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Jonathan jubelt mit den Kolllegen nach Harry Kanes 2:0 im Champions League-Spiel des FC Bayern gegen Royale Union Saint-Gilloise
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Top-Vier und Achtelfinale gesichert! FC Bayern feiert Jubiläumssieg

Der Begriff Top-Vier dürfte bei dem einen oder anderen Gaming- und Bayern-Fan nostalgische Gefühle wecken. In den beliebten Video-Spielen aus der Pokémon-Welt, der umsatzstärksten Medienreihe aller Zeiten, waren die Top-Vier eine Trainer-Gruppe, gegen die man in der Pokémon Liga antreten musste, um am Ende den Champion herauszufordern. Die höchste Liga in der realen Bayern-Welt heißt Champions League - und dort haben die Münchner nun die Top-Vier der Ligaphase erreicht. Für sie soll dieses Quartett nur eine Durchgangsstation sein, um am Schluss nicht nur den Champ zu besiegen - wie den aktuellen Königsklassen-Sieger Paris Saint-Germain Anfang November (2:1) -, sondern am Ende selbst Sieger dieses Wettbewerbs zu werden. 

Durch den 2:0-Heimsieg am Mittwochabend im Heimspiel gegen Royale Union Saint-Gilloise haben die Münchner das Achtelfinal-Ticket gelöst. Mit nun 18 Punkten nach sieben Spielen stehen sie derzeit auf Platz zwei, vor Real Madrid und dem FC Liverpool (beide 15 Zähler). Da Tottenham Hotspur auf Rang fünf bei noch einem auszutragenden Spiel bereits vier Punkte Rückstand auf die Bayern hat, haben sich die Münchner eine gute Ausgangssituation für die K.o-Runde gesichert. „Es ist gut, weil es nicht einfach ist, in die Top-Acht zu kommen in diesem Format, das wird unterschätzt“, so Trainer Vincent Kompany. „Das Weiterkommen entscheidet aber nicht, wer die Champions League gewinnt. Wir werden die Zeit im Februar nutzen, um den Kader ready zu haben für die wichtigen Momente.“

Seit der laufenden Saison ist die Neuerung in Kraft, dass die besten vier Teams der CL-Ligaphase im Achtelfinale und in einem möglichen Viertelfinale Heimrecht im Rückspiel haben. Dieses Szenario erwies sich in der jüngsten Vergangenheit, gerade beim heimstarken FC Bayern, als Faustpfand. Die Top-Zwei der Königsklassen-Vorrunde hätten sogar im Halbfinale das zweite Spiel vor eigenem Publikum. Spitzenreiter FC Arsenal, gegen den die Münchner Ende November (1:3) die bis dato einzige Saisonniederlage hinnehmen musste, ist mit 21 Punkten (+18 Toren) wohl nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Nur der FC Bayern (+13 Tore) kann die Gunners mit einem Auswärtssieg nächste Woche bei der PSV Eindhoven noch vom Spitzenplatz stoßen. Bereits ein Punkt würde den Münchnern in den Niederlanden aber definitiv reichen, um die Verfolger aus Madrid und Liverpool auf Distanz zu halten und damit den zweiten Platz unter Dach und Fach zu bringen.

Manuel Neuer pariert den Kopfball von Promise David im Champions League-Spiel des FC Bayern gegen Royale Union Saint-Gilloise
Manuel Neuer bewahrte den FC Bayern in Durchgang eins vor einem Rückstand. | © Imago

Upamecano fehlte im Kader

Für die vielversprechende Ausgangssituation musste die Mannschaft am Mittwochabend gegen den belgischen Meister Saint-Gilloise jedoch ordentlich fighten. Dayot Upamecano fehlte kurzfristig krankheitsbedingt im Aufgebot. Michael Olise & Co. gingen dennoch mit breiter Brust in die Begegnung bei eisigen Temperaturen in der Allianz Arena, in der die Südkurve nach einer UEFA-Sperre wegen Pyrotechnik gesperrt war. Kein anderes europäisches Team hatte in dieser Champions League-Saison bisher mehr Schüsse aufs Tor (49) abgegeben, mehr Großchancen (zwölf) verwandelt und einen höheren Expected Goals-Wert (15.1) gesammelt als der FC Bayern. Doch davon sah man im ersten Abschnitt (noch) zu wenig.

Passmaschine Pavlović

Die Münchner kontrollierten von Beginn an den Ball und den Gegner und ließen die Kugel laufen. Insgesamt waren nach 90 Minuten 916 Pässe der Bayern notiert, das schaffte in dieser Saison noch keine andere Mannschaft. Aus dieser Passmaschine stach der formstarke Aleksandar Pavlović heraus, der von seinen Kollegen immer wieder gesucht wurde. Der deutsche Nationalspieler spielte 150 erfolgreiche Pässe gegen die Belgier - das ist ein neuer Vereinsrekord in einem Königsklassen-Spiel seit dem Start der Datenerfassung 2003.

