präsentiert von
Menü
„Vielen Dank. Das war’s“

Hopfner-Abschied mit Standing Ovations

„Vielen Dank. Das war’s.“ Gewohnt prägnant und präzise hat sich Bayern-Präsident Karl Hopfner aus seinem Amt verabschiedet. Auf der Jahreshauptversammlung am Freitag erntete der scheidende Klub-Chef minutenlang Standing Ovations. „Das berührt mich wirklich“, sagte er bereits zu Beginn der Veranstaltung, als die anwesenden 7.152 Mitglieder im Audi Dome ihn mit ihrem Applaus nicht zu Wort kommen ließen und ihn an diesem Abend einen Abschied durchs große Tor bereiteten.

„Uli (Hoeneß, Anm. d. Red.) und ich haben Karl vom ersten Arbeitstag an begleitet. Das war im Juli 1981“, erinnerte sich Karl-Heinz Rummenigge und würdigte den FCB-Präsidenten als „Schöpfer des FC-Bayern-Wirtschaftswunders“ und „total loyalen und qualitativ erstklassigen ersten Diener unseres Klubs. Neben roten Zahlen mag er eines noch weniger: öffentliche Auftritte. Karl ist ein ganz bescheidener Mensch. Für Uli und mich war er ein extrem wichtiger Partner. Lieber Karl, ich möchte mich im Namen des gesamten FC Bayern für 33 überragende, herausragende und erfolgreiche Jahre und für deine Freundschaft bedanken.“

Dank der Präsidiumskollegen

Auch Hopfners Präsidiumskollegen Rudolf Schels und Prof. Dr. Dieter Mayer wandten sich mit herzlichen Worten an den 64-Jährigen, der am 1. Juli 1981 beim FC Bayern als Geschäftsführer begonnen hatte, später Vorstand (2002) sowie 1. Vizepräsident (2012) geworden war und den Klub ab Mai 2014 als Präsident angeführt hatte. „Karl hat den FCB in der schwierigen Zeit ohne Uli Hoeneß als Präsident auf exzellente Art und Weise geführt“, sagte Mayer, „er ist ein Paradebeispiel für Kompetenz und Verlässlichkeit.“

„Karl Hopfner ist es gelungen, mit seinem überragenden Einsatz Unglaubliches zu leisten. Vieles wird mit dir, lieber Karl, verbunden bleiben“, meinte Schels und wies wie Mayer auf das Nachwuchsleistungszentrum hin, das zurzeit im Münchner Norden entsteht. „Es trägt eindeutig deine Handschrift.“

Hopfner kündigte an, „auf Wunsch des Präsidiums“ für das Projekt, das zu Saisonbeginn 2017/18  eröffnet werden soll, weiterhin „beratend und begleitend zur Verfügung zu stehen. Das Nachwuchsleistungszentrum wird unsere neue zukunftsweisende Talentschmiede. Sie ist ein Meilenstein in der Geschichte unseres Klubs.“ Rummenigge nannte ihn „spiritus rector der FC-Bayern-Akademie“.

Auch Schels verabschiedet sich

Seinen Dank sprach Hopfner zudem dem 1. Vizepräsidenten Schels aus, der sich auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Wahl stellte. „Du hast die Finanzen immer im Griff gehabt. Die eine oder andere Golfrunde werden wir noch zusammen spielen.“ Schels selbst wandte sich an die Mitglieder („Ich habe versucht, für Sie und für den ganzen Klub mein Bestes zu geben.“) und bedankte sich „für die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit“ im FCB-Präsidium.

„Du warst immer ein besonderer Mensch, den ich immer mit Hochachtung verfolgt habe. Was ich immer an dir geschätzt habe, ist deine eigene Meinung“, bedankte sich Rummenigge bei Schels „für die stets wunderbare Zusammenarbeit.“ Schels war seit 2009 Mitglied des Verwaltungsbeirats und seit Mai 2014 1. Vizepräsident des FC Bayern München eV. „Wir haben viel erreicht. Der FC Bayern eV war in einem hervorragendem Zustand, als wir die Aufgabe übernommen haben, und steht heute so gut da wie noch nie“, sagte Schels.

Zum Abschied konnte Hopfner noch eine neue, stolze Rekordmitgliederzahl (284.041) verkünden. „Wir sind weiter der größte Sportverein der Welt und werden das auch bleiben.“ Als er schließlich um 20:34 Uhr seine letzte Rede als FCB-Präsident beendete, erhoben sich einmal mehr die Mitglieder von ihren Plätzen. „Dankeschön, dass Sie mir als Präsident das Vertrauen gegeben haben. Nun ist es soweit. Meine aktive Zeit beim FC Bayern München in den verschiedensten Positionen geht nach über 33 Jahren heute zu Ende. Selbstverständlich werde ich die Auftritte unserer Mannschaften in allen Wettbewerben weiter verfolgen und in der Allianz Arena weiter die Daumen drücken. Vielen Dank. Das war’s.“