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Last-Minute-Punktgewinn

„Der Charakter der Mannschaft ist überragend“

David Alaba war der Erste, dann kam auch noch Mats Hummels dazu. Entschlossen packten die beiden Abwehrspieler des FC Bayern zu, doppelten den Stürmer und ließen ihm kaum Luft zum Atmen. Zielperson des Duos war aber kein Angreifer von Hertha BSC, sondern Robert Lewandowski. Nur wenige Sekunden zuvor hatte der Torjäger den Ausgleich zum 1:1 (0:1)-Unentschieden erzielt und dem FCB damit einen Punkt im Berliner Olympiastadion gesichert. Nun war er der umjubelte Mann des Tages.

„Es war der letzte Kontakt in dem Spiel, später geht nicht“, beschrieb Lewandowski seinen 16. Saisontreffer, bei dem er „zur richtigen Zeit am richtigen Punkt“ stand und den Ball in der sechsten Minute der Nachspielzeit über die Linie drückte. Beim 2:1 in Freiburg zum Jahresauftakt und beim 2:0 in der Vorwoche in Ingolstadt sorgten späte Tore in der Nachspielzeit noch für einen Sieg, in Berlin verhinderte Lewandowskis Treffer die zweite Saisonniederlage.

Den Ausgleich erzwungen

„Das zeigt, die Mannschaft hat eine super Moral und glaubt bis zum Ende daran, immer noch ein Tor zu machen. Das ist beeindruckend“, betonte Kapitän Philipp Lahm. Thomas Müller, der zunächst anstelle des später eingewechselten Lewandowski stürmte, meinte: „Der Wille ist immer da, wir probieren es immer bis zur letzten Sekunde. Natürlich braucht es auch ein Quäntchen Glück. Wir haben den 1:1-Ausgleich erzwungen, der Charakter der Mannschaft ist überragend.“

95 Minuten lang taten sich die Bayern schwer gegen die Berliner, die im ausverkauften Olympiastadion das „Spiel unseres Lebens“ ablieferten, wie es der ehemalige Münchner Sebastian Langkamp formulierte. Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic hatte die mit großem Aufwand agierenden Gastgeber Mitte der ersten Halbzeit in Führung gebracht und so auf den ersten Sieg gegen den FCB seit 2009 hoffen lassen. „Hertha hat alles gegeben, wir haben mit unserer Feldüberlegenheit zu wenig Tore erzielt“, analysierte Müller.

Gefühlter Sieg - faires Ergebnis

Doch dann kam die Nachspielzeit, ein Freistoß von Thiago, ein Schuss von Robben, das Nachsetzen von Lewandowski, der Jubel. „Wir haben für diesen Punkt alles gegeben und ihn uns verdient. Wir haben einfach bis zum Ende alles versucht, bis zum Ende daran geglaubt“, sagte Hummels, einer der ersten Gratulanten von Polens Fußballer des Jahres. Entsprechend groß war die Freude nach dem Schlusspfiff im Lager des Rekordmeisters.

Von einem „gefühlten Sieg“ sprach Torhüter Manuel Neuer, wir freuen uns über diesen Punkt aufgrund der langen Durststrecke in diesem Spiel, dass wir die ganze Zeit 0:1 zurücklagen“. Auch Lahm sprach schließlich von einem „gewonnenen Punkt“ nach einem „ordentlichen Spiel“. Und für Trainer Carlo Ancelotti war das 1:1 „am Ende ein faires Ergebnis. Hertha hat eine gute erste Halbzeit gespielt, mit viel Einsatz. Die zweite Halbzeit war anders, da haben wir mehr Druck gemacht.“

Nach zuletzt fünf Spielen in zwei Wochen haben die Bayern in den kommenden Tagen etwas Zeit zum Verschnaufen. Die nächste Partie steht erst am kommenden Samstag in der heimischen Allianz Arena gegen den Hamburger SV auf dem Programm. Lahm: „Das tut dann schon immer gut, wenn man mal wieder ein bisschen runterfahren kann, eine normale Woche hat zum Trainieren. Dann können wir uns auf die nächsten Englischen Wochen vorbereiten.“

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