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Interview

Kahn: „Wir sind für unsere Fans eine Heimat, egal wo sie herkommen“

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Torwart-Legende, Experte, Vorstandsmitglied - Oliver Kahn ist wieder zurück beim FC Bayern. Im Gespräch mit „51“ schildert er seine Vision vom deutschen Rekordmeister. Der ehemalige Welttorhüter spricht über neue Aufgaben, große Ziele und natürlich auch über den „Vulkahn“ (das ausführliche Interview lest Ihr im Mitgliedermagazin des FC Bayern).

Das Interview mit Oliver Kahn

Herr Kahn, in Ihrem Studium stellten Sie sich in den Präsenzphasen vor mit: „Ich bin Oliver Kahn und war früher mal Torwart.“ Werden Sie so auch eine Runde an der Säbener Straße drehen?
„Ich gehe davon aus, dass mich der eine oder andere noch kennt (grinst). Jeder Einzelne beim FC Bayern trägt seinen Teil zum dauerhaften Erfolg des Vereins bei. Ich werde den kontinuierlichen Austausch mit den Menschen suchen, die diesen Verein ausmachen, um am Erfolg zu arbeiten.“

Als Spieler galten Sie als Heißsporn. In Ihrem Auftreten als ZDF-Experte wirken Sie ruhig, überlegt, auch selbstironisch. Wo ist der „Vulkahn“ geblieben?
„Jeder aktive „Vulkahn“ hat auch mal Ruhephasen (lacht). In meiner Zeit als Spieler musste ich ab und zu laut werden, um mir in einem vollen Stadion Gehör zu verschaffen. Heute geht es nicht um Lautstärke, sondern darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen Mitarbeiter, Spieler und Talente ihr volles Potenzial entfalten können.“

Für sein Team gab er immer alles. Oliver Kahn absolvierte insgesamt unglaubliche 632 Pflichtspiele im Trikot des FC Bayern.

Die „Vulkahn“-Ausbrüche hatten mit dem Erfolgsdruck zu tun, den man als Spieler beim FC Bayern spürt. Welchen Druck erwarten Sie als Vorstand?
„Ich empfinde keinen Druck, höchstens Respekt. Die Verantwortung ist beim FC Bayern auf viele Schultern verteilt. Jeder ist sich im Klaren darüber, dass die Sicherstellung des sportlichen Erfolgs im Rahmen finanzieller Stabilität die Kernaufgabe darstellt. In einem Fußballverein geht es darum, auf Basis einer bestimmten Strategie den Kreislauf aus sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg in Gang zu halten. Und sportlicher Erfolg definiert sich beim FC Bayern immer an den höchsten Zielen.“

Freuen Sie sich vielleicht auch, jetzt als Vorstand bei Bayern-Spielen wieder etwas Druck zu verspüren?
„Ich freue mich auf eine spannende Aufgabe und eine große Herausforderung. Auf der Tribüne ist man natürlich auch emotionalisiert und geht mit, aber das kann man nicht mit dem Spielen auf dem Platz vergleichen. Es ist etwas anderes, ob du unten auf dem Platz stehst oder von oben zuschaust. Franz Beckenbauer hat mal gesagt: „Das Schönste ist immer das Spielen gewesen.“

Welche Form der Mitarbeiterführung bevorzugen Sie?
„Als Torwart und Unternehmer habe ich gelernt, dass nur das Team als Ganzes den Sieg davontragen kann. Diese Mentalität möchte ich für meine Arbeit beim FC Bayern beibehalten und zusammen mit meinen Kollegen den Verein als Team zum weiteren Erfolg führen.“

Präsident Herbert Hainer und Oliver Kahn bei der offiziellen Vorstellung am Dienstag in der Allianz Arena.

Der FC Bayern treibt seit einigen Jahren die Internationalisierung voran. Wie erhält man dabei die lokale Identität des Vereins?
„Der FC Bayern ist eine globale Marke, die ihren regionalen, bayerischen Charakter weiter sehr stark lebt: Wir sind für unsere Fans eine Heimat, egal wo sie herkommen. Das gefällt mir. Wer mal auf dem Platz stand, weiß: Da sind Menschen im Stadion oder vor dem Fernseher, deren Herz für diesen Verein schlägt. Deshalb tut der Verein alles, um seinen Fans das bestmögliche Fußballerlebnis zu bieten. Dazu gehört, technologisch und in der digitalen Welt ganz vorne mitzuspielen und Einnahmequellen zu generieren, um weiter in Spieler, den Nachwuchs und das Fan-Erlebnis zu investieren. Klar müssen wir Geld verdienen, aber das ist ja kein Selbstzweck: Wir machen das für den Fußball und unsere Fans. Und es ist eine Verpflichtung für jeden, alles für diesen Verein zu geben.“

23 Titel in 14 Jahren. Oliver Kahn ist seit seinem Karriereende im Jahr 2008 Mitglied der FC Bayern „Hall of Fame“.

Sie haben unter anderem das Unternehmen Goalplay gegründet mit digitalen Trainingsangeboten für Torhüter. Werden Sie sich hier auch in Zukunft weiter engagieren?
„Um das klar zu sagen: Ich bin ab Januar einhundert Prozent für den FC Bayern da. Ich bleibe Gesellschafter von Goalplay, werde aber nicht mehr aktiv in der Geschäftsführung arbeiten.“

Oliver Kahn besucht die Mannschaft in Doha. Hier gibt es alle Informationen zur ersten Reise des neuen FCB-Vorstandsmitglieds.  👇🏻

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