
Aktion gegen Hass & Ausgrenzung
Do., 05.03.20, 09:00
Rot gegen Rassismus - 17 emotionale Bayern-Statements
Manuel Neuer: „Wir müssen schöne Worte auch leben"

„Es heißt immer so schön, Fußball sei völkerverbindend. Dann müssen wir diese schönen Worte auch mit Leben erfüllen. Wir, das sind alle, die Teil des Fußballs sein wollen: Spieler, Trainer, Offizielle, Helfer, Fans. Wer nicht mit uns diese schönste Nebensache der Welt leben möchte, grenzt sich selbst aus. Wir Fußballer grenzen niemanden aus. Ich bin in Gelsenkirchen aufgewachsen. Im Pott lebten früher die deutschen Bergleute Tür an Tür mit Gastarbeitern aus halb Europa. Sie haben sich aufeinander verlassen. Anders ging es nicht. So bin ich erzogen worden. In meiner Jugend trafen wir uns abends in Pizzerien oder Dönerbuden. Bei uns spielte nicht die Nationalität eine Rolle, sondern die Vereinszugehörigkeit. Ich bin gegen jede Form von Rassismus. Ich stehe für Toleranz und Miteinander."
Joshua Kimmich: „Rassismus geht uns alle an"

„Gefühlt erleben wir momentan eine Zeit, in der sich Rassismus-Vorfälle häufen. Dagegen müssen wir Position beziehen. Rassismus geht uns alle an. Mein Bild von Deutschland ist, dass hier Vielfalt und Toleranz gelebt werden. Dieses Bild darf und kann nicht übermalt werden. Denn es gehört zu unseren Werten, unserer Normalität. Für mich gibt es kein anderes Bild, keine andere Vorstellung, keinen Platz für etwas anderes. Deutschland kann multikulturell. Denn Deutschland ist multikulturell."
Lineth Beerensteyn: „Vielfalt erweitert den Horizont"

„Es ist wichtig, dass wir alle zeigen, dass es keine Rolle spielt, welche Hautfarbe ein Mensch hat, ob du Mann oder Frau bist, welche Religion du hast und wo du herkommst. Bei uns zuhause in den Niederlanden sagen wir: Wir können alle voneinander lernen. Wir sind alle gleich, und für Diskriminierung gibt es keinen Spielraum – weder auf dem Fußballplatz noch in der Gesellschaft. Vielfalt erweitert den Horizont."
Karl-Heinz Rummenigge: „Wer sich verschließt, ist bei uns falsch"

„Jeder Fall von Rassismus ist einer zu viel. Unsere Stadien werden immer wieder von Einzelnen als Bühne missbraucht. Die dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass die Mehrheit so denkt. Es ist höchste Zeit, ein klares Zeichen zu setzen. Wir sind der größte Verein der Welt – von uns darf man erwarten, dass wir Farbe bekennen. Der FC Bayern steht gegen Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung jeglicher Art sowie Gewalt. Diese Weltanschauung lebt unser Klub – und wir fordern sie auch ein. Wer sich dem verschließt, ist bei uns ganz eindeutig im falschen Verein."
Thomas Müller: „Wir werden nicht müde, zu sensibilisieren"

„In einer funktionierenden Gesellschaft kann man nicht immer von einer offenen Welt und großen Werten sprechen, nur wenn es einem Vorteile bringt. Es geht um ein vernünftiges Miteinander, einen gemeinsamen Austausch, gegenseitigen Respekt und Toleranz. Wir werden nicht müde, für das Thema Rassismus zu sensibilisieren."
Uli Hoeneß: „Leute bagatellisieren die Nazi-Zeit"

„Ich habe zum Abschied auf unserer Jahreshauptversammlung gesagt, dass der FC Bayern ein Tanker sein soll, der nicht nach links und schon gar nicht nach rechts abdriften darf. Er muss gerade durch unruhiges Gewässer steuern und Platz für alle haben. Als ich neulich anlässlich „75 Jahre Befreiung von Auschwitz“ eine Dokumentation gesehen habe, hatte ich Tränen in den Augen. Es ist nicht vorstellbar, dass solche Gräueltaten in Deutschland möglich waren. Genauso wenig nachvollziehbar finde ich, dass wir nun wieder Fälle von Fremdenfeindlichkeit erleben. Es ist mir unbegreiflich, dass es heute hier bei uns noch immer Leute gibt, die die deutsche Vergangenheit und die Vorkommnisse der Nazi-Zeit bagatellisieren. Das kann nicht die Zukunft sein."
Alphonso Davies: „Ich weiß: Fußball kennt keine Grenzen"

„Meine Eltern sind aus Liberia geflohen, ich wurde in Ghana geboren, bin in Kanada aufgewachsen und fühle mich jetzt in München zuhause. Das ist meine Geschichte: Vom Flüchtlingsbaby zum Spieler eines Top-Vereins in der Champions League. Ich weiß: Fußball kennt keine Grenzen. Rassismus gibt es überall auf der Welt – und wir müssen dagegen aufstehen. Fußball bedeutet: Wir kommen zusammen, in verschiedenen Farben, mit unterschiedlichen Religionen, aus unterschiedlichen Nationen, um gemeinsam dieses wunderbare Spiel zu genießen. Rassismus gehört nicht zum Fußball."
Thiago: „Demokratie bedeutet Toleranz"

„Ich habe in meinem Leben leider schon viele Male Rassismus erlebt – und nie verstanden. Ich frage diese Menschen: Warum denkst du so? Ich denke nicht so. Ich lebe nicht so. Man muss Respekt haben. Rassismus macht mich wütend und traurig. Demokratie bedeutet, dass man Toleranz lebt und zusammensteht. Es geht darum, niemanden auszugrenzen. Sondern jeden an unserer Welt teilhaben zu lassen."
Serge Gnabry: „Ich fühle mich wohl in meiner Haut"

„Wir sind alle aus dem gleichen Grund auf der Welt. Ich bin enttäuscht, wenn Leute heute noch immer denken, dass eine andere Hautfarbe bedeutet, ein Mensch sei damit auch anders oder sogar schlechter. Deutschland sollte weiter sein, die Welt sollte weiter sein – wir sollten weiter sein. Mein Vater kommt von der Elfenbeinküste – und ich bin megastolz auf meine Wurzeln! Ich genieße Besuche in meiner afrikanischen Heimat: Die Menschen, die Kultur, das Gefühl dort, das alles tut mir gut und bereichert mein Leben. Je mehr Menschen sich trauen, aufzustehen und nicht wegzuschauen, desto besser. Das ist der nächste Schritt, um den Rassismus in den Griff zu bekommen. Das Ziel ist, dass er in unserer Welt, in unserer Gesellschaft, gar nicht mehr vorkommt. Ich fühle mich wohl in meiner Haut."
Niklas Süle: „Es geht um vereinzelte Idioten"




