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„Willkommen zurück, Kurt!“

Kurt-Landauer-Statue an der Säbener Straße enthüllt

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Feierlicher Akt an der Säbener Straße. Am Mittwochnachmittag wurde auf dem Trainingsgelände des FC Bayern eine Bronzestatue des früheren Vereinspräsidenten Kurt Landauer an den Rekordmeister übergeben. Vereinspräsident Uli Hoeneß und Uri Siegel, Neffe des 1961 verstorbenen Landauer, blieb es vorbehalten, das Denkmal auf einem eigens dafür errichteten Podest zu enthüllen.

„Kurt Landauer ist wieder da, mitten an der Säbener Straße“, sagte ein Verantwortlicher der Kurt-Landauer-Stiftung, die dieses Projekt vor knapp zwei Jahren initiiert hat. „Wir freuen uns sehr, diese Statue als Geschenk an den FC Bayern zu übergeben.“ Landauer zeichnete vor über 70 Jahren dafür verantwortlich, dass die Säbener Straße zur sportlichen Heimat des Vereins wurde. „Was heute daraus geworden ist, ist etwas Einzigartiges.“

Entstehungsgeschichte: Von der Idee zum Kurt-Landauer-Denkmal

Neben Hoeneß nahmen auch die beiden Vize-Präsidenten Prof. Dr. Dieter Mayer und Walter Mennekes an der Veranstaltung teil. Die FC Bayern München AG wurde von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sowie dem Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen vertreten.

„Kurt Landauer war einer der größten, vielleicht der größte Präsident des FC Bayern“, würdigte Hoeneß die Leistung des 2013 zum Ehrenpräsidenten ernannten Landauer für den Verein. „Wir vom ganzen Klub waren begeistert und sind sehr stolz und glücklich, dass die Kurt-Landauer-Stiftung das in Eigenregie organisiert hat und Kurt Landauer hier einen ehrenvollen Platz bereitet hat“, sagte Hoeneß.

Landauer, am 28. Juli 1884 in Planegg als Sohn jüdischer Kaufmannsleute geboren, stand in unterschiedlichen Etappen an der Spitze des FC Bayern München. Zwischen 1913 und 1951 war er vier Mal Vereinspräsident, insgesamt 19 Jahre lang. Er erwarb sich in dieser Zeit große Verdienste um den Klub. Unter dem Visionär Landauer feierte der FC Bayern im Juni 1932 seine erste Deutsche Meisterschaft.

Nur neun Monate später sah er sich aufgrund der neuen politischen Verhältnisse in Deutschland am 22. März 1933, seiner jüdischen Herkunft wegen, zum Rücktritt genötigt. 1938 wurde er für 33 Tage im Konzentrationslager Dachau interniert, fünf Monate später emigrierte er in die Schweiz. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte Landauer nach München zurück und wurde 1947 ein weiteres Mal Vereinspräsident.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe an, ein permanentes Zeichen gegen das Vergessen zu setzen“, betonte Prof. Dr. Dieter Mayer in seiner Ansprache. Dabei erinnerte er an den „schwärzesten und schmerzlichsten Teil der Geschichte unseres Vereins“ und mahnte, „nicht die Augen zu verschließen und die ehrenvolle Erinnerung an alle Opfer wachzuhalten“.

„Ich bin sehr zufrieden, dass er auf meine alten Tage geehrt und seine Tätigkeit anerkannt wurde“, freute sich auch Siegel über die späte Würdigung seines Onkels. Dessen Verdienste für den FC Bayern seien „weitaus größer, als sie mir bekannt waren, weil er nie darüber geredet hat“, so der 96-Jährige weiter. Die Kurt-Landauer-Stiftung dankte dem Präsidium und dem Vorstand des FC Bayern „für das Vertrauen, für die Zusammenarbeit und für diesen besonderen Platz, den wir für dieses Denkmal bekommen haben. Jetzt sitzt Kurt Landauer wieder hier, lebensgroß, und blickt auf seinen FC Bayern. Willkommen zurück, Kurt!“

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