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8:0 in Nördlingen

FCB feiert Torfest im Gerd-Müller-Stadion

Am 3. November 1945 erblickte Gerd Müller in der Bergerstraße im schwäbischen Nördlingen das Licht der Welt. Knapp 63 Jahre später, am 19. Juli 2008, wurde einer der besten Stürmer aller Zeiten endgültig zur lebenden Legende in seiner Geburtsstadt. Das örtliche Stadion „Rieser Sportpark“ trägt seit diesem Tag den Namen „Gerd-Müller-Stadion“. „Das ist schon eine tolle Sache“, so Müller zu dieser Auszeichnung der ganz besonderen Art.

Natürlich war der ehemalige „Bomber der Nation“, der in seiner Fußball-Karriere gefühlte 1000 Tore im Trikot des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft geschossen hat, selbst bei der feierlichen Zeremonie zur Umbenennung anwesend. Um 16.30 Uhr circa war es, als auf der Anzeigentafel erstmals der neue Stadion-Name in großen Buchstaben aufleuchte. 10.500 Zuschauer klatschten dazu.

Noch ohne Lahm und Co.

Die waren gekommen, um die Nachfolger von Gerd Müller im Bayern-Trikot zu sehen. Jürgen Klinsmann und seine Mannschaft gaben sich die Ehre zum Testspiel bei Lokalmatador TSV Nördlingen, der in diesem Jahr gleichzeitig den 100. Geburtstag seiner Fußballabteilung feiert.

Mit 8:0 (3:0) gewannen die Bayern nach unterhaltsamen 90 Minuten standesgemäß gegen den Landesligaabsteiger, dem damit der Ehrentreffer vergönnt blieb. TSV-Trainer Norbert Brandt dürfte trotzdem nicht unzufrieden gewesen sein. „Alles, was nicht zweistellig ist, ist ein Erfolg", hatte er im Vorfeld gesagt.

FCB spielt 3-4-3

Klinsmann verzichtete wie angekündigt auf die erst am Donnerstag ins Training eingestiegenen sieben EM-Teilnehmer und auch auf Luca Toni. Nicht dabei waren ebenso José Sosa (Olympia-Vorbereitung) und Zé Roberto (Trauerfall in der Familie). Zu ihrem ersten Einsatz in der Vorbereitung kamen Lucio, Martin Demichelis und Willy Sagnol. Alle drei hatten vor einer Woche beim 7:1-Testspielauftakt in Lippstadt gefehlt.

Aufgrund der vielen Ausfälle ließ Klinsmann seine Mannschaft in der taktischen Formation 3-4-3 auflaufen - und alle mit der Trikot-Nummer 9 wie einst Gerd Müller. Den Torreigen eröffnete Mark van Bommel, der wie in Lippstadt die Mannschaft als Kapitän anführte. Vor der Pause trafen noch Joseph Ngwenya und Andreas Ottl, Toni Kroos scheiterte kurz vor dem Seitenwechsel mit einem Foulelfmeter. Für Gerd Mülles Namensvater Thomas war die Partie schon nach knapp einer halben Stunde beendet. Der Nachwuchsstürmer musste angeschlagen von Platz, für ihn kam Deniz Yilmaz ins Spiel.

Müller neben Klinsmann

Der machte das, für was Gerd Müller berühmt wurde: Toreschießen. Der Amateure-Stümer erhöhte nach der Pause mit einem Doppelschlag auf 5:0, Demichelis machte das halbe Dutzend voll. Mit seinem zweiten Treffer sorgte Ngwenya für das 7:0. Den 8:0-Endstand markierte dann Yimaz mit seinem insgesamt dritten Treffer an diesem Nachmittag. Gerd Müller hatte all dies ganz gespannt an der Seite von Jürgen Klinsmann auf der Trainerbank verfolgt: „Was ich heute erlebt habe, war schon einmalig."

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