
- Herzlicher Empfang für Ballon d‘Or-Sieger Harry Kane
- Beeindruckende Choreo der Bayern-Fans
- Ein halbes Dutzend Tore gegen Zweitligisten
Und weiter herrscht Feierlaune beim FC Bayern: Nur zwei Tage nach dem triumphalen Erfolg von Harry Kane beim Ballon d‘Or erreichte der Rekordpokalsieger das Achtelfinale im DFB-Pokal dank eines 6:1 (2:1) in Runde 2 über den Zweitliga-Fünften 1. FC Magdeburg.
Die Partie begann mit einem offensiven Paukenschlag – auf beiden Seiten: Bereits nach 21 Minuten hatten die 75.000 in der ausverkauften Allianz Arena drei Treffer gesehen: Während Zukowski für die Gäste zwischenzeitlich ausgeglichen hatte (15.), harmonierten beim FC Bayern Ismael Saibari und Michael Olise. Beide trafen je nach Vorarbeit des anderen zum 1:0 (Olise, 7.) und 2:1 (Saibari, 21.). Während der FC Bayern das Spiel dominierte, versuchten sich die Gäste immer wieder mutig im Konterfußball per Flachpassspiel nach vorne zu kombinieren. Mehr als ein Pfostenschuss sprang für Magdeburg aber vor der Pause nicht mehr hinaus.
Der Knockout kam in Hälfte zwei früh für den tapferen Zweitligisten: Nach nur sechs Minuten verwandelte Olise einen Elfmeter lässig zum 3:1 für den FC Bayern, Alphonso Davies (70.) und Nathaniel Brown (73.) per Doppelschlag sowie David Santos Daiber (90.+3) schraubten das Ergebnis bis auf 6:1 in schwindelige Höhen.
Damit erreichte der FC Bayern das Achtelfinale im DFB-Pokal auch ohne eine Minute Einsatzzeit des neuen Ballon d‘Or-Gewinners, Harry Kane, der 90 Minuten auf der Bank blieb. Am Samstag dann wird der Torjäger aber gebraucht, wenn mit Borussia Dortmund der Tabellenzweite zum Bundesliga-Kracher in die Allianz Arena kommt.
Wir haben die Szenen des Spiels kurz und knapp zusammengefasst:

Vor Spielbeginn: Knisternde Pokal-Atmosphäre in der Arena
Vor Spielbeginn: Knisternde Pokal-Atmosphäre in der Arena

Für eine knisternde Pokal-Atmosphäre hatten schon vor Anpfiff die Bayern-Fans mit ihrer eindrucksvollen Choreografie gesorgt. Auf der Bank blieb zunächst der aktuelle Weltfußballer Harry Kane, neben unserem Torjäger, den Ismael Saibari ersetzte, bekam auch Dayot Upamecano eine Pause. In der Innenverteidigung begann für den französischen Nationalspieler Hiroki Ito.

10. Minute: Saibari und Olise mit der Führung
10. Minute: Saibari und Olise mit der Führung

Lautstark angepeitscht von beiden Fangruppen – die Gäste aus Magdeburg hatten reichlich Anhang mit in die Allianz Arena gebracht –, hielten sich beide Clubs nicht lange mit Geplänkel auf. Vor allem der FC Bayern übernahm frühzeitig das Kommando und spielte zielstrebig nach vorn.
Eine erste Kostprobe der bayerischen Offensivwucht lieferte Michael Olise, der von Halblinks mit seinem etwas schwächeren rechten Fuß allerdings nur das Außennetz traf (7.). Nur zwei Minuten später zirkelte Ismael Saibari den Ball von der anderen Seite des Strafraums den Ball um Zentimeter über den Magdeburger Querbalken (9.).
Die Spieler der ersten beiden Chancen besorgten nur 60 Sekunden später gemeinsam die frühe 1:0-Führung für den Favoriten: Saibari war in den Raum gestartet, Lennart Karl legte das Spielgerät passgenau in den Lauf des Marokkaners, der allein vor Magdeburgs Schlussmann den mitgelaufenen Olise sah. Der Franzose musste nur noch einschieben: 1:0 (10.).

15. Minute: Überraschender Ausgleich
15. Minute: Überraschender Ausgleich

Doch Magdeburg schlug überraschend und vor allem postwendend zurück: Nach einem Ballverlust der Münchner im gegnerischen Strafraum präsentierten sich die Bayern in der Rückwärtsbewegung zu passiv. Dadurch durfte Felipe Chávez, Bayern-Leihgabe für diese Saison beim FCM, den Ball unbedrängt durchs Mittelfeld Richtung Bayern-Strafraum tragen. Auch Mateusz Zukowski wurde nach Zuspiel von Chávez zu viel Platz gelassen – und sein abgefälschter Schuss aus 18 Metern fiel neben Jonas Urbig zum Ausgleich ins Bayern-Tor (15.).

