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Packender Pokalfight

Kampf der FCB-Frauen nicht belohnt

Der große Traum der FCB-Frauen vom DFB-Pokalfinale ist einmal mehr geplatzt. Am Sonntagnachmittag verlor das Team von Trainer Thomas Wörle das Halbfinale gegen den 1. FFC Turbine Potsdam nach großem Kampf mit 2:4 (2:3) und muss damit weiter auf den ersten Final-Einzug seit 1990 warten. Um den Titel spielen am 26. März in Köln Potsdam gegen Frankfurt.

Vor 1.180 Zuschauern im Sportpark Aschheim lieferten die Münchnerinnen dem großen Favoriten einen packenden und hochklassigen Pokalfight. Nach der frühen 3:0-Führung für die Gäste durch Viola Odebrecht (13.), Yuki Nagasato (15.) und Anja Mittag (20.) kämpften sich die FCB-Frauen noch einmal heran. Carina Wenninger (36.) und Petra Wimbersky (39.) verkürzten noch vor der Pause auf 2:3. Nach dem Seitenwechsel scheiterte Sylvie Banecki an der Latte (54.), dann entschied Potsdam durch Natasa Andonova (74.) die Partie. Überragende Spielerin auf dem Platz war Fatmire Bajramaj, die drei der vier Gästetreffer vorbereitete.

Guter Start

Mit einem Durchschnitt von 22 Jahren vertraute FCB-Coach Thomas Wörle gegen den Champions-League-Sieger, Meister, und Bundesliga-Spitzenreiter erneut einer sehr jungen Elf. Die Münchnerinnen zeigten gleich, dass sie gewillt waren, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Mit aggressivem Zweikampfverhalten und schnellen Angriffszügen setzten sie den Potsdamerinnen zu. Vanessa Bürki hatte schon in der 7. Minute das 1:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an der gut aufgelegten Gäste-Torfrau Sarholz.

Die zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung gelang jedoch Potsdam. Bajramaj setzte sich im Strafraum gegen Steffi Mirlach durch, flankte nach innen, wo Odebrecht den Ball mühelos ins leere Tor schoss - 0:1 (13.). Nur zwei Minuten später der nächste Rückschlag für die FCB-Frauen. Diesmal fand ein Heber vor dem Tor die freistehende Nagasato, die volley zum 2:0 traf. Auch beim dritten Potsdamer Treffer kurz darauf (20.) präsentierte sich die FCB-Defensive ungeordnet: Bajramaj verlängerte eine Flanke mit dem Hinterkopf und die freistehende Mittag erhöhte auf 3:0.

Wenninger bricht den Bann

Die Gäste kontrollierten in dieser Phase das Spiel, doch die Bayern legten den Schock nach dem FFC-Dreierpack schnell ab. Sylvie Banecki (17.) hätte schon beim Stand von 0:2 beinahe verkürzt, scheiterte aber an Sarholz. In der 24. Minute rettete die Potsdamer Torfrau auch gegen die durchgebrochene Wimbersky, Lena Lotzen und Julia Simic konnten ihre Nachschuss-Chance nicht nutzen.

Die Bayern suchten nach Ballgewinn den direkten Weg zum gegnerischen Tor und kamen zu weiteren Möglichkeiten. Vanessa Bürki (32.) schoss über das Tor, gegen Lotzen (35.) rettete einmal mehr Sarholz. Doch nach dem anschließenden Eckball war auch die Potsdamer Keeperin geschlagen. Wenninger schoss den Ball aus fünf Metern ins Tor - 1:3 (36.).

Münchner Schlusspunkt

Beinahe hätten die Torbienen gleich nach dem Wiederanpfiff den alten Abstand wiederhergestellt: Mittag, freigespielt von Bajramaj, schoss aber am Tor vorbei (36.). Den Schlusspunkt der ersten Hälfte setzten die Münchnerinnen: Wimbersky rutschte in eine flache Hereingabe von Sylvie Banecki und bugsierte den Ball an Sarholz vorbei zum 2:3 ins Tor (39.).

Nach der Halbzeitpause erhöhte Potsdam den Druck und suchte die Vorentscheidung. Bajramaj zielte erste knapp daneben (51.), dann scheiterte sie am Pfosten (57.), dann wurde sie im letzten Moment von der eingewechselten Sandra De Pol am Torschuss gehindert (61.). Mittag scheiterte mehrfach (57., 61.) in bester Position an FCB-Torfrau Kathrin Längert. In der 66. Minute hob sie den Ball frei vor Längert über das Tor.

Kampf bis zum Schluss

Und die FCB-Frauen? Die hielten mit viel Kampf dagegen und sorgten immer wieder mit eigenen Angriffen für Entlastung. Beinahe hätte Sylvie Banecki sogar das 3:3 erzielt, ihr Schuss von der Strafraumgrenze klatschte aber an die Unterkante der Latte und von dort zurück ins Spielfeld (54.). Dies blieb aber die einzig nennenswerte Möglichkeit der Gastgeberinnen in dieser Phase.

Potsdam blieb am Drücker. Gegen Jennifer Zietz (70.) parierte Längert, dann war auch die FCB-Torfrau machtlos. Die zur Pause eingewechselte Andonova köpfte eine Bajramaj-Flanke zum 2:4 ins Tor (74.). Mit der Einwechslung von Ivana Rudelic (76.) für Sarah Puntigam versuchte Wörle, noch einmal für frischen Wind zu sorgen. Die Stürmerin war gerade eine Minute auf dem Platz, da verhinderte erneut Aluminium einen FCB-Treffer: Wimbersky traf mit einem Freistoß aus 30 Metern das Kreuzeck, den Nachschuss setzte Bürki neben das Tor (77.). Bis zum Schlusspfiff kämpften die FCB-Frauen noch einmal um den Anschluss, wurden aber nicht mehr belohnt.

Für fcbayern.de in Aschheim: Nikolaus Heindl

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