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Alexander Moj: „Der Weg zum Profi ist bei uns möglich“

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Alexander Moj ist schon seit 2016 als Trainer am FC Bayern Campus tätig. Seit dieser Saison trainiert er gemeinsam mit Halil Altintop die U17 des Rekordmeisters. Im Interview mit *fcbayern.com*spricht der 33-Jährige über das außergewöhnliche Jahr 2021, die Campus-Talente bei den Profis und den Fokus auf die Nachwuchsarbeit.

Das Interview mit Alexander Moj

Servus Alex, lass uns erst einmal das vergangene Jahr Revue passieren. Wie fällt dein sportlicher Rückblick auf 2021 aus?
„2021 war ein sehr herausforderndes Jahr. Für uns alle, aber speziell auch für uns im Fußball durch die Saisonabbrüche in den Nachwuchsligen. Es gab teilweise keine Spiele und kaum Training. Es war für uns Fußballverrückte extrem schwierig, mit diesem Jahr umzugehen."

Wie war es für dich persönlich? Musstest du dich als Trainer verändern oder an diese Situation anpassen?
„Verändern würde ich nicht sagen. Man ist immer wieder gefordert, flexibel zu sein und sich auf neue Situationen anzupassen. Psychologie spielt auch eine große Rolle. Durch die lange Zeit ohne Training und ohne Spiele wussten die Jungs nicht, wo wir gerade stehen. Da erfordert es jetzt viel Kontakt und noch mehr Gespräche mit den Spielern als ohnehin schon."

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Alexander Moj kümmert sich seit dieser Saison gemeinsam mit Halil Altintop um die U17 des FCB.

Wie schauen die Gespräche mit den Spielern aus? Werden viele Sorgen aufgrund dieser Unsicherheit an euch herangetragen?
„Natürlich kommen viele Fragen: Ob wir spielen, oder ob Einheiten überhaupt stattfinden. Es gilt für uns als Trainerteam, diese schwierige Situation als Chance wahrzunehmen und auch so an die Jungs zu kommunizieren. Es ist eine Chance zu lernen, noch besser mit Widerständen umzugehen und stärker aus der ganzen Sache herauszukommen. Aber das erfordert natürlich viel Zeit und Gespräche. Das gehört dazu."

Jetzt sehen wir euch wieder auf dem Platz. Wie sieht die Vorbereitung denn genau aus? Wo liegen die Schwerpunkte?
„Die Schwerpunkte liegen in erster Linie auf der Rückrunde (lacht). Wir hoffen, dass es dort ohne große Probleme so weitergeht wie zuvor. Dann haben wir noch acht interessante Spiele vor uns. Und wie üblich gibt es in der Vorbereitung verschiedene Trainings-Schwerpunkte - unter anderem der athletische Bereich. Aber auch Punkte, die wir im Laufe der Rückrunde verbessern wollen - sowohl mannschaftlich als auch individuell. Wir haben mit den Jungs zusammen Ziele gesetzt und die wollen wir natürlich auch angehen."

Ein paar deiner Jungs hatten die Chance nicht nur bei den Profis reinzuschnuppern, sondern sogar ihr Debüt zu geben. Wie ist das für junge Campustalente, die plötzlich die Chance haben, das tägliche Leben der Profis mitzuerleben und Bundesligadebüts zu feiern?
„Ja, das ist die schöne Seite an dem Ganzen. Das Schlechte hat auch immer etwas Gutes. Durch die vielen Corona- und Quarantänebedingten Ausfälle hatten viele Jungs aus dem Campus die Chance, oben mal reinzuschnuppern, Erfahrungen zu sammeln und sich beim Trainerteam zu zeigen. Es ist einfach schön zu sehen, dass die Jungs Eindruck hinterlassen haben und einige sogar Spielminuten bekommen haben."

Spielminuten ist das Stichwort für Paul Wanner. Was verbindet dich mit Paul?
„Ich kenne Paul schon sehr lange. Ich glaube, er war neun oder zehn Jahre alt. Da habe ich seine Entwicklung bei Ravensburg schon verfolgt. Er war immer wieder im Probetraining am Campus, bis er in der U14 zu uns gestoßen ist. Ab diesem Zeitpunkt habe ich fast drei Jahre mit ihm gearbeitet. Ein super Junge mit gutem Elternhaus und tollem Umfeld. Auch ein intelligenter Junge, der sehr fokussiert und hart für seine Ziele arbeitet. Er ist ein Typ, der immer eine Herausforderung braucht, um wirklich seine beste Leistung zeigen zu können."

Wie wirkt sich das auf die anderen Spieler am Campus aus, die sehen wie ihre Kollegen bei den Profis mitspielen dürfen?
„Es gibt hier zwei Optionen: Man kann resignieren und denken, warum nicht ich. Oder, und so wollen wir das vorleben, man sieht es als Motivation, dass der Weg zu den Profis bei uns möglich ist. Wir haben oben ein Trainerteam und eine Vereinsführung, die immer mehr Wert auf Talente setzt. Es ist für alle Spieler eine Riesenmotivation zu sehen, wie schnell es gehen kann."

Wie ist denn der Austausch mit dem Trainerteam rund um Julian Nagelsmann?
„Wir in der U17 haben keine direkten Berührungspunkte. Trotzdem sind er oder Leute seines Teams oft am Campus. Sie informieren sich dann entweder direkt bei uns Trainern oder bei Holger Seitz und Jochen Sauer. Da merkt man, dass Julian Nagelsmann und sein Team sehr viele Wert auf den Nachwuchs legen. Das ist für uns als Jugendtrainer, aber auch für die Spieler ein sehr gutes Zeichen."

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Aktuell belegt die U17 den fünften Tabellenplatz der U17 Bundesliga Süd/Südwest.

Wie nimmst du aktuell die Wichtigkeit der Nachwuchsarbeit im ganzen Verein wahr? Merkt man, dass noch mehr Prioritäten gesetzt sind?
„Ich habe es schon kurz erwähnt. Wir merken das extrem. Auch die Jungs sehen das. Das ist ein wichtiges Zeichen, damit jeder merkt, dass man eine Chance hat, oben reinzurutschen. Eben auch bei so einem großen Verein mit enormer Qualität."

Was bedeuten solche Zeichen der Wertschätzung für dich als Trainer?
„Es macht einen natürlich stolz, dass man merkt, die harte Arbeit bringt etwas. Und es ist natürlich auch eine Wertschätzung, wenn man das Feedback bekommt, dass die Jungs gute Leistungen zeigen und sich auch menschlich gut integrieren. Das ist einfach ein unglaublich schönes Zeichen für jeden Trainer. Genau dafür machen wir das! Um die Jungs die nächsten Schritte gehen zu lassen, die Jungs in der Entwicklung zu begleiten und dafür ist es einfach eine super Rückmeldung für uns als Trainer."

U19-Cheftrainer Danny Galm im Interview:


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