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1:1 gegen Braunschweig

Hajdarovic rettet FCB II einen Punkt

Die zweite Mannschaft des FC Bayern hat die Rote Laterne der Dritten Liga wieder abgegeben. Am 17. Spieltag bestätigte das Team von Trainer Mehmet Scholl mit einem 1:1 (0:0) gegen den Tabellendritten Eintracht Braunschweig seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen. Durch den Punktgewinn kletterte der FCB II in der Tabelle vom 20. auf den 18. Platz, nur ein Punkt fehlt zu den Nicht-Abstiegsrängen.

Vor 1.500 Zuschauern im Grünwalder Stadion meldeten die „kleinen“ Bayern die Braunschweiger in der ersten Halbzeit komplett ab, verpassten es aber, ein Tor zu erzielen. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte gingen plötzlich die Gäste mit ihrer ersten Chance durch Kingsley Onuegbu (50. Minute) in Führung. Die Bayern gaben aber nicht auf und Nazif Hajdarovic erzielte fünf Minuten vor dem Schlusspfiff den verdienten Ausgleich.

Scholl zufrieden

„Wir können mit diesem Punkt sehr gut leben“, war Scholl nach dem Schlusspfiff „mit dem Ergebnis und dem Einsatz, den meine Mannschaft gezeigt hat, zufrieden“. Trotz zahlreicher Ausfälle habe das Team auch nach dem Rückstand an sich geglaubt. „Es ist ein anderer Wind in der Mannschaft.“ Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht hingegen war enttäuscht: „Ich denke, unsere Fans fahren genauso traurig nach Hause wie wir. Aber insgesamt kann man von einem gerechten 1:1 sprechen.“

Aufgrund der Sperren für Danny Schwarz, Deniz Yilmaz und Maximilian Haas war Scholl gezwungen, seine Startformation zu ändern. Wie erwartet rückte Tom Schütz in die Innenverteidigung, seine Außenverteidigerposition übernahm Diego Contento. Im defensiven Mittelfeld lief Mario Erb für Schwarz auf, im Sturm spielte Saer Sene für Yilmaz. Doch Scholl hatte noch eine Überraschung in petto: Im rechten Mittelfeld begann der 17 Jahre alte Christoph Knasmüllner, der überhaupt erstmals zum Kader des FCB II zählte.

Junge Bayern-Elf

Im Gedenken an den verstorbenen Nationaltorhüter Robert Enke begann die Partie mit einer Schweigeminute, beide Mannschaften trugen zudem Trauerflor. Nach dem Anpfiff war dann vom großen Abstand der beiden Teams in der Tabelle nichts zu sehen. Die jungen Bayern - klammert man Routinier Christian Saba (30 Jahre) aus, hatte die Startelf ein Durchschnittsalter von nicht einmal 20 Jahren - räumten in der Defensive konsequent ab, in der Offensive zeigten sie vor allem über Alaba, Ekici und Sene einige sehenswerte Angriffszüge.

Im Laufe der ersten Halbzeit erspielte sich das Scholl-Team so ein Übergewicht, vor dem gegnerischen Tor fehlte ihm allerdings die Durchsetzungskraft. Schüsse von Sene (13., 35.) waren zu harmlos, ein Kopfball von Schütz (30.) war kein Problem für Braunschweigs Keeper Marjan Petkovic. Kurz vor der Pause hatte Alaba schließlich das 1:0 auf dem Fuß, spitzelte den Ball nach feiner Vorarbeit von Sene aber aus sechs Metern am Tor vorbei (37.).

Kraft kaum gefordert

Auf der Gegenseite musste FCB-Schlussmann Thomas Kraft in den ersten 45 Minuten nicht einmal ernsthaft eingreifen. Bei Flanken der Braunschweiger war er souverän zur Stelle, mehr gab es für ihn bis zur Pause nicht zu tun. Torlos gingen beide Mannschaften in die Kabinen.

Dort fanden die Gäste offenbar ihr Selbstvertrauen wieder. Denn nach Wiederanpfiff agierte die Eintracht druckvoller, ohne jedoch die Bayern vor Probleme zu stellen - und dennoch ging Braunschweig in Führung. Nach Steilpass von Mirko Boland tankte sich der bislang völlig abgemeldete Onuegbu durch, scheiterte zunächst aus nächster Nähe an Kraft, beförderte den Ball aber im Nachsetzen zum 0:1 ins leere Tor (50.).

Fast das 0:2

Vom plötzlichen Rückstand zeigten sich die „kleinen“ Bayern wenig geschockt. Nach einem ungefährlichen Distanzschuss von Contento (54.) hätte Sene in der 62. Minute beinahe den Ausgleich erzielt: Der FCB-Angreifer enteilte seinen Bewachern, schoss den Ball aber aus halblinker Position neben das Tor.

Danach hatten die Münchner weiter mehr vom Spiel, kamen aber kaum mehr zum Abschluss. Fast hätten sie sogar das 0:2 kassiert, als sich Onuegbu im Strafraum durchsetzte, an Kraft scheiterte und im Nachschuss Dennis Kruppke am leeren Tor vorbeischoss (70.).

Vorlage von Knasmüllner

In der Schlussviertelstunde wurde der Druck des FCB II dann wieder größer. Manuel Duhnke prüfte Eintracht-Keeper Petkovic mit einem Distanzschuss (77.), der ebenfalls eingewechselte Hajdarovic wurde im letzten Moment abgeblockt (85.), doch noch in der selben Minute konnte der FCB-Stürmer jubeln: Nach Pass von Knasmüllner entwischte er der gegnerischen Abwehr und überwand Petkovic zum 1:1.

Am Ende hätten die Bayern sogar drei Punkte mitnehmen können, doch zwei Minuten vor dem Schlusspfiff zielte Sene mit einem Seitfallzieher knapp am Tor vorbei. So blieb es beim 1:1.

Für fcbayern.de im Grünwalder Stadion: Nikolaus Heindl

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