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Unter Klinsmanns Augen

FCB II macht großen Schritt Richtung 3. Liga

Einen besseren Zeitpunkt für den Besuch eines Heimspiels der zweiten Mannschaft des FC Bayern hätte Jürgen Klinsmann nicht wählen können. Unter den Augen des künftigen FCB-Cheftrainers feierten die „kleinen“ Bayern am Dienstagabend einen 3:1 (2:0)-Sieg gegen den Karlsruher SC II und machten dadurch einen großen Schritt Richtung Dritte Liga. Als Tabellensiebter hat das Team von Trainer Hermann Gerland nun bei vier ausstehenden Partien fünf Punkte Vorsprung auf den elften Rang, der als erster nicht zur Qualifikation für die Dritte Liga reichen würde.

Vor 360 Zuschauern im Grünwalder Stadion waren die „kleinen“ Bayern das bessere Team. Deniz Yilmaz per Doppelschlag (19., 25.) und Daniel Sikorski (59.) mit seinem neunten Saisontor trafen für die Münchner, die Gäste konnten nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer durch Christopher Bieber (54.) nur kurz hoffen. Insgesamt erwies sich der FCB als das spielstärkere und torgefährlichere Team, das zudem seinen Vorsprung abgeklärt und zweikampfstark verteidigte.

Badstuber zurück

Gerland war nach dem Schlusspfiff natürlich „zufrieden. Ich bin froh, dass wir die drei Punkte hierbehalten haben“, sagte der Trainer des FCB II, „jetzt haben wir die Qualifikation in der eigenen Hand.“ Gäste-Trainer Rainer-Krieg gratulierte den Bayern zu den drei Punkten: „Der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung.“

Vier Tage nach dem Sieg in Kassel änderte Gerland seine Anfangself auf zwei Positionen. Nach abgesessener Gelb-Sperre kehrte Holger Badstuber zurück ins defensive Mittelfeld und Vitus Nagorny begann im Sturm. Für diese beiden räumten Georg Niedermaier sowie Mehmet Ekici die Plätze und saßen zunächst auf der Ersatzbank.

KSC im Stau

Auf dem Rasen bestimmten von Beginn an die Münchner die Partie, die mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen wurde, nachdem die Gäste bei der Anreise in einem Stau stecken geblieben waren. Die Gerland-Elf zog gekonnt ihr Spiel auf und versuchte, entweder über die Flügel oder mit langen Bällen auf den kopfballstarken Nagorny zum Torabschluss zu kommen. Erste Möglichkeiten ließen nicht lange auf sich warten. Nagorny (3.) und Sikorski (7.) brachten das KSC-Tor aber noch nicht ernsthaft in Gefahr.

Das änderte sich, als Sikorski nach einer Viertelstunde aus 25 Metern Maß nahm. Der Ball setzte vor dem Tor noch tückisch auf dem holprigen Boden auf, doch Karlsruhes Keeper Thomas Unger lenkte ihn mit letztem Einsatz um den Pfosten (15.). Vier Minuten später war Unger dann aber geschlagen. Yilmaz profitierte von einem Missverständnis zwischen dem KSC-Schlussmann und Ole Schröder und schoss den Ball zum 1:0 ins leere Tor (19.).

Yilmaz zum Zweiten

Nur wenig später zappelte das Leder erneut im Tor der Gäste, wieder hatte Yilmaz seinen Torriecher unter Beweis gestellt. Nach Flanke von Stephan Fürstner war der FCB-Stürmer einen Schritt schneller als KSC-Keeper Unger und köpfte aus fünf Metern zum 2:0 ein (25.).

Noch vor Wiederanpfiff musste Yilmaz allerdings mit einem Muskelfaserriss vom Platz, für ihn wurde Mittelfeldakteur Mehmet Ekici eingewechselt, Sikorski rückte als zweite Spitze in den Sturm. Aber nicht nur die FCB-Formation, auch das Spiel änderte sich. Der KSC, der bis dato in der Offensive nur durch einen Freistoß von Matthias Heckenberger (21.) aufgefallen war, wurde nun aktiver und gefährlicher.

2:0 zur Pause

In der 30. Minute klärte Badstuber im letzten Moment vor dem einschussbereiten Marc Schnatterer, wenige Sekunden später landete eine Direktabnahme von Daniel Borsinski aus 18 Metern knapp neben dem FCB-Tor. Auch Schnatterer verfehlte kurz darauf aus viel versprechender Position im FCB-Strafraum sein Ziel (35.). Dies blieb aber die letzte Chance der Gäste in der ersten Halbzeit. Die Bayern hatten sich mittlerweile besser auf den plötzlichen Vorwärtsdrang der Badener eingestellt. Zur Pause blieb es so beim 2:0.

Mit zwei frischen Angreifern und neuem Mut kamen die Karlsruher aus der Kabine aufs Feld zurück. Die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang hatte zwar der FCB durch einen Fernschuss von Nagorny (52.), druckvoller agierte aber der KSC - und profitierte schließlich von einem Fehler in der Viererkette des FCB. Timo Heinze und Christian Saba behinderten sich gegenseitig, der eingewechselte Bieber tauchte allein vor Thomas Kraft auf und überwand den Bayern-Schlussmann im zweiten Versuch zum 1:2 (54.).

Clevere Bayern

Die Antwort der Bayern ließ genau fünf Minuten auf sich warten, dann stellte Sikorski den alten Abstand wieder her. Nach einem Eckball von Fürstner trat zunächst Nagorny über den Ball, im Rückraum lauerte aber sein Sturmpartner und schoss den Ball aus 14 Metern ins Tor - 3:1 (59.).

Diesen Vorsprung verteidigten die Münchner anschließend geschickt über die Zeit. Sie überließen den Gästen weitgehend das Spiel, hielten sie aber vom eigenen Strafraum fern. FCB-Torwart Kraft war nur noch nach einem Eckball gefordert, als er gegen Fabian Wilhelmsen reaktionsschnell parierte (77.). Ansonsten hatten die Bayern die Partie jederzeit unter Kontrolle, hätten kurz vor Schluss durch Sikorski (85.) beinahe noch einen vierten Treffer erzielt und gingen am Ende verdient als Sieger vom Platz.

Für fcbayern.de im Grünwalder Stadion: Nikolaus Heindl

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