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Die Reise geht weiter: 5 Champions League-Geschichten, die Ihr kennen müsst | FC Bayern

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Flieg, Chefkoch, flieg! Mit dem Viererpack von Serge Gnabry bei Tottenham begann 2019 die Reise zum Sextuple.
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Die Reise geht weiter: 5 Champions League-Geschichten, die Ihr kennen müsst

Säbener Stories – das ist die Kolumne für alle, die den FC Bayern München leben und lieben. Hier geht es um die ruhmreiche Vergangenheit und die spannende Gegenwart des Rekordmeisters.

Die Champions League-Vorrunde 2025/26 ist im Kasten: Mit dem 2:1 bei PSV Eindhoven und Platz zwei der 36er-Tabelle schaffen wir es direkt ins Achtelfinale. Die Reise Richtung Budapest geht weiter! Wir üben vorsichtshalber schon mal Ungarisch. „FC Bayern Forever Number One“ heißt „FC Bayern, örökre az első számú“. Aber von der Isar bis an die Donau ist es noch ein weiter Weg.

Souverän in die nächste Runde gestürmt? Das war in unserer Champions League-Geschichte nicht immer so. Wir haben viel erlebt, wir haben gelitten und gefeiert. Zum Start 1992 waren wir gar nicht dabei, nach Platz zehn (!) in der Liga. Erst 1994 hieß es endlich: Servus, Europa, mia san da!

Seither haben wir in der Königsklasse alles mitgemacht – von dramatischen Wutreden bis zu torreichen Spektakeln. Ein Blick zurück auf fünf Geschichten, die jeder FC Bayern-Fan kennen sollte.

1994/95: Premiere mit Herzklopfen

Der Champions League-Start nach zwei Jahren Anlauf gleicht einer Achterbahnfahrt. Giovanni Trapattoni, der Mister, der erfolgreichste Trainer der Welt, soll den FC Bayern wieder zur Weltmarke formen. Der Kader glänzt mit Namen wie Jean-Pierre Papin – von Präsident Franz Beckenbauer liebevoll „Schapapapa“ getauft – und dem für die Rekordsumme von 4,6 Millionen Mark verpflichteten Oliver Kahn. Man sollte noch viel von ihm hören.

Ein Anfang ist gemacht: Torschütze Mehmet Scholl und Marcel Witeczek feiern 1994 gegen Kiew den ersten Champions-League-Treffer des FC Bayern.
Ein Anfang ist gemacht: Torschütze Mehmet Scholl und Marcel Witeczek feiern 1994 gegen Kiew den ersten Champions-League-Treffer des FC Bayern. | © Imago

Doch die Vorrunde ist geprägt vom Premieren-Zittern. Besonders schmerzhaft: Die ersten Duelle überhaupt mit Paris Saint-Germain – beide verloren! George Weah tanzt durch unsere Abwehr, ein Trapattoni-Catenaccio ist nicht einmal zu erahnen. Zwei Siege gegen Dynamo Kiew retten das Weiterkommen. Die stolze Champions League-Geschichte des FC Bayern beginnt nicht allzu ruhmreich.

Im Halbfinale ist nach einer 2:5-Watschn beim späteren Endspielsieger Ajax Amsterdam Schluss. Und ganz ehrlich: Im Finale wäre es für diesen FC Bayern trotz Kahn, Matthäus, Scholl und Papin wohl sehr schwer geworden.

2000/01: In 78 Tagen von der Hölle in den Himmel

Die Nacht des 6. März 2001. Nach der 0:3-Klatsche in der Zwischenrunde bei Olympique Lyon herrscht im Grand Hôtel de la Cité Schockstarre. Bayern muss die Lehrstunde einer Mannschaft verdauen, die Franz Beckenbauer so einordnet: „Das ist Olympique Lyon! Das ist nicht Real Madrid, Barcelona oder Manchester United.“ Der fuchsteufelswilde Präsident hält beim Bankett die Mutter aller Wutreden – Trapattoni hin, Trapattoni her.

