.

Die Bremer hatten jetzt immer mehr Schwierigkeiten, die Bayern von ihrem Strafraum fernzuhalten. Angeführt von den starken Mark van Bommel und Zé Roberto kam der Herbstmeister nun auch vermehrt zum Abschluss. Van Bommel verfehlte innerhalb von 60 Sekunden zwei Mal das Ziel nur knapp (25.) beziehungsweise scheiterte am glänzenden reagierenden Wiese (24.).

Wiese als Elfmeter-Killer

Der Bremer Schlussmann hatte seinen größten Auftritt bis dahin in der 29. Minute, als er zunächst den einschussbereuten Luca Toni vor seinem Tor elfmeterreif von den Beinen holte, den fälligen Strafstoß dann aber halten konnte. Toni schritt selbst zur Tat, schoss aber viel zu unplatziert.

Seinen Faupax machte der Italiener wenig später schon wett, als er Zé Roberto den Ball mustergültig in die Gasse spielte. Der Brasilianer behielt frei vor Wiese die Nerven und schob zum längst fälligen Ausgleich ein. Für Zé war es der dritte Saisontreffer. Das Spiel begann also praktisch von vorne, bis zum Seitenwechsel passierte dann aber nichts mehr Entscheidendes.

Wiese stoppt Altintop

Im zweiten Abschnitt dauerte es eine Weile, ehe das Spiel wieder an Fahrt aufnahm. In der 58. Minute bot sich Altintop die erste Gelegenheit, als Van Bommel im Mittelfeld den Ball erkämpfte und den Türken steil schickte. Der zog aus 12 Metern halbrechter Position knallhart ab, fand aber seinen Meister im glänzend parierenden Wiese.

Die Bayern erhöhten jetzt gegen tief stehende Bremer wieder deutlich die Schlagzahl, hatten aber Probleme, klare Torchancen herauszuspielen. Hitzfeld versuchte von außen, auf das Spiel einzuwirken und brachte Youngster Toni Kroos ins Spiel. Der hatte in der 74. Minute eine tolle Szene, als er am Strafraum seinen Gegenspieler auswackelte und dann mit rechts knallhart abzog – der Ball zischte haarscharf über die Querlatte. Wenig später jubelten die Bayern-Fans in der Allianz Arena, als Toni ins Tor traf, beim Abspiel von Zé Roberto aber im Abseits gestanden haben soll.

Toni vergibt den Sieg

Hitzfeld wollte mit aller Macht den Sieg und brachte kurz hintereinander Lukas Podolski für Klose und José Sosa für Willy Sagnol ins Spiel. In der 83. Minute hatte Toni diesen auch auf dem Fuß, als er sich mit viel Körpereinsatz gegen Per Mertesacker durchsetzte, aber frei vor Wiese überhastet abschloss. Auf der Gegenseite verzog der zukünftige Münchner Tim Borowski freistehend (85.). So blieb es beim 1:1-Unentschieden.

Für fcbayern.de in der Allianz Arena: Dirk Hauser

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