Rémy Vita im Interview: „Ich dachte, er macht Witze“

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  1. Minute beim 2:0-Heimsieg gegen Waldhof Mannheim, 82. Minute beim 4:2-Auswärtserfolg bei Wehen Wiesbaden: Tor für die FC Bayern Amateure durch Linksverteidiger Rémy Vita! Der 19-jährige Neuzugang des Drittliga-Meisters stand bei den beiden vergangenen Siegen in der Startelf und zahlte das Vertrauen von Cheftrainer Holger Seitz neben den Toren mit ansprechenden Leistungen zurück. Doch wer ist dieses flinke Abwehrtalent des FC Bayern eigentlich, das nie für französische Auswahlmannschaften aktiv war und über die Stationen Angers SCO und EC Troyes AC nach München kam? fcbayern.com hat mit der in Alençon (Normandie) geborenen Nummer zwei der FCB-Reserve über den Start bei den Amateuren, Stärken, fußballerische Vorbilder und einen Spitznamen gesprochen.

Das Interview mit Rémy Vita

Bonjour Rémy, wie hast du die ersten Wochen bei den FC Bayern Amateuren erlebt?
„Ich fühle mich schon sehr wohl hier und ich bin wirklich froh, beim FC Bayern zu sein. Der Club hat mir sogar einen Französisch sprechenden Mitarbeiter zur Seite gestellt, der mir die Eingewöhnung erleichtert. Die Mannschaft hat mich auch super aufgenommen, wir lachen viel zusammen. Insbesondere Maxi Welzmüller und Timo Kern haben mich von Tag eins an sehr unterstützt. Ich habe schon mitbekommen, dass ich auch noch vor der Mannschaft singen muss zum Einstand (lacht). Außerdem fällt mir jetzt schon auf, wie hoch das sportliche Niveau hier ist, das gefällt mir."

Konntest du dir schon die Stadt München anschauen und hast du bereits eine Wohnung gefunden?
„Ich habe von der Stadt tatsächlich schon einiges gesehen. Ich war gleich nach meiner Ankunft häufig im Zentrum unterwegs. Die Stadt gefällt mir sehr gut, besonders schön finde ich die Frauenkirche. Ich habe auch schon eine Wohnung gefunden, sie ist sogar ganz in der Nähe vom Grünwalder Stadion."

Warum hast du dich für den Schritt zum FC Bayern entschieden?
„Nach meinem ersten Spiel für die Profis des ES Troyes kam mein Berater auf mich zu und sagte mir, dass mich der FC Bayern auf dem Schirm hat. Ich habe gedacht, dass er Witze macht, und nicht wirklich daran geglaubt. Dann hat sich die Geschichte aber entwickelt. Es ist natürlich schwer, solch einem Weltklub zu widerstehen. Der FC Bayern ist seit Jahren extrem erfolgreich, da kann man fast nicht absagen. Ich habe aber nicht deswegen zugesagt, sondern sehe hier vielmehr die besten Möglichkeiten, um mich in allen Bereichen weiterzuentwickeln."

Was sind deine Stärken als Fußballer?
„Ich glaube, ich komme vor allem über meine Schnelligkeit und über meine Beweglichkeit. Außerdem kann ich gut auf neue Situationen reagieren. Früher war ich zudem Offensivspieler und habe mir meinen Drang nach vorne beibehalten."

Welche Jugendstation hat dich in Frankreich am meisten geprägt?
„Ich habe von allen Stationen etwas mitgenommen. Am meisten beeinflusst hat mich aber Troyes, da ich dort über einen längeren Zeitraum meine Chance bekommen habe und schließlich auch zu den Profis hochgezogen wurde. Ich werde dem Verein immer dankbar sein."

Was unterscheidet den Fußball in Frankreich vom Fußball in Deutschland?
„Es gibt nur einen großen Unterschied: In Frankreich wird in der Ausbildung mehr Wert auf die Technik gelegt, da hat man im Training fast immer den Ball am Fuß. In Deutschland ist der Trainingsumfang deutlich größer -- gerade im physischen Bereich. Ich bin insgesamt sehr fußballinteressiert und verfolge vor allen Dingen die Ligen in Frankreich, Deutschland und England."

Du hast bei deinen beiden Startelf-Einsätzen bisher immer getroffen. Wie erklärst du dir die starke Ausbeute als Linksverteidiger?
„Ich habe in den vergangenen Jahren nicht so viele Treffer erzielt. Aber durch meine Stürmervergangenheit gibt's bei mir nur eine Richtung, wenn der Ball in die Offensive gespielt wird: nach vorne. Ich weiß aber auch, dass es wahrscheinlich so nicht weitergehen wird. Ich möchte einfach so oft es geht auf dem Platz stehen und meiner Mannschaft helfen."

Hast du fußballerische Vorbilder?
„Lustigerweise sind meine Idole keine Linksverteidiger, da sieht man vielleicht den Offensivdrang (lacht) . Es sind die Brasilianer Robinho und Douglas Costa. Ich interessiere mich aber auch für andere Sportarten, insbesondere für Basketball. Mein Lieblingsteam sind da die Los Angeles Lakers, die gerade den NBA-Titel gewonnen haben."

Wie verbringst du deine Freizeit?
„Ich versuche, möglichst viel zu regenerieren. Außerdem schaue ich viele YouTube-Videos, hauptsächlich über Fußball, spiele Videospiele mit Freunden oder schaue Filme und Serien. Besonders gerne mag ich da Komödien."

Auf deinem Instagram-Kanal heißt du „remso61_". Was hat es mit dem Namen auf sich?
Remso ist mein Spitzname, so nennt mich eigentlich jeder bis auf meine Trainer. Neben Instagram bin ich auch auf Snapchat und Twitter unterwegs."

Was hast du dir für deine erste Saison im Ausland persönlich und für die Mannschaft vorgenommen?
„Ich möchte mich zunächst sprachlich einfinden. Deutsch ist sehr schwer, aber es macht auch Spaß und ich hänge mich voll rein. Bisher kann ich nur ein paar Wörter wie „Linksverteidiger" oder kurze Sätze wie „Ich bin Rémy". Insgesamt möchte ich mich bei der U23 durchsetzen und konstant gute Leistungen bringen. Dafür muss ich in jedem Training Gas geben. Am liebsten möchte ich natürlich jedes Spiel gewinnen und wer weiß, vielleicht stehen wir ja dann am Ende wieder ganz oben (schmunzelt)."