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Finalkrimi gegen Dortmund

Pokalsieger! Toni sichert Bayern den 'Pott'

Der FC Bayern ist DFB-Pokalsieger 2008! Im Finale besiegte der FC Bayern am Samstagabend Borussia Dortmund nach Verlängerung mit 2:1 (1:1, 1:0) und holte damit zum 14. Mal den „Pott“ nach München.

Vor 74.244 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion war Luca Toni der Matchwinner. Der Italiener erzielte beide Treffer für die Münchner (11. Minute, 103.), die das Spiel zunächst dominierten, nach dem Last-Minute-Ausgleich von Mladen Petric (90.+2) aber in die Verlängerung mussten. Dortmund, das nach einer gelb-roten Karte gegen Jakub Blaszczykowski ab der 108. Minute in Unterzahl spielte, bot den Bayern einen leidenschaftlichen Kampf, am Ende jubelte aber der FCB.

Rotation auch im Finale

Rechtzeitig zum Pokalfinale konnte Ottmar Hitzfeld seine beste Elf aufbieten. Die zuletzt angeschlagenen Miroslav Klose und Mark van Bommel kehrten gegen den BVB in die Anfangsformation zurück, zu der auch Oliver Kahn, Martin Demichelis, Philipp Lahm und Zé Roberto nach ihrer Verschnaufpause wieder zählten. Im Vergleich zum 3:1-Sieg in Frankfurt drei Tage zuvor wechselte der FCB-Trainer also die halbe Mannschaft aus. Michael Rensing, Willy Sagnol, Daniel van Buyten, José Sosa, Andreas Ottl und Toni Kroos machten Platz für die sechs Neuen.

Bei Dortmund konnte Keeper Marc Ziegler nach überstandenen Knieproblemen auflaufen, dafür fehlte etwas überraschend FCB-Leihgabe Mats Hummels in der Innenverteidigung. Die Routiniers Christian Wörns und Ex-Bayer Robert Kovac sollten der schlechtesten Abwehr der Bundesliga Stabilität verleihen und die rot-weiße Offensive stoppen.

Ribéry, Toni, Tor

Anders als beim 5:0-Erfolg gegen den BVB sechs Tage zuvor, sah sich der FC Bayern in Berlin erst einmal heftiger Gegenwehr ausgesetzt. Zwar überließen die Dortmunder den Münchnern das Spiel, machten ihnen in den ersten Spielminuten aber mit verbissenen Zweikämpfen das Leben schwer. Zum ersten Mal sorgte der FCB so aus der Distanz für Torgefahr. Lahms 30-Meter-Schuss war eine sichere Beute für BVB-Keeper Ziegler (5.).

Mit fortschreitender Spieldauer kamen die Bayern dem Borussen-Tor aber immer näher. In der elften Minute war es schließlich soweit. Van Bommel bediente Ribéry mit einem langen Pass auf dem linken Flügel, der Franzose ließ seinen Gegenspieler Rukavina stehen, flankte an den Fünfmeterraum und Toni drückte die Kugel zum 1:0 über die Torlinie.

Erst dominant, dann nachlässig

Nach der Führung spielte praktisch nur noch der FC Bayern. Fast ununterbrochen blieben die Münchner in Ballbesitz und ließen den BVB kaum mehr aus der eigenen Hälfte herauskommen. Zu weiteren Chancen kam der FCB gegen die geballte Dortmunder Defensive meist nach Flanken oder Standardsituationen. Van Bommel (17.) und Klose (20., 25., 27.) brachten den Ball aber nicht im Tor unter.

Nach einer halben Stunde schalteten die Bayern einen Gang zurück und ließen die letzte Entschlossenheit in ihrem Spiel vermissen. So kam die Borussia zurück ins Spiel und hätte vor der Pause beinahe den Ausgleich erzielt. Florian Kringe prüfte zunächst Kahn mit einem Fernschuss (31.), dann verfehlte er mit einer Volleyabnahme aus elf Metern das Tor (41.). Vier Minuten später warf sich Lucio im letzten Moment in einen Fünf-Meter-Schuss von Tinga und rettete so das verdiente, aber knappe 1:0 in die Halbzeit.

