präsentiert von
Suchen Fill-1
Menü
Porträt

José Sánchez: Der spanische Iceman der Bayern-Esportler

Increase font size Schriftgröße

Er ist der Kapitän der im Dezember 2019 formierten Esports-Mannschaft des FC Bayern. José Sánchez gehört zu den besten eFootball PES 2020-Spielern des Kontinents. Dies stellte der Europameister von 2017 gemeinsam mit Alex Alguacil und Miguel Mestre in der eFootball.pro League bislang eindrucksvoll unter Beweis. „Die Vergabe der Kapitänsrolle haben unser Trainer und die Verantwortlichen gemeinsam entschieden, wir Spieler hatten damit nichts zu tun“, erklärt der 27-Jährige. Seine dadurch anfallenden Aufgaben sind vor allem organisatorischer Natur. „Ich unterstütze Lutti (Matthias Luttenberger, Anm. d. Red.) bei der Vorbereitung der Trainings, bei der Kommunikation mit den Testspielgegnern oder zum Beispiel bei der Videoanalyse.“ 

Der Iceman 

Doch wie sieht seine Rolle bei den Spielen der FCB-Esportler genau aus? Ist Sánchez eher der Typ Kahn – ein richtiger Antreiber – oder Typ Lewandowski – der Mann für die vielen Tore? „Einen zusätzlichen Motivator braucht auf jeden Fall keiner von uns, wir alle sind immer mit vollen 100 Prozent bei der Sache. Auf viele Leute wirke ich manchmal etwas ruhig, Alex nennt mich deshalb auch immer den Iceman.“ Zudem bringt er als ältester Spieler des Teams gleichzeitig auch die meiste Turniererfahrung mit. Auf dem virtuellen Rasen achtet Sánchez gerne auf die taktischen Komponenten.  

Allrounder mit Stärken im Spielaufbau 

Mit den gemeinsamen Stärken sind sie ein perfektes Team: Alguacil, Mestre und Sánchez (v. l.).

„Es ist im virtuellen genauso wie im echten Fußball: Wenn man die Spielsituationen richtig einschätzt, kann man mit den passenden Strategien darauf reagieren. Spielerisch würde ich mich zwar als Allrounder bezeichnen, aber besonders glänzen kann ich zum Beispiel in der Defensive. Jeder von uns hat seine persönlichen Stärken. Ich bringe den Ball gut nach vorne, Alex sorgt mit seinen starken manuellen Zuspielen, die keiner vorhersehen kann, für den wichtigen letzten Pass und Miguel sorgt dann für die Magie“, fasst Sánchez zusammen. 

Fußball ist omnipräsent 

Aufgewachsen ist der Esports-Profi im Südosten Spaniens, in der Hafenstadt Alicante. „Fußballtechnisch dreht sich da alles um Hercules CF. Aktuell spielen sie in der dritten spanischen Liga, aber vor nicht allzu langer Zeit waren sie erstklassig. Es war für die Leute in der Stadt ein harter Schlag, als das Team innerhalb weniger Jahre zwei Mal abgestiegen ist“, erzählt Sánchez. Sich selbst würde er zwar nicht unbedingt als Fan der Mannschaft bezeichnen, „aber ich gehe gerne zu den Spielen und es würde der Stadt auch sehr guttun, wenn der Club wieder aufsteigt.“ 

Mehr als nur PES 

Sánchez (am Ball) mag zwar auch andere Sportarten wie Paddle-Tennis, aber Fußball bezeichnet er als seine ganz große Liebe.

Alicante liegt knapp 200 Kilometer von Valencia, der Heimat von Sánchez‘ Teamkollegen Miguel Mestre, entfernt. „Wir waren schon befreundet, bevor wir beim FC Bayern unterschrieben haben und nahmen gemeinsam an PES-Turnieren teil. Wenn Zeit und Umstände es zulassen, besuchen wir uns auch gerne mal. Letztes Jahr im Sommer haben wir zum Beispiel mal eine ganze Woche miteinander verbracht“, erinnert sich Sánchez. Dabei geht es nicht nur um Videospiele: „Jeder von uns hat auch ein Privatleben, das einen mal beschäftigt.“  

Harmonie im Team 

Diesen Punkt vermisst der Gaming-Profi auch an der ausgesetzten eFootball.pro League. Vor der Unterbrechung durch die Corona-Pandemie, traf sich das Esports-Team des FC Bayern nämlich alle zwei Wochen zu den Spieltagen in Barcelona. Die Teamchemie ist für Sánchez ein besonders wichtiger Faktor: „Beim Abendessen vor dem Spieltag und auch am Tag danach, bevor jeder nach Hause geflogen ist, haben wir immer mit dem gesamten Team Zeit verbracht und über alles Mögliche geredet.“ 

Die Fußballer betreuen 

Und wie wäre der alternative Plan von Sánchez, wenn es den Esports nicht gäbe? „Wenn ich aussuchen könnte: Profi-Fußballer!“ Schon seit seiner Kindheit kickt der Spanier im Verein. Dabei meist bei der spanischen Kleinfeldvariante Futbol 7. „Aber realistisch gesehen würde ich würde als Physiotherapeut arbeiten. Das habe ich studiert und das war auch mein Job vor meiner Esports-Karriere. Vielleicht kann ich das eines Tages ja auch mal beim FC Bayern machen, wieso eigentlich nicht“, lacht Sánchez. 

Vor kurzem waren José Sánchez und seine FCB-Teamkollegen für die spanische Nationalmannschaft bei der UEFA eEuro 2020 am Start. Hier erfahrt Ihr, wie sie sich geschlagen haben:

Weitere Inhalte