präsentiert von
Menü
DFB-Pokal

FCB-Frauen verpassen das Finale

Der Traum vom rot-weißen Finaldoppelpack im DFB-Pokal ist geplatzt. Fünf Tage nach dem Einzug der FCB-Männer ins Endspiel scheiterte die Frauen-Mannschaft des Rekordmeisters am Ostermontag im Halbfinale mit 0:4 (0:2) am 1. FFC Frankfurt.

Vor 2.800 Zuschauern im ausverkauften Sportpark Aschheim boten die Münchnerinnen den favorisierten Hessinnen einen großen Kampf, mit ihrer individuelle Klasse entschieden die in dieser Saison noch ungeschlagenen Gäste aber die Partie. Conny Pohlers (11., 45.) stellte für Frankfurt schon vor der Halbzeit die Weichen auf Berlin, Petra Wimbersky (69.) und Sandra Smisek (90.) sorgten in der zweiten Hälfte für die endgültige Entscheidung und sicherten dem FFC zum zehnten Mal in Folge den Einzug ins Pokalfinale.

Missglücktes Debüt für Schnaderbeck

„Wir haben uns mehr ausgerechnet“, sagte FCB-Trainerin Sissy Raith nach dem Schlusspfiff, „in der ersten Halbzeit haben wir noch gut mitgehalten, aber wenn man die Chancen nicht macht, muss man sich nicht wundern, dass der Gegner dann zuschlägt. Insgesamt bin ich mit unserer kämpferischen Leistung zufrieden. Das Ergebnis ist um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen.“

„Die Mädels sind heiß“, hatte Raith vor dem Anpfiff angekündigt - und das zeigten die Münchnerinnen auch. Sie begannen druckvoll, störten die Frankfurterinnen früh und vor allem die dribbelstarke Julia Simic sorgte für erste Verwirrung in der Abwehr der Gäste. Pech war allerdings, dass die erst 17-jährige Viktoria Schnaderbeck, die zum ersten Mal überhaupt im Kader der FCB-Bundesligafrauen stand und prompt ihr Debüt feierte, schon nach acht Minuten mit einem Kreuzbandriss vom Platz musste.

Keine Chance für Schmetz

Nach knapp zehn Minuten hatte der FFC die Partie beruhigt und spielte kurz darauf erstmals seine ganze Klasse aus: Birgit Prinz entwischte der FCB-Verteidigung legte quer auf ihre Sturmpartnerin Pohlers und die hatte frei vor FCB-Torfrau Ulrike Schmetz keine Mühe, den Ball aus zehn Metern ins Tor zu spitzeln - 0:1 (11.)!

Danach kontrollierten die Gäste routiniert das Geschehen auf dem Platz und versuchten, ihren Vorsprung auszubauen. Die FCB-Abwehr im Verbund mit der defensiven Dreierkette im Mittelfeld stand aber sicher und ließ immer wieder die Abseitsfalle zuschnappen. Außer bei einem Schuss von Prinz (32.) kam Frankfurt so zunächst zu keinen weiteren Tormöglichkeiten.

Bayern schnuppern

In Ballbesitz agierten die Münchnerinnen allerdings zu nervös und überhastet, wodurch Gegenangriffe ein ums andere Mal versandeten. Erst bei einem Freistoß von Sandra de Pol in der 24. Minute wurde Frankfurts Torfrau Silke Rottenberg erstmals geprüft. Dies war der Auftakt zu einer guten Phase der Gastgeberinnen, die mit Distanzschüssen von Sylvie Banecki (35.) und Nina Aigner (38.) am Ausgleich schnupperten.

Die Hessinnen blieben jedoch jederzeit gefährlich und hatten durch Smisek kurz vor der Pause die Riesenchance, auf 2:0 zu erhöhen. Bianca Rech wehrte in höchster Not den Schuss der Frankfurterin aus sieben Metern ab (42.). Drei Minuten später war es jedoch passiert. Pia Wunderlich spielte den Ball genau in die Gasse, Pohlers lief allein auf Schmetz zu und ließ der FCB-Torfrau keine Abwehrchance - 0:2 (45.).

Rottenberg im Mittelpunkt

Trotzdem hätten die Münchnerinnen noch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wieder Anschluss finden können. Rottenberg trat beim Abstoß in den Boden und der Ball landete genau bei Vanessa Bürki, die allein vor Frankfurts Torhüterin aber zu lange mit dem Abschluss zögerte. Gina Lewandowski grätschte dazwischen und klärte. So blieb es beim 0:2 zur Pause.

Mit neuem Mut kamen die Münchnerinnen aus der Kabine, hätten aber zunächst beinahe den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Stefanie Mirlach spitzelte in letzter Sekunde der einschussbereiten Prinz den Ball vom Fuß (48.). Das blieb aber zunächst die einzige gefährliche Szene der Gäste. Die Bayern bestimmten die Partie. Bürkis Schuss war aber kein Problem für Rottenberg (54.), wenig später rettete die Frankfurter Torfrau vor der einschussbereiten Sylvie Banecki (57.).

Entscheidende Konter

Die Münchnerinnen warfen jetzt alles nach vorne, rannten sich aber ein ums andere Mal in der sicheren Frankfurter Defensive fest. Hinten wurden die jetzt immer offensiver ausgerichteten Bayern anfällig für Konter - einen dieser Gegenstöße nutzten die Gäste kaltschnäuzig aus. In der 69. Minute legte Smisek quer auf Wimbersky, die aus fünf Metern mühelos auf 3:0 erhöhte.

Wenig später fast eine Kopie dieses Treffers. Diesmal kam die Hereingabe von Wimbersky, Pohlers scheiterte aber an der glänzend reagierenden Schmetz (78.). Die FCB-Frauen kämpften bis zum Schlusspfiff wenigstens um einen Ehrentreffer, Bürki scheiterte in der 86. Minute noch einmal an Rottenberg. Am Ende trafen aber noch einmal die Gäste. In der Schlussminute erzielte Smisek aus 14 Metern den 4:0-Endstand.

Weitere Inhalte