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Thomas Wörle im Interview

DFB-Pokalfinale: „Wir brauchen den perfekten Tag“

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Die FC Bayern Frauen stehen im Finale des DFB-Pokals. Am 19. Mai fordern die Münchnerinnen in Köln den Titelverteidiger VfL Wolfsburg heraus. Bayern-Trainer Thomas Wörle erzählt im Interview, wie er mit der bisherigen Saison zufrieden ist, ob die Champions-League-Qualifikation wieder klappt und wie die Marschroute für das Pokalfinale aussieht.

Es war die letzten Jahre immer schwierig, sich als deutsche Frauenmannschaft für die Champions League zu qualifizieren. Wolfsburg, Bayern, Freiburg, Frankfurt, Potsdam – zwei Plätze für fünf Mannschaften, die alle diesen Anspruch haben. Herr Wörle, wenn Sie es dieses Jahr wieder schaffen ist ein großes Saisonziel bereits erreicht, oder?
Thomas Wörle:
„Die Champions-League-Qualifikation wird dieses Jahr wahrscheinlich bis zum allerletzten Spieltag offenbleiben. Wolfsburg dominiert die Bundesliga und ist bereits verdient Deutscher Meister geworden. Der VfL spielt zudem seit Jahren national und international auf dem allerhöchsten Niveau, konnte viele Titel sammeln. Wenn wir uns also hinter dem VfL zum vierten Mal in Folge für die Königsklasse qualifizieren können, wäre das bei der starken Konkurrenz in der Liga ein großer Erfolg.“

Was ist jetzt für die letzten Liga-Spiele wichtig?
Wörle:
„Wir haben noch ein hartes Programm vor uns. Potsdam und Bremen konnten wir zuletzt eindrucksvoll schlagen. Wolfsburg und Frankfurt haben wir aber noch vor uns. Wir müssen den Rückenwind und das Selbstvertrauen aus den letzten Wochen mitnehmen und fokussiert weiterarbeiten. Wir werden jede Woche auf hohem Niveau geprüft, was uns positiverweise auch leistungstechnisch dranbleiben lässt.“

Wie sind Sie diese Saison mit der Leistung, dem Kampfgeist, dem Einsatz Ihrer Mannschaft zufrieden?
Wörle:
„Natürlich hatten wir auch die eine oder andere Enttäuschung zu verkraften, wie etwa das schmerzliche, unglückliche Champions-League-Aus gegen den FC Chelsea oder die drei Niederlagen in der Liga. Hinzu kam großes Verletzungspech in der Hinrunde. Aber insgesamt spielt die Mannschaft eine beeindruckende Saison. Wir haben die meisten Tore der Liga erzielt und sind aktuell seit neun Spielen ohne Niederlage mit nur einem Unentschieden. Wir haben im technisch-taktischen und athletischen Bereich den nächsten Schritt gemacht. Zudem stehen wir im DFB-Pokalfinale. Die Mädels haben deutlich an Selbstvertrauen und Stärke dazugewonnen. Ich bin sehr zufrieden, aber wir sind noch nicht am Ende. “

Stimmt, das DFB-Pokal-Finale steht an. Beim Halbfinale haben Sie noch von einem 50:50-Duell gesprochen? Wie sieht die Rollenverteilung mit Wolfsburg aus?
Wörle:
„Im Finale sieht die Rollenverteilung natürlich anders aus. Der VfL Wolfsburg konnte in den vergangenen fünf Jahren vier Mal den DFB-Pokal, drei Mal die Deutsche Meisterschaft und sogar zwei Mal die Champions League gewinnen. Zudem haben sie in dieser Saison die Chance, erneut das Triple zu holen. Das ist schon herausragend und spricht für sich. Der VfL verfügt gemeinsam mit Olympique Lyon über die beste Mannschaft Europas und kann auf einen großen Erfahrungsschatz auf internationalem Topniveau zurückgreifen. Dementsprechend sind sie natürlich der Favorit. Wir sind der Herausforderer – aber in einem Spiel ist tatsächlich alles möglich.“

Ist es eine Chance oder vielleicht sogar ganz angenehm, auch mal der klare Underdog zu sein – anders als bei vielen Liga-Spielen, bei denen sich die Gegner vornehmen, den namhaften FC Bayern ärgern zu wollen?
Wörle:
„Das ist mal eine andere Rolle, das stimmt. Wir freuen uns einfach, im Finale zu stehen und eine der beiden besten Mannschaften Europas herausfordern zu dürfen. Wir werden alles in dieses Finale hineinlegen und glauben an unsere Chance.“

Die FCB-Frauen waren in den letzten Jahren oft nicht die stärkere Mannschaft und haben trotzdem gesiegt – etwa im Pokalfinale 2012 oder in den Jahren der Meisterschaftsgewinne. Wie stellen Sie ihre Mannschaft auf einen stärkeren Gegner ein?
Wörle:
„Wir müssen uns eine Taktik zurechtlegen, mit der wir die Stärken des Gegners weitestgehend in Schach halten und unsere eigenen Stärken betonen können. Gerade als Herausforderer muss man den Gegner sicherlich genau analysieren. Wir wissen, dass wir Wolfsburg nur mit einer Topleistung und im Kollektiv bezwingen können. Aber unser Hauptaugenmerk liegt auf unserem eigenen Spiel und unseren eigenen Stärken.“

Die Marschroute für das Finale lautet also?
Wörle:
„Wir werden uns auf einen außergewöhnlichen Kampf einschwören und versuchen, unsere Grenzen zu erweitern. Wir brauchen einen nahezu perfekten Tag, um dem VFL Wolfsburg Paroli bieten zu können. In einem Spiel ist alles möglich, das haben wir 2012 bei unserem Pokaltriumph gegen den klar favorisierten 1.FFC Frankfurt erlebt. Wir wissen wovon wir reden.“

Dann wünschen wir Ihnen und der Mannschaft viel Erfolg!

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