Klose im Pech

Nach Wiederanpfiff stand die Partie auf des Messers Schneide. Dortmund war mit neuem Mut aus der Kabine gekommen und drängte auf den Ausgleich. Aber auch die Bayern suchten mit einem zweiten Tor die Vorentscheidung und wären nach zwei Eckbällen von Ribéry beinahe belohnt worden. Erst köpfte Klose aber nur an den Außenpfosten (51.), dann kratzte Blaszczykowski den Kopfball des FCB-Stürmers von der Torlinie (53.), Zé Robertos Nachschuss ging am Tor vorbei.

Doch auch die Borussia blieb gefährlich. In der 56. Minute rettete Demichelis vor dem einschussbereiten Alexander Frei, wenig später verfehlten sowohl der BVB-Stürmer als auch Oliver Kahn eine Flanke nur um Zentimeter (64.). Die größten Gelegenheiten in dieser Phase hatte aber Kringe, der nach Petric-Flanke aus fünf Metern in die Arme von Kahn schoss (66.) und kurz darauf per Kopf das Außennetz traf (68.). Auch Tinga (73.) brachte den Ball nicht im Tor unter.

Podolski trifft Kovac

Und die Bayern? Die Münchner taten sich Mitte der zweiten Halbzeit schwer, die Partie zu beruhigen, leisteten sich zu viele Ballverluste im Aufbauspiel und kamen nur noch selten zum Torabschluss. Toni trat in der 63. Minute nach feinem Zusammenspiel mit Zé Roberto über den Ball, kurz darauf endete ein 18-Meter-Kracher von Bastian Schweinsteiger am Außennetz (68.).

Nach 78 Minuten hätte das 2:0 aber fallen müssen. Zunächst parierte Ziegler gegen Ribéry aus nächster Nähe per Fußabwehr, den Abpraller musste der eingewechselte Podolski nur noch ins Tor schießen, doch der Nationalspieler traf aus elf Metern Kovac - es blieb beim 1:0.

Petric in letzter Minute

In der Schlussphase warf Dortmund noch einmal alles nach vorne, BVB-Trainer Thomas Doll wechselte mit Nelson Valdez einen weiteren Offensivspieler ein (86.), zuvor war bereits Diego Klimowicz neu ins Spiel gekommen (71.). Dennoch sahen die Bayern bis zur 90. Minute wie der sichere Sieger aus, dann gab es Eckball für den BVB: Die Bayern bekamen den Ball nicht aus dem Strafraum und am linken Fünfmeterreck kam Petric zum Schuss - Lahm versuchte noch auf der Torlinie zu klären, aber umsonst: 1:1 (90.+2).

Bei diesem Ergebnis blieb es, als Schiedsrichter Knut Kircher die Partie kurz darauf abpfiff, es gab Verlängerung. Hier erwischte der BVB den besseren Start: Kringe zwang Kahn im FCB-Tor mit einem 18-Meter-Schuss zu einer Glanzparade (100.). Dann schlugen die Bayern zurück. Podolski schoss aufs Tor und Toni fälschte den Ball gegen die Laufrichtung von Dortmunds Schlussmann Keeper Ziegler ab zum 2:1 (103.).

Platzverweis für Blaszczykowski

Diesen Vorsprung ließen sich die Bayern jetzt nicht mehr nehmen. Spätestens nach der gelb-roten Karte für Blaszczykowski hatten sie die Partie unter Kontrolle und hätten das Ergebnis sogar noch ausbauen können. Podolski (115.) und Ribéry (120.+1) scheiterten aber an Ziegler. Der Rest war eine rot-weiße Jubelfeier.

Für fcbayern.de im Berliner Olympiastadion: Nikolaus Heindl

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