Heynckes' Nussknacker bauen ihren Vorsprung aus

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Den Bayern-Fans war's am Ende wurscht. „Super-Bayern! Super-Bayern!" skandierten sie nach dem Schlusspfiff und feierten ihre roten Helden. „Es war kein super Spiel", sagte Robert Lewandowski zum 1:0 (0:0) gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln. Ein hochverdienter, aber auch schwer erarbeiteter Dreier für den erst vier Tage zuvor gebackenen Herbstmeister. „Es war zum Anschauen schon schwere Kost", resümierte Thomas Müller, „aber für uns war wichtig, dass wir gewonnen haben."

In der Tabelle bauten die Bayern ihren Vorsprung von acht auf neun Punkte aus. Vor der Winterpause stehen nun noch zwei Spiele auf dem Programm: kommenden Samstag in Stuttgart der Hinrundenabschluss in der Bundesliga, anschließend am Mittwoch das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Dortmund. „Wir merken, dass die Hinrunde langsam lang wird", stellte Müller fest. Noch dürfe man aber keinen Gedanken an Weihnachten verschwenden, betonte Lewandowski: „Wir müssen an die letzten zwei Spiele denken. Wir müssen noch geben, was wir im Körper haben."

Nussknacker Lewandowski

Gegen Köln waren der Mannschaft die Strapazen der vergangenen Wochen und Monate anzumerken. Gegen „ultradefensive" Gäste hätte man „viel lebendiger, spritziger, zügiger" agieren müssen, analysierte Jupp Heynckes: „Wir hätten immer wieder das Spiel verlagern und den Gegner müde spielen müssen. Auch in den Rücken des Gegners sind wir nicht gekommen." In der Halbzeit brachte er mit der Einwechslung von Kingsley Coman und James frischen Wind in die Partie.

„Es ging eigentlich nur darum, diesen Abwehrriegel zu knacken", meinte Müller, der schließlich maßgeblichen Anteil an der entscheidenden Nussknacker-Szene hatte: In der 60. Minute legte er einen langen Ball von Jérôme Boateng im Strafraum mit dem Hinterkopf quer für Lewandowski, der diese Chance eiskalt nutzte. „Er ist ein Weltklassespieler, ist immer dann da, wenn man ihn braucht", lobte Heynckes seinen polnischen Torjäger, der die Torschützenliste der Bundesliga jetzt mit 15 Treffern anführt.

Starke mit „eiskalten Händen"

„Nach dem 1:0 haben wir im Hinblick auf Samstag wieder einen Gang rausgenommen", sagte Müller. Coman hätte dennoch beinahe noch das 2:0 erzielt, scheiterte aber mit seinem Kopfball an der Querlatte (66.). In den Schlussminuten hielt schließlich Tom Starke den Dreier fest. „Die Kölner haben alles nach vorne geworfen, Sekt oder Selters, und tatsächlich noch eine Chance gehabt", sagte der 36-Jährige, der erneut Sven Ulreich im Tor vertrat, „ich war froh, dass ich die halten konnte. War gar nicht so einfach. Eiskalte Hände." Am Ende hüpfte Starke mit der Mannschaft vor der Südkurve. „Wir müssen noch zwei Spiele gewinnen", sagte Müller, „dann ist alles gut."


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