21. Minute: Olise und Saibari mit der Führung
21. Minute: Olise und Saibari mit der Führung

Diesmal genau andersherum wie beim 1:0: Olise setzte Saibari von halbrechts mit einem feinen Steckpass in Szene, unsere Nummer 34 sah sich dadurch nur noch Magdeburg-Keeper Dominik Reimann gegenüber und legte den Ball gefühlvoll an ihm vorbei zum 2:1 ins Netz (21.). Damit war Olise in 119 Pflichtspielen für den FC Bayern bereits an 105 Toren direkt beteiligt - einzig Harry Kane im gleichen Zeitraum an mehr (138).
Und beinahe das 3:1! Ein satter Schussversuch von Tom Bischof verfehlte sein Ziel nur haarscharf. In der ersten halben Stunde verbuchte der FC Bayern sieben Torschüsse.

42. Minute: Lennart Karl knapp vorbei
42. Minute: Lennart Karl knapp vorbei

In der Folge verlor die Partie etwas an Tempo und Torszenen, der FC Bayern spielte sich rund um den Sechzehnmeterraum der Magdeburger fest – ohne jedoch Chancen zu kreieren. Erst als der spielfreudige Saibari auf Karl ablegte, wurde es wieder gefährlich – Nollenberger klärte den Schuss zur Ecke.
Glück hatte der FC Bayern auf der Gegenseite: Quasi mit dem Halbzeitpfiff zog Atik noch einmal ab, der Ball prallte rechts von Jonas Urbig an den Pfosten.

51. Minute: Olise mit einem Elfmeter-Kunstwerk zum 3:1
51. Minute: Olise mit einem Elfmeter-Kunstwerk zum 3:1

Doch die Hoffnung auf einen erneuten Ausgleich, auf ein Pokalwunder vielleicht, die die Magdeburger mit in die Kabine nahmen, sie hielt genau noch vier Minuten. Dann spielte der eingewechselte Alphonso Davies einen Doppelpass mit dem auffälligen Saibari, startete in den Strafraum – und wurde von Nadjombe am Arm gehalten. Den fälligen Strafstoß verwandelte Michael Olise. Während Magdeburgs Reimann in die eine Ecke sprang, chippte der Franzose den Ball künstlerisch in die andere: 3:1 (51.). Ein Elfmeter so schön wie ein Kunstwerk, das zwölfte Pflichtspieltor bereits von Olise in dieser Spielzeit.

70. Minute: Alphonso Davies mit dem 4:1
70. Minute: Alphonso Davies mit dem 4:1

Mit zunehmender Spielzeit und abnehmender Kräfte bei den Gästen wurde der Klassenunterschied zwischen dem Zweitliga-Fünften und dem Bundesliga-Tabellenführer größer. Und Lennart Karl hatte das 4:1 auf dem Fuß: Nach Ballgewinn von Konrad Laimer in der Magdeburger Vorwärtsbewegung und Zuspiel auf Karl, legte der 18-Jährige sich den Ball auf den feinen linken Fuß und zirkelte ihn in Richtung Kreuzeck – Reimann verhinderte mit einer starken Parade in höchster Not den Torschrei.
Machtlos war der Gästekeeper dann wieder nach 70 Minuten – und wieder war Youngster Karl beteiligt, der auf Zuspiel von Pavlović von rechts in den Strafraum dribbelte und den Ball vor Reimann quer legte. Dort sprintete Alphonso Davies herbei und war vor seinen Gegenspielern am Ball, wuchtete den Ball zur endgültigen Vorentscheidung über die Magdeburger Torlinie zum 4:1.
Die Bilder vom Pokalspiel gegen Magdeburg in der Galerie:

73. Nene Brown mit dem fünften Treffer
73. Nene Brown mit dem fünften Treffer

Nun drohte die Partie auch durch mehrere Spielerwechsel an Schwung zu verlieren, Magdeburg hatte den Mut mit all dem Rückenwind eines 6:1-Sieges über Karlsruhe aus der Liga allmählich verloren. Nach vorn jedenfalls kombinierte sich nur noch der FC Bayern – nun auch mit frischen Beinen. Lennart Karl flanke zielgenau auf Alphonso Davies, der den Ball gekonnt mit der Brust aus der Luft pflückte und auf Nathaniel Brown ablegte. Im Fallen schickte unsere Nummer elf das Spielgerät ins lange Eck: 5:1 (73.).

90.+3: David Santos Daiber setzt den Schlusspunkt
90.+3: David Santos Daiber setzt den Schlusspunkt

Der Schlussstrich unter einen herrlichen Pokalabend blieb einem Youngster vorbehalten: David Santos Daiber erhielt den Ball gut 20 Meter vor dem Tor, lief noch zwei Schritte und schickte den Ball halbhoch ins lange Eck zum 6:1. Es war das erste Profitor des 19-Jährigen.
FC Bayern - 1. FC Magdeburg 6:1 (2:1)
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