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1:1 gegen St. Petersburg

Ribérys Tor reicht nicht gegen Zenit

Der FC Bayern hat es verpasst, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel im UEFA-Cup-Halbfinale zu erspielen. Nach 90 spannenden Minuten musste sich der Bundesliga-Tabellenführer gegen Zenit St. Petersburg mit einem 1:1(1:0)-Unentschieden begnügen und fährt damit wie schon im Viertelfinale gegen Getafe mit der Bürde nach Russland, dort mindestens ein Tor erzielen zu müssen.

Vor 66.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena boten die Münchner vor allem in der ersten Hälfte eine Klasse-Vorstellung und gingen durch Franck Ribéry (18.) verdient mit 1:0 in Führung. Nach der Pause konnte der russische Meister das Spiel offener gestalten und kam auch zum glücklichen Ausgleich, als Lucio in der 60. Minute unglücklich ins eigene Tor traf. Im zweiten Halbfinale trennten sich Glasgow Rangers und der AC Florenz 0:0.

Podolski für Toni

Fünf Tage nach dem Pokalsieg in Berlin nahm Chefcoach Hitzfeld lediglich zwei Änderungen in der Startelf vor. Für den gelb-gesperrten Luca Toni stürmte erwartungsgemäß Lukas Podolski an der Seite von Miroslav Klose. Und auf der Linksverteidigerposition rückte Marcell Jansen in die Anfangsformation. Philipp Lahm wechselte dafür auf die rechte Seite, Christian Lell nahm zunächst auf der Bank Platz.

Die Bayern schalten vom Anpfiff weg den Vorwärtsgang ein und hatten bereits nach 61 Sekunden die erste gute Möglichkeit. Nach Flanke vom Marcell Jansen und Kopfballverlängerung von Podolski kam Bastian Schweinsteiger aus 13 Metern frei zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig.

Ribéry verwandelt im Nachschuss

Mit Tempofußball und flüssigen Kombinationen setzte der frischgebackene Pokalchampion die Russen mächtig unter Druck. Besonders Ribéry war in der ersten Halbzeit kaum zu bremsen und setzte seine Mitspieler immer wieder geschickt in Szene. Der Franzose war es auch, der nach 18. Minuten die 1:0-Führung erzielte, als er einen Foulelfmeter im Nachschuss verwandelte. Fernando Ricksen hatte zuvor Zé Roberto mit einem Kung-Fu-Tritt im Strafraum zu Fall gebracht.

Auch im Anschluss spielten die Bayern mutig nach vorne und erspielten sich eine Reihe guter Abschlussgelegenheiten. Die beste vergab Zé Roberto in der 27. Minute, als er nach herrlichem Steilpass von Klose frei vor Zenit-Keeper Vyacheslav Malafeev auftauchte, aus spitzem Winkel aber deutlich verzog. Martin Demichelis mit einem Kopfball (23.), Lucio mit einem strammen 23-Meter-Schuss (30.) und Schweinsteiger von der Strafraumgrenze (43.) scheiterten jeweils am Schlussmann der St. Petersburger.

Konzentrierte Abwehrarbeit

So gut die Hitzfeld-Truppe nach vorne agierte, so konzentriert machte sie auch ihre Arbeit in der Defensive, wo Lucio und Demichelis kaum einen Zweikampf verloren. In der 23. Minute konnte sich Konstantin Zyrianov einmal am Strafraum der Bayern durchsetzen, seinen Schuss aus halblinker Position parierte der kaum beschäftigte Oliver Kahn aber sicher. Glück hatten die Bayern dann in der Nachspielzeit, als Jansen einen Kopfball von Ivica Krizanac zwei Meter vor der Torlinie wegschlagen konnten.

Auch die zweite Hälfte begann mit einer guten Chance für die Hausherren. Klose spielte von der Grundlinie zurück auf Ribéry, der Franzose trat aber frei über den Ball. Schweinsteiger scheiterte anschließend abermals an Malafeev (48.). Auf der Gegenseite zielte Viktor Fayzulin aus 18 Metern knapp einen Meter links am Tor vorbei. Bei dieser Szene klemmte sich Kahn einen Nerv im Lendenwirbelbereich ein und musste nach 67 Minuten gegen Michael Rensing ausgewechselt werden.

Unglücksrabe Lucio

Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:1. Ausgerechnet dem bärenstarken Lucio unterlief in der 60. Minute ein Eigentor, als er eine Flanke von links unglücklich ins eigene Tor köpfte. Nur eine Minute zuvor wäre Podolski beinahe das 2:0 gelungen, doch sein Schuss wurde von Roman Shirokov geblockt. Innerhalb von 60 Sekunden hatten die Bayern also gleich doppelt Pech zu beklagen.

Nach einer kurzen Schockphase drängten die Bayern in der Schlussphase mit aller Macht noch mal auf den Siegtreffer. Lucio hatte diesen in der 79. Minute auf dem Fuß, als Malafeev den 18-Meter-Knaller des Brasilianers aus dem Winkel fischte. Aber auch die Russen hatten noch zwei sehr gute Gelegenheiten. Zunächst klärte Zé Roberto in der 83. Minute nach einem Getümmel im Bayern-Strafraum kurz vor der Linie. In der 89. Minute strich ein Schuss von Arshavin um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

Podolski hat Siegtreffer auf dem Fuß

In der Nachspielzeit bot sich dann Podolski eine erstklassige Chance, doch der Nationalstürmer vergab frei aus acht Metern. Bei Lucios Versuch aus spitzem Winkel parierte erneute Malafeev glänzend und rettete seiner Mannschaft damit das glückliche 1:1, das den Russen für das Rückspiel in St. Petersburg einen kleinen Vorteil verschaffen hat.

Für fcbayern.de in der Allianz Arena: Dirk Hauser

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