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1:1 in Nürnberg

Podolski rettet FCB einen Punkt

Der 21. Meistertitel rückt für den FC Bayern immer näher. Am 26. Spieltag kam der Rekordmeister nach aufopferungsvollem Kampf zu einem 1:1 (0:1)-Unentschieden im bayrischen Derby beim 1. FC Nürnberg und verteidigte acht Runden vor Saisonende seinen Sieben-Punkte-Vorsprung auf den Hamburger SV (1:1 gegen Arminia Bielefeld).

Vor 46.780 Zuschauern in der ausverkauften Nürnberger WM-Arena brachte ausgerechnet der frühere Münchner Zvjezdan Misimovic den „Club“ kurz vor der Halbzeit in Führung (44. Minute). Nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang sicherte der eingewechselte Lukas Podolski (81.) dem FCB mit seinem ersten Saisontreffer den verdienten Punktgewinn.

Lahm auf der Altintop-Position

Gegen den fränkischen Nachbarn musste Hitzfeld seine siegreiche Elf aus dem Leverkusen-Spiel auf drei Positionen verändern. Für Hamit Altintop (Mittelfußbruch), Mark van Bommel (Gelbsperre) und den kurzfristig ausgefallenen Martin Demichelis (Kopfverletzung) rückten Christian Lell, Andreas Ottl und Daniel van Buyten in die Anfangsformation. Altintops Part im rechten Mittelfeld übernahm etwas überraschend Philipp Lahm. „Er ist ein ähnlicher Typ wie Hamit Altintop. Laufstark, spielintelligent und ballsicher“, begründete Hitzfeld diese Maßnahme.

Ungeachtet der Umstellungen startete der FCB im ICE-Tempo in die Partie. Bereits nach neun Sekunden setzte Zé Roberto Luca Toni in Szene, der aber aus kurzer Distanz am Nürnberger Torwart Blazek scheiterte. Beim nachfolgenden Eckball wurde Jansens Schuss abgeblockt. Zwei Minuten später wurde ein vielversprechendes Zusammenspiel zwischen Zé Roberto und Ribéry abgeblockt.

Nürnberg mit mehr Torgefahr

Auch in der Folgezeit kontrollierten die Münchner das Geschehen, allerdings ohne dabei echte Torgefahr zu erzeugen. Der „Club“ benötigte knapp zehn Minuten, um seine Ordnung und damit besser ins Spiel zu finden. Auch wenn der FCB spielerisch überlegen war, kamen die Gastgeber mit schnellen Kontern immer wieder zu aussichtsreichen Chancen. Koller (13.) per Kopf und Saenko (21.) von der Strafraumgrenze gaben die ersten Schüsse Richtung Oliver Kahn ab.

Mitte der ersten Halbzeit war die Partie ausgeglichen. Die Münchner agierten zu umständlich und nicht zielstrebig genug in der Offensive, der Tabellenvorletzte aus Nürnberg blieb weiterhin die aggressivere und gefährlichere Mannschaft. Pinolas Gewaltschuss aus 20 Metern verfehlte nur knapp das Ziel (24.), kurz darauf prüfte Engelhardt (33.) den FCB-Kapitän aus der zweiten Reihe.

Ex-Bayer Misimovic trifft

Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit hatte der Spitzenreiter wieder eine Möglichkeit, doch Tonis Schuss aus 20 Metern ging weit über das Nürnberger Tor (43.). Als sich alle schon auf ein torloses Remis zur Pause eingestellt hatten, schlug der ehemalige Münchner Misimovic eiskalt zu. Der Bosnier nahm ein Zuspiel von Saenko auf und versenkte den Ball aus 18 Metern im rechten Torwinkel. 1:0 für den „Club“, gleichzeitig der Halbzeitstand.

„Wir haben gut begonnen in den ersten zehn Minuten, dann haben wir nachgelassen und der Club hat das Heft in die Hand genommen. Nürnberg hat die meisten Zweikämpfe gewonnen, Bayern hat dem Gegner viel zu viel Platz gelassen“, lautete das Halbzeitfazit von FCB-Präsident Franz Beckenbauer.

Podolski für Klose

Hitzfeld reagierte auf den Rückstand, Podolski ersetzte mit Wiederbeginn den erneut fleißigen aber glücklosen Klose. Es dauerte allerdings zehn Minuten, ehe sich der Nationalstürmer erstmals in Szene setzen konnte: Nach herrlichem Rückpass von Ribéry schoss er aus elf Metern Torentfernung vorbei.

Auf der Gegenseite vergab Koller (59.) kurz darauf die große Chance zum 2:0, als er nach Flanke von Vittek und einem Fehler von Lell aus sieben Metern am glänzend reagierenden Kahn scheiterte. Nur zwei Minuten später rettete Kahn im Herauslaufen 30 Meter vor dem Tor gegen den heranstürmenden Wolf.

Offener Schlagabtausch

Es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch. Der FCB, bei dem Sosa und Schweinsteiger für Lell und Ottl in die Partie kamen, drängte auf den Ausgleich, doch die Nürnberger waren mit ihren gefährlichen Gegenstößen dem 2:0 näher als die Gäste dem 1:1. In der 72. Minute hatte Toni den Ausgleich auf dem Fuß, doch Blazek parierte im Nachfassen.

Erst in der 81. Minute erlöste Podolski den FC Bayern, als er nach genialem Ribéry-Zuspiel frei vor Blazek auftauchte und zum 1:1-Ausgleich traf. Danach versuchten die Bayern noch alles, um vielleicht doch noch drei Punkte mit nach Hause zu nehmen - es blieb jedoch beim leistungsgerechten Unentschieden.

Für fcbayern.de in Nürnberg: Carsten Zimmermann

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