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Trotz 1:2-Niederlage

Bayern schafft Sprung ins Viertelfinale

Der FC Bayern hat die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen müssen. Im Achtelfinal-Rückspiel des UEFA-Cups unterlag der deutsche Rekordmeister dem RSC Anderlecht mit 1:2 (1:2), erreichte nach dem 5:0-Sieg im Hinspiel aber trotzdem locker die nächste Runde. Die wird am kommenden Freitag ausgelost und am 3. und 10. April ausgetragen.

Vor 63.000 Zuschauer in der fast ausverkauften Allianz Arena gingen die Bayern nach schwungvollen Beginn durch Lucio mit 1:0 in Führung (8.), verpassten danach aber eine Reihe guter Gelegenheiten, diese weiter auszubauen. Serhat Akin (20.) und Aleksandre Iakovenko (36.) straften Nachlässigkeiten in der Hintermannschaft der Bayern, denen nach dem Seitenwechsel die Wende nicht mehr gelang.

Neunfache Rotation

Wie angekündigt drehte Ottmar Hitzfeld in diesem Partie ordentlich am Rotationskarussell. Rekordverdächtige neun Änderungen nahm der Bayern-Coach gegenüber der letzten Partie am Samstag beim 2:0-Heimsieg gegen den KSC vor. Nur Miroslav Klose und Lucio waren davon nicht betroffen. Erstmals bei einem Pflichtspiel in der Startelf stand Winterneuzugang Breno, der damit gleichzeitig sein Debüt im Bayern-Trikot feierte.

Die Bayern legten los, als ob sie einen 0:5-Rückstand aufzuholen hätten. Schon nach 63 Sekunden traf Lukas Podolski nach wunderbarem Steilpass von Sturmpartner Klose nur den Pfosten. Wieder nur 60 Sekunden scheiterte Lucio mit einem Kopfball knapp. Die vielen Umstellungen waren der Mannschaft zunächst überhaupt nicht anzusehen, die wie aus einem Guss spielte. Das 1:0 von Lucio per Kopf nach maßgenauer Freistoßflanke von José Sosa war nur die logische Konsequenz (8.).

Akin schockt die Bayern

Auch danach ging es nur in eine Richtung. In der 11. Minute scheiterte Podolski mit einem strammen Schuss am RSC-Keeper Zitka. Zwei Minuten darauf spielte der Ex-Kölner Klose wunderbar in die Gasse, doch statt selbst frei vor Zitka abzuschließen, versuchte es dieser mit einem Zuspiel auf Van Bommel, das von einem belgischen Abwehrmann unterbunden wurde. In der 16. Minute spitzelte Klose eine Sosa-Flanke haarscharf am linken Pfosten vorbei.

Ein zweites Tor der Bayern schien zu diesem Zeitpunkt nur eine Frage der Zeit, doch es kam ganz anders. Praktisch aus dem Nichts gelang den Belgiern in der 20. Minute der Ausgleich, als Serhat Akin nach einem Stellungsfehler der Münchner Abwehr frei vor Rensing überlegt einschoss. Die Hausherren verloren dadurch total den Faden, der ganze schöne Angriffsschwung der Anfangsviertelstunde war dahin.

Iakovenko mit dem zweiten Streich

Anderlecht gestalte das Spiel nun offen, profitierte dabei aber in erster Linie vom Nachlassen der Bayern, die bis zur Pause nur noch ein einziges Mal gefährlich vor dem Tor der Belgier auftauchten. In der 41. Minute war Zitka nach Pass von Van Bommel auf Kroos rechtzeitig draußen.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste aus dem Brüsseler Vorort bereits in Führung. Lahm rutschte nach einem langen Ball weg und machte so den Weg frei für Aleksandre Iakovenko, der Rensing mit einem Schuss ins kurze Eck überraschte (36.). In der 45. Minute hatte derselbe Spieler sogar die Chance zu einem weiteren Treffer, verzog aber aus halblinker Position knapp.

Ribéry kommt zur Pause

Hitzfeld reagierte und brachte nach dem Seitenwechsel den zunächst geschonten Franck Ribéry für den glücklosen Youngster Kroos. Und der Franzose fügte sich gleich glänzend ein. Nach Ribérys Zuspiel scheiterte Klose frei an Davy Schollen, der nach der Pause den angeschlagenen Zitka im Tor ersetzte (47.). Wenig später war es Ribéry selbst, der nach tollem Solo an Anderlechts Nummer zwei nicht vorbeikam (49.). Auf der Gegenseite parierte Rensing einen Kopfball von Akin glänzend (50.).

Danach passierte lange nichts mehr vor beiden Toren. Die Bayern waren zwar bemüht, Anderlecht unter Druck zu setzen, ließen an diesem Abend aber die nötige Durchschlagskraft in der Offensive vermissen. Hinzu kamen viel zu ungenaue Flanken von den Außen. Erst in den Schlussminuten kamen die Hausherren wieder zu Torchancen, aber weder dem eingewechselten Schlaudraff (81.), noch Podolski (85.) und Ribéry in der Nachspielzeit glückte noch der Ausgleich. Somit kassierten die Bayern im 37. Pflichtspiel die erst zweite Saisonniederlage .

Für fcbayern.de in der Allianz Arena: Dirk Hauser

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