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Schweigeminute gegen Dortmund

Uli Hoeneß spricht mit Teresa Enke über Depressionen

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Die Einladung war ein handgeschriebener, einfühlsamer Brief - da konnte Uli Hoeneß Teresa Enke nicht absagen. Am Montag saß der Präsident des FC Bayern bei der Podiumsdiskussion „Auch Helden haben Depressionen“ neben der Witwe des ehemaligen Nationaltorhüters Robert Enke, dessen Todestag sich am 10. November zum zehnten Mal jährt. Das Theater am Aegi in Hannover war mit 1.200 Menschen ausverkauft.

„Es ist wichtig, dass wir alle unseren Beitrag leisten, die Volkskrankheit Depression zu enttabuisieren“, sagte Hoeneß, „Frau Enke leistet mit ihrer Stiftung großartige Arbeit. Wenn man offen über dieses Thema spricht, fällt es vielen Betroffenen leichter, sich zu öffnen.“ Zur Einleitung wurde eine vom NDR produzierte Dokumentation gezeigt, in der Enkes Geschichte mit Hilfe von Zeitzeugen aufgerollt wurde. „So ein Film lässt dich nicht kalt“, sagte Hoeneß, der auf der Veranstaltung Parallelen zum Fall Sebastian Deisler zog.

Uli Hoeneß
„Ich werde nie vergessen, wie er sagte: ,Herr Hoeneß, ich kann nicht mehr.‘“

Der ehemalige Nationalspieler hatte 2007 seine Karriere beim FCB vorzeitig beendet. „Ich werde nie vergessen, wie er sagte: ,Herr Hoeneß, ich kann nicht mehr‘“, erzählte der Bayern-Präsident. Seinerzeit hatte der von Depressionen geplagte Deisler unter anderem im Trainingslager in Dubai im Hotelzimmer des damaligen Managers übernachtet. „Wir haben alles Mögliche getan“, so Hoeneß.

Teresa Enke hatte sich ausdrücklich den Bayern-Präsidenten als Podiumsgast gewünscht. „Mir sind nur wenige Menschen bekannt, die sich wie Herr Hoeneß derart schützend und unterstützend vor ihre Mitarbeiter stellen - egal ob Zeugwart oder Weltklassespieler. Aus Gesprächen mit Robert weiß ich, dass ihm das immer imponiert hat“, sagte sie. Auch, dass er nicht kurzfristig abgesagt hatte, nur weil es in seinem Verein aktuell turbulent zugeht, spräche Bände.

Hoeneß richtete am Ende einen Appell an die Gesellschaft: „Ich finde, es wird in vielen Bereichen zu respektlos miteinander umgegangen, nicht nur im Fußball.“ Nach Enkes Tod habe „das Umdenken nicht lange angehalten. Umso wichtiger sind solche Veranstaltungen, um die Menschen wieder zu mehr miteinander wachzurütteln.“

Anlässlich des zehnten Todestages von Robert Enke, wird der DFB auf Initiative der Robert-Enke-Stiftung, mit Unterstützung der DFL, beim Topspiel am Samstag gegen Borussia Dortmund eine Gedenkminute unter dem Hashtag #gedENKEminute einberufen.

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