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Endstation St. Petersburg

Bayern verpassen UEFA-Cup-Finale deutlich

Der FC Bayern muss seine Triple-Träume begraben. Im Halbfinal-Rückspiel des UEFA-Cups verlor der deutsche Rekordmeister am Donnerstagabend bei Zenit St. Petersburg deutlich mit 0:4 (0:2) und verpasste damit die Gelegenheit, erstmals seit 2001 wieder in ein europäisches Finale einzuziehen.

Vor 21.735 Zuschauern im Petrovsky-Stadion waren die Bayern bereits zur Pause deutlich im Hintertreffen. Mit einem Freistoß brachte Pavel Pogrebnyak Zenit schon in der 4. Minute in Führung, die Konstantin Zyrianov mit einer feinen Einzelleistung kurz vor der Pause auf 2:0 ausbauen konnte (39.). Viktor Fayzulin (54.) und erneut Pogrebnyak (73.) brachten die Russen im zweiten Durchgang dann endgültig auf die Straße nach Manchester, wo sie am 14. Mai auf die Glasgow Rangers treffen.

Toni kehrt zurück

Ottmar Hitzfeld setzt in dieser Partie auf die im Vorfeld allgemein erwartete Elf und nahm gegenüber dem Hinspiel in München nur eine Änderung vor. Luca Toni kehrt nach seiner Gelbsperre in die Anfangsformation zurück, für den Italiener nahm Lukas Podolski zunächst auf der Bank Platz. Auf der linken Abwehseite spielte erneut Marcell Jansen, von dem sich Hitzfeld „Schwung nach vorne und nach hinten Stabilität“ erhoffte. Philipp Lahm wechselte dafür auf die rechte Seite.

Hitzfelds Pendant Dick Advocaat musste gegenüber dem 1:1 in der Allianz Arena drei gesperrte Spieler ersetzen, darunter Mittfeldstar Andriy Arshavin. Der Argentinier Alejandro Dominguez übernahm dessen Position, Aleksandr Anyukov und Olexandr Gorshkov spielten für die ebenfalls zum Zuschauen gezwungenen Ricksen und Sirl auf den Außenbahnen in der Viererabwehrkette.

Shirokov klärt auf der Linie

Die Bayern begannen schwungvoll und hatten bereits nach 90 Sekunden eine gute Gelegenheit zur Führung, als Miroslav Klose aus spitzem Winkel den Ball volley nahm, Roman Shirokov aber auf der Linie klären konnte. Das erste Tor schossen aber die Russen. Pavel Pogrebnyak traf in der 4. Minute mit einem Freistoß aus 22 Metern zum 1:0. Der Schuss des Zenit-Goalgetters ging durch die Mauer der Bayern und war so für Oliver Kahn unhaltbar.

Kahns Vorderleute zeigten sich ob des Rückstands aber wenig geschockt und übernahmen gleich wieder die Initiative. Zeitweise lief der Ball flüssig durchs Mittelfeld, nur zum Abschluss kamen die Bayern kaum einmal. Zé Roberto mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (8.) und Franck Ribéry aus ähnlicher Distanz (19.) waren die wenigen Ausnahmen. Die beste Ausgleichschance hatte Toni in der 26. Minute, als er aus kurzer Entfernung knapp über das Tor köpfte.

Zyrianov mit dem zweiten Streich

Zu diesem Zeitpunkt hatte Zenit die Partie längst offen gestalten können. Aleksandr Anyukov vergab in der 21. Minute eine erstklassige Chance, als er aus halbrechter Position am gut reagierenden Kahn scheiterte und Lucio den Ball dann wegschlagen konnte. Besser machte es dann Konstantin Zyrianov aus ähnlicher Position. Mit einer Körpertäuschung versetzte er an der Strafraumgrenze Zé Robeto, drang dann ungehindert in den Strafraum ein ließ auch Kahn mit seinem Schuss keine Abwehrchance - das 2:0 für Zenit (39.). So blieb es auch bis zur Pause.

Mit zwei Veränderungen gingen die Bayern in den zweiten Abschnitt. Lukas Podolski und Christian Lell kamen für Zé Roberto und Jansen ins Spiel. Die Hitzfeld-Truppe begann entschlossen und druckvoll und hatte durch Toni eine glänzende Chance zum Anschlusstreffer. Wunderbar freigespielt von Podolski scheiterte der Italiener aber am prächtig reagierenden Vyacheslav Malafeev (49.). Auch Bastian Schweinsteiger fand mit einem wuchtigen 20-Meterschuss seinen Meister in Zenits Schlussmann (53.).

Pogrebnyak schnürt den Doppelpack

Die Bayern hatten sich gerade in der Hälfte der Russen festgesetzt, als sie sich einen verhängnisvollen Konter einfingen. Nach einer Rechtsflanke stand Viktor Fayzulin ganz frei und köpfte zum 3:0 ein (54.). Die Bayern brauchten nun schon drei Tore, um ins Finale einzuziehen.

Hitzfelds brachte mit Sosa für Klose seinen letzten Joker, und wer weiß, was in diesem Spiel noch möglich gewesen wäre, hätte Podolski eine seiner beiden guten Chancen genutzt. Doch sowohl in der 61. als auch in der 70. Minute ließ er die nötige Kaltschnäuzigkeit im Abschluss vermissen. Pogrebnyak (73.) mit seinem zweiten Treffer zerstreute dann endgültig alle Zweifel am Finaleinzug des russischen Meisters. Für die Bayern war es gleichzeitig die höchste Europapokal-Niederlage seit fast 17 Jahren.

Für fcbayern.de im Petrovsky-Stadion: Dirk Hauser

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