präsentiert von
Menü
„Ein Sieg der Mentalität“

Ein Arbeitssieg fürs Selbstvertrauen

Am Ende war die Erleichterung fast mit Händen zu greifen. Denkbar knapp mit 2:1 (1:1) hatte der FC Bayern gerade das Bundesliga-Topspiel gegen Bayer Leverkusen gewonnen und damit nach zuletzt zwei Pflichtspielniederlagen hintereinander wieder einen Dreier gelandet. Dank des achten Saisonsieges bleibt der Rekordmeister damit dem Überraschungsspitzenreiter RB Leipzig auf den Fersen und bereitete einen Tag nach der Jahreshauptversammlung Uli Hoeneß einen gelungenen Einstand im Amt des Vereinspräsidenten.

„Wir kommen aus einer schwierigen Phase und brauchten einen Sieg“, sagte Trainer Carlo Ancelotti nach dem Schlusspfiff in der mit 75.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena. „Es war sehr wichtig, dieses Spiel zu gewinnen. Die letzten beiden Spiele waren nicht gut und wir mussten reagieren. Das haben wir geschafft. Es gibt Phasen, da ist es wichtiger zu gewinnen als gut zu spielen“, erklärte der Italiener weiter.

Hummels' erstes Ligator

„Der Sieg war keiner aus der Leckerbissenabteilung, sondern ein erkämpfter Sieg“, betonte auch Mats Hummels. Mit seinem ersten Ligator nach seiner Rückkehr im Sommer sicherte der Innenverteidiger den Gastgebern in der 56. Minute die drei Punkte. „Heute war es ein Sieg der Mentalität, nicht unbedingt der Klasse oder der taktischen Überlegenheit. Es war einfach ein Kampfspiel“, resümierte Hummels.

Nach dem Führungstreffer der Münchner durch Thiago (30.) gelang Hakan Calhanoglu (35.) postwendend der Ausgleich für die Gäste, die die Bayern immer wieder in Bedrängnis brachten. Kurz vor dem Ende hatte der FCB auch das nötige Glück, als in der Schlussoffensive der Leverkusener ein Handspiel von Javi Martínez im Strafraum ungeahndet blieb. „Alles in allem ein bisschen Glück, aber das haben wir uns auch verdient“, meinte Hummels.

Noch Luft nach oben

„Es war ein sehr schwieriges Spiel, weil Leverkusen der erwartet starke Gegner war“, sagte Hoeneß über die Rheinländer. „Tatsache ist dass wir im Moment nicht so dominant spielen, den Gegner im Heimspiel nicht so beherrschen. Das ist vielleicht auch ein Zeichen von mangelndem Selbstvertrauen“, mutmaßte Hoeneß. „Man hat gesehen, wir sind nicht bei 100 Prozent Selbstvertrauen“, pflichtete Hummels dem Präsidenten bei.

Thomas Müller erkannte ebenfalls, dass sich die Bayern „im Moment nicht so leicht tun, wie es in der Vergangenheit schon mal gewesen ist. Entsprechend muss auch mal so ein Sieg her, für den man mal viel arbeiten muss.“ Von fehlender „Leichtigkeit und Sicherheit“ sprach auch Torhüter Manuel Neuer. Und Kapitän Philipp Lahm stellte fest: „Man hat gesehen, dass noch nicht alles rund läuft und dass wir durch harte Arbeit da rausfinden müssen.“

Durch den Arbeitssieg gegen Leverkusen wurde nicht nur der Drei-Punkte-Rückstand auf Leipzig gewahrt, auch für das Selbstvertrauen war der Erfolg gegen die Werkself wichtig, „um über das Selbstvertrauen demnächst wieder besser Fußball zu spielen“, wie Uli Hoeneß betonte. Dass der FCB noch reichlich Luft nach oben hat, wissen alle Beteiligten. „Wir haben noch einen guten Weg zu gehen, dass wir bis zur Winterpause aus einer noch nicht so überzeugenden Vorrunde eine echt gute machen können“, erklärte Hummels, ehe er sich ins Wochenende verabschiedete.

Weitere Inhalte