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3:1 nach 0:1

Zehn Bayern drehen Partie gegen Bochum

Was für ein Spiel! Nach großartigem Kampf haben zehn Bayern gegen den VfL Bochum mit 3:1 (1:1) gewonnen und damit am 27. Spieltag einen großen Schritt zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft gemacht. In der Tabelle führt der Rekordmeister nun mit neun Punkten vor dem Zweiten FC Schalke 04 und kann mit breiter Brust zum Rückspiel im UEFA-Cup am Donnerstag beim FC Getafe fahren.

69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena erlebten eine Partie, die sie so schnell nicht vergessen werden. Mimoun Azaouagh brachte die Bochumer in der vierten Minute mit einem „Sonntagsschuss“ in Führung, die ab der 27. Minute und der Gelb-Roten-Karte für Mark van Bommel sogar in Überzahl spielten. Der bärenstarke Lucio (31.) mit seinem ersten Bundesligatreffer seit Oktober 2005 noch vor der Pause, sowie Franck Ribéry per Handelfmeter (74.) und Christian Lell (88.) drehten die Partie aber noch zu Gunsten des Rekordmeisters.

Lell für Jansen

Drei Tage nach dem Hinspiel und vier Tage vor dem entscheidenden Rückspiel im UEFA-Cup-Viertelfinale gegen Getafe veränderte Hitzfeld seine Mannschaft nur auf einer Position. Christian Lell rückte für Marcell Jansen in die Startelf und spielte auf seiner gewohnten Position hinten rechts in der Viererabwehrkette, Philipp Lahm wechselte dafür auf links. Im Sturm schenkte der Bayern-Coach wie schon am Donnerstag beim 1:1 gegen Getafe Lukas Podolski das Vertrauen. Gemeinsam mit Goalgetter Luca Toni sollte der Nationalstürmer gegen den VfL für die entscheidenden Tore sorgen. Miroslav Klose saß dafür erneut auf der Ersatzbank.

Von dort aus konnte er mitverfolgen, wie Franck Ribéry schon in der dritten Minute die Führung auf dem Fuß hatte. Nach feinem Zuspiel von Toni verzog der Franzose frei aus 16 Metern halblinker Position aber deutlich. Besser macht es Azaouagh auf der Gegenseite. Nicht angegriffen zog der Ex-Schalker aus 25 Metern einfach mal ab und traf für Oliver Kahn unhaltbar genau ins Kreuzeck – das 1:0 für den VfL in der 4. Minute.

Ribéry verpasst knapp

Die Bayern zeigten sich geschockt von diesem Rückstand und fanden zunächst überhaupt nicht zu ihrem Spiel. Bochum stand kompakt in der Abwehr und störte die Münchner immer wieder schon früh in der eigenen Hälfte. Trotzdem bot sich Ribéry in der 16. Minute die riesengroße Chance zum Ausgleich. Frei vor VfL-Keeper Jan Lastuvka ließ er nach perfektem Zuspiel von Toni diese aber ungenutzt und setzte den Ball knapp am Tor vorbei.

Auch danach tat sich die Hitzfeld-Truppe weiter schwer, zu klaren Aktionen vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Bochum hielt in dieser Phase super dagegen und war in den Zweikämpfen auch meist ein Schritt schneller und auch aggressiver. Gefährlich waren die Bayern nur bei Standardsituation. So wie in der 25. Minute, als Lucio eine Kopfballverlängerung von Martin Demichelis volley nahm, aus ganz spitzem Winkel aber haarscharf am Tor vorbeizielte.

Weiners harte Entscheidung

Zwei Minuten später mussten der FCB den nächsten Schock verkraften. Nach einem harmlosen Zweikampf im Mittelfeld zeigte Schiedsrichter Michael Weiner dem zuvor bereits verwarnten Mark van Bommel wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte – eine sehr harte Entscheidung der Referees, die aber so etwas wie der letzte Weckruf für den FCB war.

Angetrieben von den eigenen Fans spielte bis zur Pause nämlich nur noch eine Mannschaft. Mit viel Wut im Bauch erhöhte der Rekordmeister immer mehr den Druck und schnürte den VfL geradezu in der eigenen Hälfte ein. Die Stimmung in der Arena zum Überkochen brachte dann Lucio, der in der 31. Minute mit einem platzierten Kopfball den Ausgleich markierte. Danach boten sich Toni nach gefühlvoller Schweinsteiger-Flanke (36.) und Ribéry mit einem 20-Meter-Schuss (39.) noch die Chance zur Führung, beide scheiterten aber knapp. So blieb es nach spannenden 45 Minuten beim 1:1.

Hitzfeld mit Doppelwechsel

Nach dem Wiederanpfiff passierte zunächst lange nichts vor beiden Toren. Trotz Überzahl zogen sich die Bochumer weit zurück in die eigene Hälfte und suchten ihr Glück ausschließlich mit Kontern. Benjamin Auer vergab in der 60. Minute aus halbrechter Position die erste Torgelegenheit, als er mit seinem Schuss an Kahn scheiterte.

Hitzfeld versuchte das Offensivspiel seiner Mannschaft mit einem Doppelwechsel neu zu beleben und brachte in der 66. Minute Andreas Ottl und Klose für Schweinsteiger und Podolski. Ein Schachzug des FCB-Coaches, der den erwünschten Erfolg bringen sollte. In der 69. Minute verpasste Toni mit einem Kopfball aus sechs Metern noch knapp. Vier Minuten später konnten Hitzfeld und Co. aber doch jubeln. Nach einem Handspiel von Marc Pfertzel im Strafraum entschied Weiner auf Strafstoß. Ribéry schritt zur Tat und versenkte die Kugel unhaltbar für Lastuvka im rechten unteren Eck.

Lell macht den Deckel drauf

Die Partie war damit gedreht. Bochum warf in den Schlussminuten noch mal alles nach vorne, kam aber gegen aufopferungsvoll kämpfende Bayern zu keiner ernsthaften Ausgleichschance mehr. Lell mit seinem ersten Bundesligator überhaupt machte in der 88. Minute nach Hacke-Vorlage von Klose dann endgültig alles klar – und durch die Arena dröhnte der alte Klassiker „Deutscher Meister wird nur der FCB!“

Für fcbayern.de in der Allianz Arena: Dirk Hauser

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