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50 Jahre Bundesliga

Aufstiegs-Serie, Teil 1: Bayern und die Bundesliga

26. Juni 1965, 17:42 Uhr, Abpfiff im Berliner Olympiastadion, der FC Bayern besiegt Tennis Borussia Berlin mit 8:0 - jetzt ist es perfekt: Der FC Bayern ist in die Bundesliga aufgestiegen! Endlich!

Am kommenden Freitag jährt sich der Aufstieg zum 50. Mal. Anlässlich des Jubiläums blickt fcbayern.de in einer fünfteiligen Serie zurück auf die Zeit, als die jungen Wilden des FC Bayern sich aufmachten, den Fußball zu erobern. In Deutschland und der ganzen Welt.

Teil 1 der Aufstiegsserie: Bayern und die Bundesliga

Der 11. Mai 1963 war laut FCB-Chronik zum 70-jährigen Vereinsjubiläum (1970) „einer der schwärzesten Tage für den FC Bayern“. Damals erreichte die Münchner ein Schreiben vom DFB, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass sie keinen Platz in der neu gegründeten Bundesliga erhalten würden. Der Verband begründete dies damit, dass „wenigstens im Jahre der Einführung der Bundesliga“ keine zwei Vereine aus dem selben Ort an den Start gehen sollten - und als aktueller Meister der Oberliga Süd sei der TSV 1860 München gesetzt.

„Dieses für den FC Bayern niederschmetternde Schreiben des DFB löste im Verein natürlich eine Katastrophenstimmung aus. In München verstand man die Welt nicht mehr“, heißt es in der FCB-Chronik. Ein 13-seitiges Protestschreiben von Präsident Wilhelm Neudecker blieb wirkungslos. Die Bayern waren eine der erfolgreichsten Mannschaften in der Oberliga Süd, lagen in der ewigen Tabelle vor den Löwen, waren zuletzt zweimal in Folge (1962, 1963) Dritter geworden, hatten 1957 den DFB-Pokal gewonnen. „Wir Spieler haben es als schlimm empfunden, dass die Bundesliga uns nicht haben wollte“, berichtete FCB-Stürmer Rainer Ohlhauser, „wir fühlten uns einfach zurückgestuft.“

Mit viel Wut im Bauch drängten die Bayern danach Richtung Bundesliga. 1963/64 qualifizierten sie sich als Zweiter der Regionalliga Süd für die Aufstiegsrunde, doch dort schnappte ihnen überraschend Borussia Neunkirchen den Aufstiegsplatz vor der Nase weg. Ein Punkt fehlte den erneut enttäuschten Münchnern, die den anvisierten Aufstieg mit einer 0:2-Heimniederlage gegen Neunkirchen selbst verspielten.

Im Nachhinein bezeichnete Franz Beckenbauer den verpassten Aufstieg 1964 in seiner Autobiographie „Gentleman am Ball“ als „vielleicht das große Glück“ für den FC Bayern. „Eine weitere Saison in der Regionalliga tat gerade uns jungen Spielern sichtlich gut.“ Trainer Zlatko Tschik Cajkovski erzählte, wie er seine Spieler wieder aufrichtete: „Ich habe ihnen immer wieder gesagt: Ihr seid gut, in der Bundesliga spielt man auch nicht besser und die Zukunft gehört euch. Die Zukunft hat ihnen wirklich gehört.“

Im zweiten Teil der Aufstiegs-Serie lesen Sie am Dienstag: Der FC Bayern 1964/65.

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