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Erster digitaler Mitgliederdialog

FC Bayern beantwortet Fan-Fragen

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Der FC Bayern hat vor seinem 2:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen einen ersten digitalen Mitgliederdialog durchgeführt; rund 9.000 Mitglieder hatten sich angemeldet. Die Veranstaltung ist eingeführt worden, um gerade in Zeiten der Pandemie den Austausch mit den Fans zu pflegen. Im Mittelpunkt standen Fragen der Mitglieder und die Ergebnisse der Umfrage unter ihnen, die im Frühjahr im Rahmen des FC Bayern AHEAD Prozesses durchgeführt wurde und an der sich knapp 40.000 Vereins- und Fanclubmitglieder beteiligt hatten. Die Ergebnisse werden in die Planungen der zukünftigen Ausrichtung des deutschen Rekordmeisters einfließen.

Präsident Herbert Hainer und Vorstand Oliver Kahn besprachen mit Stadionmoderator Stephan Lehmann bei der Veranstaltung nicht nur die Fragen, die die Mitglieder vorab an den FC Bayern geschickt hatten. Sie äußerten sich auch zur aktuellen Situation um Cheftrainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidžić. Hainer betonte, er wolle bei dieser Gelegenheit um Verständnis werben: „Jede Medaille hat zwei Seiten. Wir alle, auch ich, haben uns über die tollen Leistungen der Mannschaft und den hervorragenden Fußball der vergangenen 18 Monate gefreut, und wir verstehen, dass sich ein Trainer einen Kader mit am liebsten 30 Top-Stars wünscht – das geht ja uns allen so. Aber wir haben Corona, wir müssen mit einem Umsatzverlust von rund 150 Millionen Euro kalkulieren.“ Der FC Bayern sei „nach wie vor wirtschaftlich gut aufgestellt, doch die Schleifspuren sind beträchtlich“. Die Aufgabe eines Sportvorstands sei, neben den sportlichen Aspekten auch die wirtschaftlichen zu berücksichtigen, so der Präsident. „Es ist im Grunde systemimmanent, dass ein Trainer mehr den kurzfristigen Erfolg im Blick hat, und ein Sportvorstand auch mittel- bis langfristig kalkulieren muss.“ Hainer stellte in dem Zusammenhang klar, dass „wir alle Entscheidungen gemeinsam treffen, auch bei der Zusammenstellung des Kaders. Und wir werden auch gemeinsam dafür sorgen, dass es bei uns a) wieder ruhiger wird und wir b) auch in Zukunft unsere Erfolgsgeschichte weiterschreiben werden.“

Hainer: „Kein Platz für persönliche Angriffe und Hetze“

Am Tag nach der Veranstaltung wandte sich der Präsident in diesem Zusammenhang noch einmal eindringlich an die Öffentlichkeit. „Der FC Bayern stellt sich geschlossen und mit Nachdruck gegen Anfeindungen in Richtung Hasan Salihamidžić“, sagte Hainer. „Sachliche Kritik ist selbstverständlich immer zulässig. Persönliche Angriffe und Hetze verurteilen wir allerdings auf das Schärfste - dafür gibt es beim FC Bayern nicht den geringsten Platz.“

Auf die Frage, wie der Verein damit umgehe, dass Flick den FC Bayern nach der Saison verlassen wolle, erklärte Kahn beim Mitgliederdialog, dass „wir in den vergangenen Wochen in permanentem Austausch waren. Wir haben über die Zukunft gesprochen und uns die Vorstellungen von Hansi Flick angehört. Dann hat er uns seine Entscheidung mitgeteilt, und die Professionalität gebietet es, dass wir uns jetzt auf die entscheidenden Spiele in der Meisterschaft konzentrieren.“ Nach der Partie gegen Mainz werde man sich wie vereinbart mit dem Trainer zusammensetzen.

Kahn: „Fokus auf ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit schärfen“

Die Mitglieder interessierten sich zudem unter anderem für die Frage, wie der FC Bayern den Spagat zwischen „Tradition wahren und leben“ und der voranschreitenden Kommerzialisierung meistern wolle. „Wir kennen unsere Stärken und Tradition aus unserer Historie“, antwortete Hainer, der Verein sei schon immer ein Pionier gewesen, er müsse auch jetzt „mit den Entwicklungen der Zeit gehen, um weiterhin erfolgreich zu sein – da, wo wir gestalten können, sollten wir das tun. Es wird aber auch immer darum gehen, unsere Ideen in die Welt zu tragen und so unsere Tradition zu wahren“.

An Kahn richtete sich unter anderem die Frage, wie der FC Bayern dem Zukunft Nachhaltigkeit gegenüberstehe. Die Umfrage habe gezeigt, erläuterte der Vorstand, „dass unsere Mitglieder von uns erwarten, dass wir unseren Fokus auf ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit  schärfen.“ Diesem Auftrag werde man nachkommen. Auf die Frage, welche gesellschaftlichen Anforderungen der FC Bayern an seine Partner stelle, meinte Hainer, dass die Ansprüche des FC Bayern hoch seien. Zum Beispiel Katar führte er aus, „dass wir die Ansicht vertreten, dass man nur durch einen kontinuierlichen Dialog nachhaltig auf die Strukturen im Land einwirken kann“. Die  International Labour Organisation (ILO), eine Unterorganisation der UN, und auch NGOs bestätigten, dass Verbesserungen eintreten. Hainer: „Wir stehen für einen Wandel durch Annäherung.“

Die zentralen Erkenntnisse der Umfrage lauteten, dass der Erfolg den Mitgliedern das Wichtigste am FC Bayern ist; wobei sich die Jüngeren mehr als die Älteren an internationalen Titel orientieren. Zudem ist für die Mitglieder ein attraktiver Spielstil von vorrangiger Bedeutung, hinzu kommen Aspekte wie Zugehörigkeitsgefühl und Familie, gesellschaftliche Verantwortung, bekannte Spieler und Spielerinnen, Fannähe und Partizipation sowie das Fördern von Talenten. Die meisten wurden Fans des FC Bayern, weil die Liebe zum Verein bereits in der Familie verankert gewesen ist, auch der Heimataspekt, der Erfolg, die Spieler- und Trainerpersönlichkeiten, die Tradition, die DNA und der ständige Siegeswille sind Parameter, mit denen sich die Fans laut Umfrage stark identifizieren.

Nach rund 90 Minuten stand das Fazit von Hainer: „Es war eine gelungene Veranstaltung, und wir sind froh, dass wir die Erkenntnisse der Umfrage mit unseren Mitgliedern teilen konnten. Es ist uns als Verein sehr wichtig, die Meinung unserer Mitglieder zu erfahren. Sie sind die Basis, und die Nähe zu ihnen ist ein zentrales Element des FC Bayern.“ Kahn fügte als Schlusswort hinzu: „Die hohe Beteiligung an unserer Umfrage ist unheimlich inspirierend und motivierend für uns, denn sie zeigt, wie wichtig der FC Bayern seinen Mitgliedern ist und wie viel Herzblut sie in ihren Verein einbringen. Die Ergebnisse werden uns bei der Weiterentwicklung des FC Bayern ganz sicher helfen.“

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