Bayern meistern „Willensaufgabe“ gegen Hertha

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Es war der Abschluss einer rundum gelungenen Woche. Im Champions-League-Spiel des FC Bayern am vergangenen Dienstag in Liverpool war Javi Martínez noch „der Garant dafür, dass wir in der Defensive gut standen", wie es Niklas Süle formulierte. Am Samstag in der Bundesliga setzte der Mittelfeldspieler noch einen drauf. Sein Kopfballtor in der 62. Minute sicherte den knappen 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen Hertha BSC, durch den der Rekordmeister zumindest bis Sonntag mit Borussia Dortmund nach Punkten gleichzog.

„Javi hat diese Woche rund gemacht. Nicht nur für sich, auch für die Mannschaft", lobte Trainer Niko Kovac den Spanier. „Dass er heute das Siegtor macht und auch wieder viel läuft und kämpft, das zeichnet ihn aus. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns", ergänzte Süle. Und Sportdirektor Hasan Salihamidzic bezeichnete Martínez sogar als „Spieler der Woche". Der 30-Jährige sei „ein super Typ, ein positiver Junge, der immer eine gute Einstellung hat und sich diese Woche reingeworfen hat. Ich bin sehr zufrieden, wie er es gemacht hat."

Viel Lob also für den Defensivspezialisten, der nach dem Spiel gegen Hertha freudestrahlend über den Rasen der ausverkauften Allianz Arena lief, begleitet von Söhnchen Luca, und sich gemeinsam mit dem Rest der Mannschaft von den Fans feiern ließ. „Ich möchte immer nur meiner Mannschaft helfen. Heute war es mit einem Tor, ein anderes Mal mit Arbeit und Kampf. Ich bin zufrieden", sagte der Mann des Tages hinterher bescheiden.

Intensive Woche für Kopf und Körper

Vier Tage nach dem kräftezehrenden Spiel in Liverpool war auch am Samstag gegen Hertha BSC eine „Willensaufgabe" (Kovac) nötig, um die unbequemen Berliner erstmals nach vier sieglosen Ligaspielen hintereinander wieder zu bezwingen. „Wir haben in den letzten Jahren gegen Hertha BSC nicht gut ausgeschaut, haben immer Punkte liegengelassen. Heute haben wir nicht brilliert, aber aufgrund der Chancen, die wir hatten, glücklich, aber doch verdient, gewonnen", räumte Kovac ein.

Immer wieder liefen die Gäste die Münchner früh an, störten den Spielaufbau und hielten die Bayern so lange vom eigenen Tor fern. „Hertha BSC hat es sehr gut gemacht, wir haben in der ersten Halbzeit keinen Spielfluss gehabt", analysierte Kovac. „Natürlich war es nicht das schönste Spiel, das die Allianz Arena gesehen hat. Aber grundsätzlich war es erstmal wichtig, dass wir dieses Spiel gewinnen und auch wieder eine gute Defensivleistung zeigen. Das war entscheidend heute", meinte Kapitän Manuel Neuer.

Zwei Spiele, ein Sieg, ein Remis und kein Gegentor stehen für den FC Bayern am Ende einer „intensiven Woche" (Neuer) zu Buche. „Wir haben viel investieren müssen in die Spiele", führte Neuer aus. „Es ist nicht nur vom Körper her anstrengend, sondern viel, viel mehr für den Kopf wenn du solche Spiele bestreitest", stimmte auch Süle ein. Aus diesem Grund gab Kovac seinen Akteuren „noch einen Tag extra frei, dass sie sich erholen können. Dann werden wir am Dienstag wieder weitermachen."


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