Auch ein Fußballgott rutscht mal aus: Carsten Jancker beim 0:3 in Lyon.
Auch ein Fußballgott rutscht mal aus: Carsten Jancker beim 0:3 in Lyon. | © Imago

Beckenbauer zerlegt die Mannschaft regelrecht. „Lyon hat Fußball gespielt, wir haben nicht Fußball gespielt. Das ist eine andere Sportart, die wir spielen“, poltert er und wettert über die „Uwe Seeler-Traditionsmannschaft“.

Die Demontage kitzelt den Stolz der Titanen wach. Der Kaiser fordert, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Sie überwinden ihn tatsächlich – und wie! 78 Tage nach der Hölle von Lyon steigen Kahn, Effenberg und Co. in Mailand mit dem Finalsieg gegen Valencia in den Fußballhimmel auf. Ein klassischer Fall von: Reibung erzeugt Wärme (und Titel).

2009/10: „Butt Butt Butt“ und das Wunder von Turin

Abschluss der Vorrunde am 8. Dezember 2009 bei Juventus. Es ist ein „Alles oder Nichts“-Spiel im Stadio Olimpico. Der FC Bayern steht unter Louis van Gaal kurz vor dem Aus in der Vorrunde. Nach David Trezeguets 0:1 in der 19. Minute entsprechen die Chancen aufs Weiterkommen der winterlichen Außentemperatur.

Doch dann folgt ein Moment für die Ewigkeit. Elfmeter für Bayern. Während das Stadion in Stille verfällt, spaziert Torwart Hans-Jörg Butt seelenruhig über den Platz, schnappt sich den Ball und verwandelt eiskalt gegen Gigi Buffon. „Ich schieße einfach“, sagt der Fan-Liebling später über seine stoische Ruhe. Unfassbar: Es ist sein drittes Tor gegen Juventus – mit drei verschiedenen Vereinen: HSV, Leverkusen, Bayern.

Der Schrecken von Turin: Jörg „Butt Butt Butt" trifft schon zum dritten Mal gegen Juve.
Der Schrecken von Turin: Jörg „Butt Butt Butt" trifft schon zum dritten Mal gegen Juve. | © Imago

Das Torwart-Tor bricht den Bann. Bayern spielt sich in einen Rausch, fegt die „Alte Dame“, die an diesem Abend sehr hinfällig wirkt, mit 4:1 vom Platz.

Karl-Heinz Rummenigge spricht von einer „magischen Nacht“. Ohne Fan-Liebling „Butt Butt Butt“ hätte es das spätere Finale in Madrid gegen Inter Mailand nie gegeben. Auch wenn das Endspiel verloren geht: Turin ist die Initialzündung für die moderne Ära des FCB-Fußballs. Oder wie es Louis van Gaal gewohnt trocken formuliert: „Man kann sagen, dass Juve schwach war. Man kann aber auch sagen, dass wir gut waren.“

Tod oder Gladiolen? In Turin hat sich der FC Bayern ganze Blumenwiesen verdient.

2012/13: Der „Wut-Motor“ zum Triple

Nach dem Trauma des „Finale dahoam“ herrscht an der Säbener Straße purer sportlicher Zorn. Die Gruppenphase 2012/13 entwickelt sich zur Machtdemonstration. Jupp Heynckes schwärmt: „Ich habe noch nie eine Mannschaft betreut, die sich so gut versteht und die so zielstrebig Ziele verfolgt.“ Sportvorstand Matthias Sammer gibt die Richtung vor: „Wir wollen gewinnen, gewinnen, gewinnen. Und wir wollen Titel.“ Mia san Gier!

Doch selbst auf dem Weg zur Unsterblichkeit lauern Schlaglöcher. In Minsk setzt es ein kurioses 1:3 gegen BATE Baryssau. Die Pleite dient als heilsamer Weckruf – beinahe wie 2001 in Lyon.

