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Jubel, Double, Heiterkeit

Bayern feiern ihr „Happy End“ in Berlin

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„Der FC Bayern wird heute sicherlich groß feiern“, hatte Niko Kovac am späten Samstagabend im Berliner Olympiastadion angekündigt und sollte damit Recht behalten. Mit einem klaren 3:0 (1:0) hatte seine Mannschaft zuvor RB Leipzig im Finale des DFB-Pokals bezwungen und so den insgesamt 19. Titelgewinn perfekt gemacht. „Da ist klar, dass man da Freude in sich verspürt und sich auf schönen Stunden mit Freunden, Bekannten und Verwandten freut“, sagte Kovac vor der anschließenden Party-Nacht in der Hauptstadt.

„Wir hatten eine tolle Woche“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge weit nach Mitternacht bei seiner Ansprach vor rund 950 Gästen in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom. „Letzte Woche haben wir die Deutsche Meisterschaft gewonnen und heute noch obendrauf das Double. Damit haben wir eine Saison abgeschlossen, mit der man hochzufrieden sein kann. Ich darf der Mannschaft und allen, die einen Beitrag dazu geleistet haben sehr herzlich gratulieren“, so Rummenigge weiter.

Hartes Stück Arbeit im 76. DFB-Pokal-Finale

Bis zur großen Double-Sause hatten die Bayern im 76. Endspiel um den DFB-Pokal allerdings noch einiges an Arbeit zu erledigen. Herausforderer Leipzig, das erstmals überhaupt in einem Finale stand, erwies sich über weite Strecken der Partie als der erwartet schwere Gegner auf Augenhöhe. „Heute haben wir ein tolles Spiel erlebt“, meinte Rummenigge. „Auch die Leipziger haben sich toll verkauft. Sie haben in den ersten 20 Minuten ein Spiel hingelegt, vor dem man großen Respekt haben muss.“

In einer von beiden Seiten intensiv geführten Partie (Kovac: „Das war ein Abnutzungskampf“) erwischte RB den besseren Start und hätte durchaus in Führung gehen können. Die beste Chance vereitelte Kapitän Manuel Neuer, der nach sechswöchiger Verletzungspause rechtzeitig zum Finale wieder einsatzfähig war. Auf der anderen Seite sorgte Torjäger Robert Lewandowski für die Führung der Münchner, die fortan mit mehr Sicherheit und Souveränität agierten.

Nach der Halbzeitpause drängte Leipzig auf den Ausgleich, aber erneut erwies sich Neuer mit mehreren Paraden als unüberwindbares Hindernis. „Mit Manuel Neuer im Tor hatten wir einen Giganten hinten stehen“, lobte Rummenigge den viermaligen Welttorhüter. Kingsley Coman und erneut Lewandowski machten mit ihren Treffern den zwölften Double-Gewinn perfekt. „Unsere Mannschaft hat das toll gemacht. Das waren drei Tore mit dem Prädikat Weltklasse“, urteilte der frühere Weltklasse-Stürmer Rummenigge.

„Wir haben heute alles rausgehauen! Glückwunsch an die Jungs. Das war heute nicht irgendein Sieg für uns – da waren heute sehr viele Emotionen dabei“, brachte es Thomas Müller nach dem Spiel auf den Punkt. „Wir haben zwar schon einiges gewonnen, aber das war schon nochmal etwas Spezielles und das nicht nur wegen den drei großen Spieler, die uns verlassen. Auch wegen der schwierigen Phase während unserer Saison, wenn man nochmal so zurückkommt. Das ist überwältigend, da war sehr viel Willensleistung dabei!“

Schönstes Abschiedsgeschenk für Ribéry, Robben und Rafinha

„Für uns gab es heute nur ein Ziel und das war der Pokalsieg“, sagte der zweifache Torschütze Lewandowski, der hinterher auch als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Der Erfolg sei auch ein „Abschiedsgeschenk für Franck, Arjen und Rafinha“, die in Berlin ihr letztes Pflichtspiel für den FCB absolvierten bzw im Kader standen. „So ein Finale ist immer schön und mit einer speziellen Stimmung verbunden. Was wir zusammen erreicht haben, das bleibt ein ganzes Leben und das werde ich nie vergessen. Das waren zwölf tolle Jahre“, sagte Ribéry nicht ohne Wehmut.

Und so hielten sich bei der nächtlichen Pokal-Party alle an Kovac‘ Vorgabe und feierten bis tief in die frühen Morgenstunden ausgelassen einen perfekten Saisonabschluss. „Diese Mannschaft hat Großartiges geleistet“, zog Kovac ein zufriedenes Resümee und freute sich über ein „Happy End“ seiner ersten Saison als Bayern-Trainer. „Es war eine anstrengende Saison. Jetzt brauchen wir sicherlich zwei, drei Wochen, um wieder runterzukommen, um mal zu relaxen und das zu verarbeiten.“

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