präsentiert von
Menü
5:0 in Anderlecht

FCB mit Rekordsieg fast schon im Viertelfinale

Der FC Bayern steht fast schon sicher im Viertelfinale des UEFA-Cups. Im Achtelfinal-Hinspiel beim RSC Anderlecht feierte der deutsche Rekordmeister am Donnerstagabend einen souveränen 5:0 (2:0)-Erfolg und schoss sich damit eine optimale Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch in München heraus.

Vor 21.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion Constant Vanden Stock sorgten Hamit Altintop (9.) und Luca Toni (45.+1) für eine beruhigende Pausenführung, die Lukas Podolski (57.), Miroslav Klose (67.) und Franck Ribéry (86.) in der zweiten Halbzeit zum höchsten Auswärtssieg des FCB im Europapokal seit mehr als zwölf Jahren ausbauten. Anderlecht, das ab der 43. Minute nach einer Gelb-Roten Karte gegen Marcin Wasilewski in Unterzahl spielte, bot den Bayern zunächst einen leidenschaftlichen Kampf, am Ende verließ der FCB aber dank seiner Klasse Anderlecht im fünften Versuch erstmals als Sieger.

Hitzfeld rotiert wieder

Angesichts des dichten Terminplans lief Ottmar Hitzfelds Rotationsmaschine in Anderlecht erneut auf Hochtouren. Im Vergleich zum Spiel auf Schalke fünf Tage zuvor fanden sich sechs Veränderungen in der Startformation des FCB. Kapitän Oliver Kahn und Marcell Jansen wurde geschont und waren wie der angeschlagene Lucio (Adduktorenprobleme) gar nicht erst mit nach Belgien gereist. Ebenfalls eine Verschnaufpause erhielten Franck Ribéry, Miroslav Klose und Christian Lell, die aber zumindest auf der Ersatzbank Platz nahmen.

Für dieses Sextett rückten Michael Rensing, Willy Sagnol, Philipp Lahm, Andreas Ottl, Mark van Bommel und Podolski in die erste Bayern-Elf. Doch damit nicht genug: Hitzfeld änderte auch wieder sein Spielsystem von einem 4-4-2 zu einem 4-2-3-1. Toni agierte im Stadion Constant Vanden Stock als einzige Spitze, unterstützt von einer Dreierkette dahinter mit Altintop rechts, Podolski links und zentral Bastian Schweinsteiger. Ottl und Van Bommel agierten als Abfangjäger vor der Abwehr.

Links oben in den Winkel

Anderlecht begann wie erwartet: bissig, laufstark und mit drei Stürmern, die früh störten und bei Ballbesitz die Flucht nach vorne suchten. Ein abgefälschter Fernschuss von Jan Polak (6.), den Rensing problemlos parierte, blieb aber zunächst die einzig nennenswerte Offensiv-Aktion der Gastgeber.

Spielbestimmend waren von Beginn an die Bayern. Schweinsteiger zog mit viel Übersicht die Fäden im Mittelfeld, ein Herz fasste sich als Erster aber Altintop. In der neunten Minute zog er aus 28 Metern und halbrechts vor dem RSC-Strafraum einfach mal ab - der Ball schlug zum 1:0 im linken Torwinkel ein.

An den Pfosten

Es dauerte gut zehn Minuten, bis sich Anderlecht von diesem frühen Rückschlag erholte, dann weckte sie Thomas Chatelle auf. Nach einem feinen Pass in die Gasse stürmte der rechte Flügelstürmer des RSC in den FCB-Strafraum, sein Schuss fast vom rechten Fünfmetereck klatschte an den Pfosten (21.).

Plötzlich war der „Hexenkessel“ Constant Vanden Stock da. Es begann eine Druckphase der Gastgeber, in der sich die Bayern zu viele Ballverluste leisteten und sich so nur schwer befreien konnten. Trotzdem hielten sich die Münchner hinten schadlos und kamen durch einen Fernschuss von Van Bommel (33.), den RSC-Keeper Daniel Zitka sicher hielt, sogar zu einer kleinen Chance.

Finale furioso

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit schien es somit bei der knappen FCB-Führung zu bleiben, das furiose Finale sollte aber noch kommen. In der 43. Minute zückte Schiedsrichter Olegario Benquerenca gegen Anderlechts Marcin Wasilewski zur Überrschung aller Zuschauer Gelb-Rot. Der Rechtsverteidiger war erst eine Minute zuvor wegen eines Foulspiels verwarnt worden. Nach einem Gerangel mit Luca Toni, der ebenfalls Gelb sah und damit im Rückspiel fehlt, schickte der Unparteiische Wasilewski dann zum Duschen - eine harte Entscheidung.

Doch das sollte noch nicht der Schlusspunkt der ersten Halbzeit sein. In der Nachspielzeit flankte Philipp Lahm noch einmal vors RSC-Tor und am zweiten Pfosten drosch Toni die Kugel volley in die Maschen - 2:0 (45.+1). Dann war Pause. „Das Spiel hat perfekt für uns begonnen mit dem Tor von Hamit Altintop“, war Uli Hoeneß zufrieden, „das war Gift für Anderlecht.“

Podolski eiskalt

Mit zwei frischen Kräften kamen die Bayern aus der Kabine. Für Toni und Schweinsteiger spielten fortan Miroslav Klose und Franck Ribéry, was auch zu einer Systemänderung führte. Podolski rückte neben Klose in den Sturm - Hitzfeld stellte auf das bewährte 4-4-2 um.

Den ersten Akzent der zweiten 45 Minuten setzten aber die Hausherren, die mit einem Mann weniger um den Anschlusstreffer kämpften. Mit einem Schuss aus spitzem Winkel verfehlte Chatelle (50.) das FCB-Tor nur knapp. Jubeln durften aber erneut die Bayern. Nach einem Bilderbuchkonter über Ribéry schoss Podolski (57.) allein vor Zitka sicher zum 3:0 ein.

Raum zum Kontern

Die Partie war nun endgültig entschieden, auch wenn Anderlecht zumindest noch den Ehrentreffer wollte. Guillaume Gillet (59.) verfehlte mit einem Fernschuss sein Ziel aber deutlich - mehr Möglichkeiten des RSC ließ die FCB-Defensive zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht zu.

Der Offensivdrang der Gastgeber bot den Bayern zudem Raum zum Kontern, den die Münchner auch nutzten. Nachdem Klose und Podolski zunächst eine gute Chance ungenutzt ließen (65.), machten es Ribéry und Klose zwei Minuten später besser. Nach Querpass des Franzosen brauchte der deutsche Nationalstürmer nur noch einschieben - 4:0 (67.).

In den Winkel

In der Schlussphase schalteten die Münchner einen Gang zurück und ließen das letzte Quäntchen Entschlossenheit vor dem Tor vermissen. Klose (78.) und Jose Ernesto Sosa (82.) konnten Zitka so nicht überwinden. Auf der Gegenseite vergaben Polak (80.) und Ahmed Hassan (83.) letzte Schusschancen. Den Schlusspunkt setzte aber der überragende Ribéry: In der 86. Minute schoss er einen 18-Meter-Freistoß zum 5:0-Endstand in den Torwinkel.

Für fcbayern.de in Anderlecht: Nikolaus Heindl

Weitere Inhalte