FC Feiern München: Thomas Müller, Franck Ribéry und Hattrick-Torschütze Claudio Pizarro jubeln 2012 beim 6:1 gegen Lille.
FC Feiern München: Thomas Müller, Franck Ribéry und Hattrick-Torschütze Claudio Pizarro jubeln 2012 beim 6:1 gegen Lille. | © Imago

Arjen Robben, Franck Ribéry und Co. steigern sich in einen Rausch: Das 6:1 gegen OSC Lille inklusive Hattrick von Claudio Pizarro ist die Geburtsstunde der unaufhaltsamen „Triple-Bayern“. Karl-Heinz Rummenigge schwärmt, dass er noch nie ein Team mit einem so „grundsoliden, seriösen und disziplinierten Charakter“ erlebt hat. Der Grundstein für den Triumph von Wembley ist gelegt.

2019/20: Die göttlichen Bayern

Es ist die Saison der totalen Dominanz. Begeisternd trotz Geisterspielen – so lässt sich der bayerische Rausch beschreiben. Doch die Geschichte beginnt mit einer historischen Kuriosität: Beim ersten Paukenschlag der Saison, dem epochalen 7:2-Sieg bei Tottenham Hotspur, sitzt Hansi Flick noch als Assistent von Niko Kovač auf der Bank. Serge Gnabry wird zum „King of London“, zum „Fourminator“, der vier Tore in der zweiten Halbzeit erzielt. Er jubelt auf Twitter: „North London is red.“

Dieser Triumph ist eine Drohung für den Rest der Fußballwelt. Die englische Presse schwärmt – und fürchtet sich vor dem „göttlichen FC Bayern“, der Tottenham eine „Horror-Show“ bereitet.

North London is red! Josh Kimmich und Serge Gnabry an einem Bayern-Abend für die Ewigkeit.
North London is red! Josh Kimmich und Serge Gnabry an einem Bayern-Abend für die Ewigkeit. | © Imago

Nur einen Monat später übernimmt Assistent Hansi Flick das Ruder, das geniale „Flick-Werk“ nimmt seinen Lauf. Mit makellosen 18 Punkten und einer Tordifferenz von +19 spielt der unwiderstehliche FCB die beste Gruppenphase der Champions League-Historie. Die Mannschaft agiert mit einem erbarmungslosen Siegeswillen.

Im gespenstisch leeren Estádio da Luz von Lissabon vollenden die Bayern beim Finalsieg gegen Thomas Tuchels PSG, was in London begann. Der King macht sein Ding, der Henkelpott kommt zurück nach München.

„Es hat noch nie so viel Spaß gemacht“, jubelt Kapitän Manuel Neuer. Am Ende steht das legendäre Sextuple. Zum ersten Mal in der Geschichte der Champions League gewinnt eine Mannschaft alle Spiele. Die unfassbaren Bayern kann 2020 niemand stoppen – nicht einmal die Pandemie.

Und so endet diese Geschichte, die 1994 mit einer Niederlage gegen PSG begonnen hat, 2020 mit einem Triumph gegen PSG. Was für eine wilde Reise – die immer und immer weitergeht!

Über den Autor: Unser Kolumnist, der „Balkonpoet“, war schon vor der WM 1974 als kleiner Münchner Bub überzeugt: „Der FC Bayern wird Weltmeister – weil da Franz Beckenbauer und Gerd Müller mitspielen.“

Gut, den Unterschied zwischen Vereinsfußball und Nationalelf musste er noch lernen. Aber an seiner Grundüberzeugung hat sich nichts geändert: Ein Spiel dauert 90 Minuten, und am Ende gewinnt der FC Bayern. Zumindest meistens.

In den Säbener Stories verbindet er jahrzehntelange Bayern-Leidenschaft mit einem amüsanten und unterhaltsamen Blick auf die Mannschaft von heute. Pack ma’s, Vincent!

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