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Von #StarkeDieKrake zum Torwart-Koordinator

Tom Starke im Interview: „Nichts ersetzt Erfahrung“

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Dresden, Leverkusen, Hamburg, Paderborn, Duisburg, Hoffenheim, München – Tom Starke kann auf viele Stationen als Profifußballer und einen großen Erfahrungsschatz zurückblicken. Diesen bringt der sechsfache deutsche Meister seit einigen Jahren im Nachwuchsbereich des FC Bayern ein. „Bei mir ist einiges passiert im Leben“, so Starke, der kürzlich seinen 40. Geburtstag feierte. Zu einem solchen Jubiläum denke man „noch intensiver über die Vergangenheit nach“. Im Interview spricht der gebürtige Sachse über seine Laufbahn, die aktuelle Nachwuchsarbeit am FC Bayern Campus und welche Rolle Manuel Neuer dabei spielt.

Den kompletten Talk seht ihr im Campus-Magazin auf FC Bayern.tv live. Das Format versorgt euch immer montags mit allen Informationen zum Campus, den Amateuren, FC Bayern Frauen, U19 & U17 - inklusive Interviews, Portraits und Tutorials!

Das Interview mit Tom Starke

Servus Tom, seit 2012 bist du in unterschiedlichen Funktionen beim FC Bayern tätig. Was bedeutet das für dich?
„Das bedeutet mir alles. Ich bin in meiner Karriere weit herumgekommen. Aber das hier ist die Elite, das Beste was es gibt. Unsere Talente sollen wissen, was für Top-Bedingungen sie hier haben. Der Campus ist fantastisch. Das müssen wir Trainer vorleben. Ich hoffe, dass ich noch sehr lange hierbleiben darf.“

Seit Sommer 2017 bist du Torwart-Koordinator am FC Bayern Campus. Was sind genau deine Aufgaben?
„Ich habe die Verantwortung für das Thema Torwart am Campus von der U9 bis zur U23. Ich bin verantwortlich für die Ausbildung der Torhüter und die Zusammenarbeit, Aus- und Fortbildung der Trainer sowie Transfers. In letzter Zeit haben wir insbesondere an unserer Torwart-Philosophie gearbeitet, damit wir mit einer Sprache sprechen.“

Wie seid ihr das Thema angegangen?
„Das ist bei uns ganz einfach: Wir haben den weltbesten Torhüter bei uns im Verein. Manuel Neuer ist unser Idealbild, daran orientieren wir uns. Ich hatte das Glück, sieben Jahre lang mit ihm täglich zusammenzuarbeiten und alles aufzusaugen: Was er verkörpert, wie er die Dinge angeht. Mit dem Torwarttrainer der Profis, Toni Tapalovic, bin ich im engen Austausch. Zusammen wollen wir die passenden Torhüter für die Spielphilosophie des FC Bayern ausbilden.“

Wie würdest du deinen Tagesablauf beschreiben?
„Ich mache viele administrative Dinge im Büro, wir schneiden zum Beispiel viele Videosequenzen aus den Spielen und aus dem Training zusammen. Da nehmen wir aber auch viele Ausschnitte aus dem Profibereich, um unseren Jungs zu zeigen, was auf diesem Niveau gefordert wird.“

Wie würdest du dich als Trainer beschreiben?
„Klar, offen, ehrlich – ich versuche, der zu sein, der ich immer war. Ich bin in meiner Ansprache sehr direkt. Ich bin kein Kumpeltyp. Aber wenn ich sehe, dass sich jemand zerreißt, werde ich mich immer für ihn einsetzen. Ich habe in meiner Spielerkarriere unterschiedlichste Eindrücke gesammelt. Diese Erfahrungen bringe ich in mein Trainerdasein ein, um unseren Jungs viele Optionen für ihre Entwicklung zu geben. Wir wählen dann bestimmte Kernthemen mit ihnen aus und arbeiten gezielt an diesen.“

Starke, Junghans, Jentzsch – das Torwarttrainer-Gespann am Campus ist namhaft. Wie kam es zu dieser Zusammensetzung?
„Nichts ersetzt Erfahrung. Entweder man hat sie schon vor dem Einstieg als Trainer oder man muss sie sich aneignen. Walter Junghans war schon vor mir da und Simon Jentzsch ist vor zwei Jahren dazugekommen. Er ist ein Geschenk für uns, weil er genau das verkörpert, was ich den Jungs gerne vermitteln würde: Wir wollen unbedingt, dass sie sich weiterentwickeln. Sie sollen sowohl im Spiel als auch in ihrem Leben erfolgreich sein. Uns geht es nicht darum, die eigene Trainerkarriere zu forcieren, um so hoch wie möglich zu kommen, sondern wir sind erpicht darauf, die Jungs in den Profibereich zu bringen. Walter, Simon, Andreas Rössl, Michael Netolitzky und ich liegen da voll auf einer Wellenlänge.“

Du warst jahrelang im Profigeschäft, bist jetzt überwiegend im Juniorenbereich tätig. Inwieweit hat sich das Torwartspiel in den letzten Jahren verändert?
„Als ich angefangen habe mit Fußball, gab es die Rückpassregel noch. Fußtechnik, Passspiel, Ballan- und mitnahme, der erste Kontakt, Spielverständnis – all das war zu meiner Anfangszeit als Profi nicht gefordert. Das Torwartspiel hat sich enorm weiterentwickelt. Neuer hat zum Beispiel in 80 Prozent seiner Aktionen im Spiel den Ball am Fuß. Was sich nicht geändert hat, sind Flanken abfangen und Tore verhindern, das sollte man nie außer Acht lassen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es nur noch um die fußballerischen Qualitäten geht.“

Das komplette Interview im Video findet ihr im Campus-Magazin auf FC Bayern.tv live - Hier geht's zum Stream:

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