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4:1 gegen den Meister

Fast-Meister FCB entthront Stuttgart

Ausgerechnet gegen den amtieren Meister VfB Stuttgart hat der FC Bayern seinen 21. Meistertitel so gut wie perfekt gemacht. In einem packenden Südgipfel bezwang der Rekordchampion am Sonntag den entthronten Titelverteidiger mit 4:1 (1:1) und baute seine Tabellenführung gegenüber den punktgleichen Verfolgern Schalke 04 und Werder Bremen auf zwölf Punkte aus. Damit benötigt die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld aus den verbleibenden vier Spielen nur noch einen Punkt, um die Meisterschaft endgültig perfekt zu machen.

Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena war es einmal mehr Luca Toni, der seine Mannschaft in der 8. Minute in Führung brachte. Antonio da Silva (19.) gelang kurz darauf mit einem von Mark van Bommel unglücklich abgefälschten Freistoß aus 35 Metern der Ausgleich für die offensiv ausgerichteten Schwaben, die dem FCB aber nur 60 Minuten Paroli bieten konnten. Van Bommel (55.) und der eingewechselte Franck Ribéry (75./76.) mit einem Doppelschlag machten nach der Pause alles klar für den designierten Meister.

Klose überraschend dabei

Wie im Vorfeld der Partie angekündigt nahm Hitzfeld gegen die Schwaben zahlreiche Änderungen vor. Gleich sechs Spieler tauschte er in seiner Anfangsformation aus. Oliver Kahn, Philipp Lahm, Lucio, Zé Roberto, Franck Ribéry und Lukas Podolski blieben draußen, für sie rückten Michael Rensing, Christian Lell, Daniel van Buyten, Willy Sagnol, Andreas Ottl und Luca Toni in die Startelf. Überraschend wirkte auch Miroslav Klose mit, der sich im letzten Spiel gegen St. Petersburg einen Trümmerbruch des Nasenbeins zugezogen hatte.

Vom Anpfiff weg entwickelte sich ein Spiel, in dem beide Mannschaften ohne großes Taktieren den Vorwärtsgang einlegten. Dabei hatte der FCB in der Anfangsphase leichte Feldvorteile und nutzte gleich die erste Chance zur Führung. Nach einer Hereingabe von Van Bommel schlug VfB-Verteidiger Delpierre über den Ball und Toni staubte aus kurzer Distanz zum 1:0 ab (8.). Für den Italiener war dies bereits der 21. Saisontreffer.

Van Bommel im Pech

Sechs Minuten später stand Delpierre erneut im Mittelpunkt, als er Klose auf dem Weg zum Tor nur per Foulspiel bremsen konnte. Der Stuttgarter sah dafür die Gelbe Karte, den fälligen Freistoß setzte Schweinsteiger aus 22 Metern über das Tor. Der Titelverteidiger zeigte sich vom Rückstand wenig beeindruckt und antwortete mit ersten zielstrebigen Angriffen. Gomez gab in der 16. Minute den ersten Warnschuss ab, doch Rensing wehrte mit den Fäusten ab.

Nur drei Minuten später landete der Ball doch im Tor von Kahn-Vertreter Rensing. Van Bommel fälschte einen Freistoß von Da Silva aus 35 Metern fast unmerklich aber doch entscheidend ab, Rensing im Tor konnte dem Ball nur machtlos hinterher schauen. 1:1 (19.). Der VfB hatte nun mehr vom Spiel und folgerichtig auch die besseren Chancen. Tasci (23.) per Kopf, Hilbert (33.) mit einer verunglückten Flanke, die auf der Querlatte landete und Cacau (35.) aus 25 Metern ließen diese jedoch ungenutzt.

Van Bommel im Glück

Die Münchner kamen nach dem Ausgleich nur noch einmal gefährlich vor das Stuttgarter Tor, doch Ottl scheiterte nach energischem Einsatz mit einem sehenswerten Volleyschuss von der Strafraumgrenze am Stuttgarter Schlussmann Schäfer (26.). Ansonsten verbuchte der FCB zwar die größeren Spielanteile, doch der VfB gewann die entscheidenden Zweikämpfe. Mit dem insgesamt leistungsgerechten 1:1 ging es in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung offen und spannend. Toni (51.) vergab die erste Chance für die Münchner aus halbrechter Position, im Gegenzug zielte Hilbert (52.) aus 16 Metern etwas zu hoch. Drei Minuten später ging der FC Bayern erneut in Führung. Van Bommel ließ mit einem wuchtigen Freistoßaufsetzer aus 21 Metern Schäfer keine Chance und traf mit seinem zweiten Saisontor zum 2:1.

Ribérys erster Doppelpack

Kurz danach war Schluss für Van Bommel und Sagnol, für sie kamen Ribéry und Zé Roberto neu ins Spiel. Der VfB reagierte wie in Halbzeit eins mit energischen Angriffen. Pardo (62., 63.) und Bastürk (63.) versuchten es aus der Distanz, doch entweder verfehlten sie knapp oder scheiterten an Rensing. Wie es besser geht zeigte Ribéry in der 75. Minute, als er das Leder mit einem satten Rechtsschuss aus 25 Metern im Torwinkel versenkte. 3:1 für den FCB.

Doch damit nicht genug. Keine 60 Sekunden später versetzte Ribéry Delpierre und Osorio im Stuttgarter Strafraum und schob diesmal mit links den Ball flach ins Eck zum 4:1. Das war natürlich die Entscheidung, der Widerstand der Schwaben war nun vollends gebrochen. In der Schlussphase hätte der FCB das Ergebnis noch höher gestalten können, doch der eingewechselte Podolski (84, 86.) vergab zwei Mal völlig frei vor Schäfer.

Für fcbayern.de in der Allianz Arena: Carsten Zimmermann

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