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Vom kleinen „Bobek“ zu Europas Bestem

Freunde und Familie erklären Bayern-Torjäger Robert Lewandowski

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© Fotos: Fritz Beck

Robert Lewandowski ist ganz oben angekommen. Nach der Champions League gewann er auch den Titel „Europas Fußballer des Jahres“. Wie hat er das geschafft? Das FCB-Klubmagazin „51“ hat mit Familie und Freunden gesprochen und Lewy neu kennengelernt. Lesen Sie hier die Interviews aus der Titelstory in Auszügen.

Frühe Weggefährten

Kamil Baczek (32) spielte mit Lewy in der Jugend bei Varsovia Warschau, Marek Krzywicki (45) war dort sein Trainer. Und Tomasz Chalas (32) war sein Teamkollege beim damaligen Drittligsten Znicz Pruszków.

Was haben Sie gedacht, als Lewy den Champions League-Pokal in seinen Händen hielt?
Tomasz:
„Als er nach dem Finale ein Interview im polnischen Fernsehen gab, habe ich geweint vor Glück. Wirklich. Ich weiß, welch langer Weg hinter ihm liegt, er hat diesen Pokal so verdient, er hat so hart dafür gearbeitet.“
Marek: „Ich wusste, dass Robert eines Tages Profi werden würde. Aber ich hätte nie gedacht, dass er es so weit schaffen würde, nicht in meinen wildesten Träumen. Ich bin sehr stolz auf ihn.“
Kamil: „Dieser Sommer war die Krönung seiner Karriere. Wobei ich hoffe, dass er noch viele weitere Titel gewinnt. Robert hat gezeigt, dass man mit harter Arbeit und Hingabe Unmögliches möglich machen kann.“

Warum „Unmögliches“?
Kamil:
„Sie können sich nicht vorstellen, wie klein und schmal er als Kind war. Ganz anders als heute. Unsere erste Begegnung war, glaube ich, bei einem Spiel gegeneinander. Er bei Varsovia, ich bei Salos Warschau. Man musste sich fast Sorgen machen, dass ihm nichts passiert. Aber er war ein herausragender Spieler. Er hat es mit jedem Gegner aufgenommen, schonungslos. Auf seine Beine konnte er sich immer verlassen.“

Erkennen Sie den kleinen Robert von damals noch wieder, wenn Sie ihn heute spielen sehen?
Marek:
„Viele seiner Bewegungen erinnern mich an den kleinen ‚Bobek‘, wie wir ihn damals nannten.“
Tomasz: „Heute ist er größer, kräftiger, kopfballstärker, beidfüßig – jetzt schießt er sogar ganz annehmbare Freistöße, das konnte er früher bei Znicz noch nicht (lacht). Ich sehe ihm gern zu, wenn er spielt.“

Seine Ehefrau Anna

Frau Lewandowska, stimmt es, dass Robert seine Spiele immer mit Ihnen analysiert?
„Das haben wir schon immer so gemacht. Nach Auswärtsspielen ruft er an. Er will meine Meinung hören. Ich habe eine andere Perspektive als er, komme aber auch aus dem Leistungssport und habe Sport studiert. Es ist daher eine Art Fachgespräch zwischen Sportlern. Hundertprozentig zufrieden mit sich ist er eigentlich nie – auch wenn er zwei Tore geschossen hat. Dann sagt er, dass er noch ein, zwei mehr hätte erzielen können. Er hat da einen sehr klaren Blick auf sich selbst. Und sein Ehrgeiz ist riesig.“

Hat er auch nach dem Champions-League-Sieg angerufen?
„Natürlich! Er sagte: ‚Wir haben es geschafft! Wir haben gewonnen! Wir alle zusammen!‘ Er meinte damit die Mannschaft, aber auch unsere Familie und Freunde. Alle, die ihn in seiner Karriere unterstützt haben. Die Champions League war sein großer Traum. Und wir haben uns riesig mit ihm gefreut. Es war aber auch ein bisschen traurig, weil wir nicht bei ihm in Lissabon sein konnten. Deswegen habe ich ihm gesagt: ‚Du musst die Champions League nochmal gewinnen.‘“

Sie sind Ernährungsexpertin und gelten als Erfolgsgeheimnis hinter dem Athleten Robert. Verraten Sie uns: Wie wird man so fit wie er?
„Es sind viele kleine Dinge, die wir vor zwölf Jahren angefangen haben zu verändern. Zum Beispiel die Qualität des Schlafes: eine gute Matratze, kein blaues Licht und das richtige Essen vor dem Schlafengehen. Überhaupt Ernährung: Wir verzichten auf Laktose, Weizenmehl, weißen Zucker, Frittiertes. Wir essen zuerst die Nachspeise oder die Kohlenhydrate und danach Eiweiß, manchmal essen wir mehr Rohkost, manchmal nur wenig Fleisch. Um zu wissen, was Robert gerade braucht, checken wir regelmäßig sein Blut. Wichtig ist auch, dass man langsam isst. Das ist für uns beide nicht leicht.“

Seine Schwester Milena

Frau Lewandowska-Miros, wie sah Roberts Kinderzimmer aus?
„Er hatte viele Poster an den Wänden, und die Möbel waren total beklebt mit Fußballstickern. Nachdem er ausgezogen ist, musste meine Mutter alles weggeben, weil man die Sticker gar nicht mehr abbekam.“

War er ein ruhiger Junge?
„Ganz im Gegenteil (lacht)! Er ist ständig hin und her gelaufen. Er konnte nicht stillstehen oder langsam gehen. Heute habe ich einen fünf Jahre alten Sohn, der ist genauso. Es ist ein Déjà-vu.“

Als Robert 16 Jahre alt war, starb Ihr Vater. Wie sehr hat ihn das verändert?
„Robert war schon damals keiner, der groß über seine Gefühle spricht. Aber ich glaube, dass er danach noch fokussierter war, Fußballprofi zu werden. Leider hat unser Vater ihn nicht mehr als Profi spielen sehen. Ich glaube schon, dass er ihm hätte zeigen wollen, dass er das geschafft hat, wovon er als Kind geträumt hatte. Er ist sogar ein noch besserer Fußballer geworden, als er sich das jemals ausgemalt hat.“

Die komplette Story über Robert Lewandowski gibt es in der aktuellen Ausgabe des FCB-Klubmagazins „51“ (November 2020) 👇

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