Somit hatte der sechsmalige Champions League-Sieger von Beginn an viel Kontrolle, über 70 Prozent Ballbesitz, doch die Gäste waren bissig in den Zweikämpfen. Nach Schlusspfiff schlug das Pendel in dieser Disziplin für Union SG aus, die 57 Prozent der direkten Duelle gewannen. Und das sah man in der einen oder anderen Situation - auch vom Start weg. Bayern hatte zwar nach zwei Minuten die erste gefährliche Aktion von Luis Díaz, danach kam Saint-Gilloise aber besser in die Partie und fuhr gefährliche Konter. Die beste Möglichkeit in Durchgang eins hatten die Belgier durch Promise David, der nach 29 Minuten per Kopfball an Manuel Neuer scheiterte. „In der ersten Halbzeit war es für uns spielerisch nicht so leicht, weil wir nicht sauber und vielleicht auch nicht schnell genug gespielt haben und im Umschalten nicht so akribisch waren, wie wir es sonst sind“, analysierte Neuer. Raphaël Guerreiro hätte kurz vor der Pause (40.) beinahe geantwortet, doch sein Kopfball flog über den Kasten. Mit lediglich 1:1 Schüssen auf das Tor ging es in die Halbzeit, die 66.000 Zuschauenden wärmten sich beim Pausentee auf.

Olise auf Kane - Bann gebrochen!

Vincent Kompany schien in der Bayern-Kabine dann die passenden Worte gefunden zu haben, im zweiten Abschnitt hatte seine Mannschaft mehr Zug zum Tor. Folgerichtig stellte Harry Kane nach 52 Minuten auf 1:0, der Engländer nickte einen Eckball von rechts von Michael Olise am kurzen Pfosten ein. Zauberfuß Olise steht nach seinem Assist nun bei 17 Torvorlagen in allen Wettbewerben und hat damit bereits mindestes sechs mehr als jeder andere Spieler in Europas fünf großen Ligen.

Es ging munter weiter. Im Pokémon-Sprech hätte Harry Kane von den 22 Spielern auf dem Platz sicherlich den höchsten Angriffswert und das demonstrierte der Goalgetter drei Minuten nach dem 1:0. Nachdem er von Union-Keeper Kjell Scherpen im Strafraum gefoult worden war, erhöhte Kane vom Punkt souverän auf 2:0. Seine sieben CL-Treffer in der laufenden Saison überbietet lediglich Real Madrids Kylian Mbappé (elf). „Ich denke, die zweite Halbzeit war besser. In der ersten Halbzeit waren wir mit dem Ball ein bisschen schlampig und hatten gegen den Ball nicht genug Energie. In der Pause war klar, dass wir mit mehr Intensität rauskommen wollen – und das haben wir dann auch gezeigt“, sagte Kane, der als Man of the Match ausgezeichnet wurde. Für ihn war es bereits der zwölfte Doppelpack in der Champions League und bereits der sechste in der Allianz Arena. Nur Robert Lewandowski (neun) gelangen mehr Doppelpacks in der Königsklasse vor heimischer Kulisse für den FC Bayern.

Harry Kane applaudiert in Richtung der Fans nach dem Champions League-Spiel des FC Bayern gegen Royale Union Saint-Gilloise
Harry Kane war trotz seines Aluminium-Treffers beim Elfmeter mit einem Doppelpack der Mann des Abends. | © Getty Images

Gelb-Rot und Elfmeter-Pech

Auch nach der Gelb-Roten Karte gegen Minjae Kim (64.) blieben die Münchner spielbestimmend und ließen sich nicht aus dem Rhythmus bringen. Im Gegenteil: Harry Kane (81.) und Michael Olise (84.) hätten das Ergebnis bei zwei Hochkarätern noch in die Höhe schrauben müssen. Kane scheiterte zum zweiten Mal in dieser Saison - nach dem Pokalspiel in Wiesbaden - per Strafstoß, da er den Ball an die Latte schoss. Nach einem Sprint von Luis Díaz setzte Olise den Ball dann aus wenigen Metern über das Tor. „Trotz der Roten Karte in der zweiten Halbzeit haben wir eigentlich sehr gut gespielt. Das war für mich auf jeden Fall eine Leistungssteigerung nach der Pause. Die Mannschaft hat wieder stark reagiert“, lobte Coach Kompany.

Seine Mannschaft überzeugte in Durchgang zwei mit ihrer Mentalität und ihrem Vorwärtsdrang, dieses positive Gefühl bleibt. Außerdem können sich Joshua Kimmich und Kollegen über den 250. Bayern-Sieg im Landesmeistercup beziehungsweise der Champions League freuen. Lediglich Real Madrid hat noch mehr Partien (307) in der Königsklasse gewonnen. „Man darf auch nicht vergessen, dass wir im Moment alle zwei, drei Tage spielen. Dafür machen wir das insgesamt hervorragend und gewinnen unsere Spiele. Heute haben wir zu null gespielt – diese Balance muss man auch berücksichtigen“, sagte Kompany. Vor dem Auswärtsspiel in Eindhoven empfangen die Münchner am Samstag (15:30 Uhr) Nachbar FC Augsburg in der Bundesliga.

Defensiv spielten Jonathan Tah & Co. trotz 30-minütiger Unterzahl zum ersten Mal in 2026 zu null, offensiv bleibt die Brust sowieso breit: In dieser Saison traf der FC Bayern in 28 von 29 Spielen mindestens zweifach - lediglich bei der einzigen Niederlage in London sprang nur ein Treffer heraus (1:3). Aber wie eingangs bereits erwähnt: Die Top-Platzierung in der Ligaphase soll nur der Anfang sein. Die Champions League nimmt ab dem Achtelfinale am 10./11. und 17./18. März erst so richtig Fahrt auf.

Die Stimmen zur Partie gegen Union Saint-Gilloise:

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