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11:5 in Darmstadt

Ein Schützenfest für den guten Zweck

Der FC Bayern hat am Dienstagabend ein Benefizspiel beim hessischen Oberliga-Meister SV Darmstadt 98 mit 11:5 (6:4) gewonnen. Vor 19.800 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor erzielte der nach Saisonende zu Hannover 96 wechselnde Jan Schlaudraff allein sieben Treffer. Die weiteren Tore für den Rekordmeister markierten Lukas Podolski, Ze Roberto, Daniel van Buyten und Bastian Schweinsteiger. „Es ist ein gutes Ergebnis für ein Freundschaftsspiel. Es war für beide Mannschaften ein kleines Spektakel“, sagte FCB-Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem Schlusspfiff.

Die Zuschauer- und Fernseh-Einnahmen aus dem Spiel werden unter den Gastgebern und dem SSV Ulm aufgeteilt. Die ebenfalls in argen Finanznöten steckenden Schwaben - Heimatverein von FCB-Manager Uli Hoeneß - hatten aus organisatorischen Gründen die Austragung der Partie an die Darmstädter abgeben müssen. „Jetzt können wir beiden Vereinen mit dem Geld helfen“, sagte Hoeneß in der Halbzeitpause.

Hitzfelds Notizblock füllt sich

Besonders im ersten Abschnitt kamen die Fans beider Mannschaften kaum aus dem Jubeln heraus. Schlaudraff eröffnete bereits in der sechsten Minute den Torreigen. Rudi Hübner (22.) und Oberliga-Toptorjäger Sebastian Glasner (27.), der von einem zu kurz geratenen Rückpass von Willy Sagnol profitierte, brachten die Hessen erstmals in Führung. Michael Rensing, der den erkälteten Oliver Kahn vertrat, war bei beiden Treffern machtlos. Schlaudraff sorgte dann für den zwischenzeitlichen Ausgleich (29.).

Der Hessen-Meister antworte aber prompt. Alvano Kröh (30.) und Ex-Bundesligaspieler Michael Anicic (36.) brachten die „Lilien“ mit 4:2 in Führung - das Böllenfalltor kochte fast über. FCB-Coach Hitzfeld („Das hat mir nicht so gepasst!“) notierte derweil eifrig in seinen Notizblock, Manager Hoeneß schaute ziemlich grimmig drein. Bis zum Pausenpfiff gab es aber wieder fröhliche Gesichter auf der Bayern-Bank, wo auch Luca Toni und Franck Ribéry saßen. Die beiden noch leicht angeschlagenen Topstars des FCB hatten bereits vor dem Anpfiff ganze Arbeit beim Autogrammschreiben geleistet.

Brenos Premierentreffer

Alle gemeinsam sahen sie vier Bayern-Tore innerhalb von sieben Minuten durch Schlaudraff (38.), Podolski (39.), erneut Schlaudraff (39.) sowie Breno (45.). Für den brasilianischen Winter-Neuzugang war es der erste Treffer im Bayern-Trikot. Zwischenzeitlich hatte Andreas Ottl noch die Latte getroffen (42.).

Mit vier Wechseln gingen die Bayern in die zweite Hälfte. Schweinsteiger, Mark Van Bommel, Philipp Lahm und Van Buyten ersetzen José Sosa, Zé Roberto, Christian Lell und Martin Demichelis. Auch die Darmstädter, die am Mittwochabend das Halbfinale im Hessen-Pokal beim Bezirksoberligisten SV Weidenhausen bestreiten, wechselten bis zum Schlusspfiff munter durch.

Schlaudraff macht sieben auf einem Streich

Weiter dabei war aber Schlaudraff, der an diesem Abend gar nicht genug vom Torschießen bekommen konnte. In der 53. und 66. Minute machte er sein halbes Dutzend voll zum Zwischenstand von 9:4. Van Buyten hatte nach einer Stunde den Treffer zum 8:4 beigesteuert. Zweistellig machten den Sieg dann Schweinsteiger (77.).

Dann war wieder Schlaudraff an der Reihe. Der Ex-Aachener traf elf Minuten vor dem Ende zum 11:4 und hatte damit aus Münchner Sicht den Startschuss und den Schlusspunkt zu diesem munteren Schützenfest gesetzt. „Er hat ein Super-Spiel gemacht und ein paar herrliche Tore geschossen“, lobte ihn Hitzfeld nach dem Schlusspfiff. Das letzte Tor des Abends gelang aber einem Darmstädter. In der Schlussminute schoss Daniel Rasch zum umjubelten 5:11 ein. Hitzfeld sagte: „Wir sind sehr gerne hierher gekommen.“

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