Abba Naor zu Gast am FC Bayern Campus.

U17 besucht KZ-Gendenkstätte in Dachau

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Die U17-Junioren des FC Bayern haben im Rahmen eines sozialen Projekts die KZ-Gedenkstätte Dachau besucht. Organisiert von der pädagogischen Leiterin am Campus, Dr. Eva Zier, nahmen Mannschaft, Trainer und Staff an einer gut zweistündigen Tour teil, moderiert von Maximilian Lütgens aus der pädagogischen Abteilung der KZ-Gendenkstätte und von Klaus Schultz von der Initiative „!Nie wieder“. Beide gaben Einblicke in die Geschichte des KZs und den Alltag der Häftlinge. Über 41.000 Menschen aus ganz Europa kamen hier gewaltsam zu Tode.

FC Bayern-Geschichte

Schultz erzählte dem Bayern-Nachwuchs auch von ehemaligen Mitgliedern und Vereins-Mitarbeitern des FC Bayern, die im KZ Dachau inhaftiert waren. Einer der ersten Toten hier war FCB-Mitglied Alfred Strauß, der ehemalige FCB-Präsident Kurt Landauer war 33 Tage in Dachau inhaftiert und verlor später seine Familie in Konzentrationslagern. Otto Bär, Bayern-Jugendtrainer in den 1920er Jahren, wurde von den Nazis ermordet. Alle waren einzig wegen ihrer jüdischen Herkunft ins Konzentrationslager gebracht worden.

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Die U17 nahm an einer zweistündigen Tour in der KZ-Gedenkstätte Dachau teil.

Fußball als Stück Normalität

Lütgens und Schultz berichteten auch über Fußballspiele, die regelmäßig zwischen den Inhaftierten stattfanden: „An Fußball konnte man sich klammern. Er brachte für einen kurzen Moment ein kleines Stück Normalität in der Absurdität.“ Ansonsten wurden die Häftlinge rund um die Uhr schikaniert, gequält und teilweise gefoltert. Gut ein Fünftel der Inhaftierten überlebte das Lager nicht. Wer nicht an direkter Gewaltausübung starb, verhungerte, erfror oder arbeitete sich zu Tode.

Von „erschüttert“, „geschockt“ und „verstört“ bis „sehr nachdenklich“ und „wütend, dass so etwas passieren konnte“, äußerten sich die Nachwuchsspieler nach der Rückkehr an den FC Bayern Campus über das, was sie in Dachau gesehen und erlebt hatten. Einhelliger Tenor: „So was darf nie wieder passieren. Dafür müssen wir alle Sorge tragen.“

Sauer: „Unsere Spieler mit der Geschichte vertraut machen“

Im Oktober fand am FC Bayern Campus bereits ein Zeitzeugengespräch mit dem KZ Dachau-Überlebenden Abba Naor statt. Campus-Leiter Jochen Sauer betont die Bedeutung dieser sozialen Projekte: „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, unsere Nachwuchsspieler mit der Geschichte, speziell des FC Bayern, vertraut zu machen. Wir wollen mit dieser Bildungsfahrt einen Teil zur Erinnerungskultur beitragen sowie mit Aktionen wie diesen den Blick unserer Jugendlichen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiten und eine klare Haltung in den Themen Menschlichkeit, Demut und sozialem Engagement aktiv fördern.“

Die Nachwuchsmannschaften nahmen in diesem Jahr an einem Antisemitismus-Workshop teil:


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