Sandro Wagner: „Bin in der Form meines Lebens“

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Ein Doppelpack im Trikot des FC Bayern ist Sandro Wagner schon mehrfach gelungen. Zuletzt glückte ihm dies beim 6:0-Heimsieg gegen die Stuttgarter Kickers am letzten Spieltag der A-Junioren-Bundesliga im Mai 2006. Auf den Tag genau elf Jahre und elf Monate später feierte Wagner nun seinen ersten Pflichtspiel-Doppelpack als Profi des Rekordmeisters. Im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach drehte Wagner mit seinen beiden Treffern kurz vor der Halbzeit die Partie zugunsten der Münchner, die am Ende nach 0:1-Rückstand einen 5:1-Kantersieg feiern durften.

„Es ist super, wie es gelaufen ist. Ich durfte das erste Spiel von Anfang an zuhause machen, da hast du mehr Ballbesitz und Chancen als Stürmer", freute sich der 30 Jahre alte Angreifer über seine Saisontore zehn und elf. Allein für den frischgebackenen Deutschen Meister traf Wagner seit seiner Rückkehr im Januar sieben Mal, gegen Gladbach sogar im vierten Spiel nacheinander. Insgesamt erzielte er in den letzten sechs Bundesligaspielen sechs Tore.

Kein Wunder also, dass Wagner „im Großen und Ganzen zufrieden" ist, wie es derzeit bei ihm und der Mannschaft läuft. „Du hast hier eine extrem hohe Qualität und als Stürmer kriegt man immer viele Situationen, in denen man sich auszeichnen kann. Deshalb war mir bewusst, dass ich mich auch bei weniger Einsatzzeit zeigen kann. Für mich ist das kein Druck, mich pusht das. Ich kann mit Druck sehr gut umgehen, das verleiht mir Flügel", meinte der gebürtige Münchner. „Ich bin momentan in der Form meines Lebens - und ich bin wieder zu Hause."

WM-Teilnahme fest im Visier

Jupp Heynckes schwärmte in den höchsten Tönen von seinem Spieler mit der Rückennummer zwei. „Er hat heute ein sehr gutes Spiel gezeigt", sagte der Bayern-Trainer und lobte Wagners Einstellung und Professionalität. „Er hat sich wunderbar integriert, er ist ein Mann, der hochmotiviert zu jedem Training kommt, der im Fitnessraum arbeitet, der in jedem Training versucht, sich zu verbessern", betonte Heynckes und bescheinigte Wagner seit seinem Wechsel aus Hoffenheim „nochmal einen großen Sprung" gemacht zu haben.

„Wir wollten einen Mann haben, der einspringt, wenn Robert Lewandowski müde oder verletzt ist. Das macht er. Er hat einen tollen Charakter. Er macht es seinen Gegnern nicht leicht", lobte auch Vereinspräsident Uli Hoeneß den Rückkehrer, der erst mit 29 Jahren sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft feierte und mit dieser im vergangenen Sommer den Confed-Cup gewann. Nun hat Wagner die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Russland fest im Visier.

„Ich habe heute Gas gegeben und meine Tore gemacht, die letzten Tage, die letzten Wochen, die letzten Monate, die letzten Jahre. Ich habe es verdient, da mitzufahren und ich fahre da auch mit, da bin ich mir sicher", meinte Wagner selbstbewusst. Das wünscht ihm auch sein Trainer. „Er ist ein sehr guter Spieler und ich hoffe, dass er zur WM geht, das hätte er verdient", meinte Heynckes. Wagner habe ein „tadelloses Auftreten innerhalb der Mannschaft, auf dem Trainingsplatz auf dem Spielfeld und er kann auch beißen. Das gehört auch dazu. Er ist ein leidenschaftlicher Fußballer mit Biss."