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Alphonso Davies in Rot im Zweikampf mit einem Augsburger
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FC Augsburg entschlüsselt: Die Schwächen und Stärken vor dem Spiel gegen den FC Bayern im Fokus

Am Samstag empfängt der FC Bayern den FC Augsburg zum bayerischen Duell. Für die Fuggerstädter läuft die Bundesliga-Saison bislang nicht optimal, die Punktausbeute ist ausbaufähig. Doch eines steht fest: Der Einsatz stimmt. Kein Team in der Liga bestreitet mehr Zweikämpfe als der FCA – im Schnitt 206 pro Spiel, fast die Hälfte davon gewinnen sie. Das zeigt den unbedingten Willen und die kämpferische Mentalität, mit der Augsburg auch gegen den Rekordmeister um 15:30 Uhr in der Allianz Arena auftreten wird.

Historische Duelle: Augsburg als unangenehmer Gegner

Der FCA hat in München schon für Überraschungen gesorgt. Das bislang einzige von insgesamt 14 Bundesliga-Spielen in der Allianz Arena gewann Augsburg im Mai 2015 mit 1:0 durch ein Tor von Raul Bobadilla. Auch im April 2014 beendete Augsburg eine beeindruckende Bayern-Serie: Nach 53 Bundesliga-Spielen ohne Niederlage unterlag der Rekordmeister mit 0:1 (Tor Sascha Mölders) in Augsburg. Diese Erfolge zeigen, dass Augsburg trotz der aktuellen Tabellensituation ein unangenehmer Gegner sein kann, der mit Kampf und taktischer Disziplin Bayern vor Probleme stellen will.

Aktuelle Form und Tabellensituation: Gefährlich nahe am Abstieg

Michael Olise jubelt nach einem Tor für den FC Bayern gegen Augsburg
In Topform: Michael Olise konnte in dieser Saison seine Leistungen noch einmal steigern. Hier bejubelt er einen Treffer gegen Augsburg vergangene Runde. | © Imago

Vor dem Gastspiel in München befindet sich Augsburg mit nur drei Punkten Vorsprung auf Platz 16 weiterhin gefährlich nahe an den Abstiegsrängen. Die Fuggerstädter blieben zuletzt erstmals in dieser Saison fünf Spiele in Folge sieglos (drei Unentschieden, zwei Niederlagen). Nur Werder Bremen ist aktuell ligaweit länger sieglos (sieben Spiele). Mit 16 Punkten nach 18 Partien spielt der FCA seine schwächste Bundesliga-Saison seit sieben Jahren (2018/19 waren es sogar nur 15 Punkte). Wobei der neue Coach Manuel Baum da nicht ganz so viel dafür kann: Mit einem 2:0 über Bayer 04 Leverkusen startete der 46-Jährige das Erbe von Sandro Wagner, holte seitdem aus sechs Spielen sechs Punkte – nur zwei gingen dabei verloren.

Besonders auswärts läuft es für Augsburg dennoch schlecht: Erstmals verlor der FCA sechs der ersten acht Auswärtsspiele einer Bundesliga-Saison (ein Sieg, ein Unentschieden). Vier Punkte nach acht Gastspielen unterbot Augsburg nur in der Saison 2012/13 (drei Punkte). Zudem kassierte Augsburg zuletzt erstmals seit März/April 2021 drei Auswärtsniederlagen in Folge ohne eigenes Tor. Nur der Hamburger SV holte auswärts noch weniger Punkte (zwei) als der FCA (vier, gleichauf mit Heidenheim).

Ein Beispiel für die aktuelle Schwächephase war das Spiel gegen den SC Freiburg: Nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung schien der FCA auf den erhofften Befreiungsschlag zuzusteuern. Doch durch einen Doppelschlag der Breisgauer in der 60. und 62. Minute kam Freiburg noch zum 2:2-Ausgleich. Das war erstmals seit April 2023, dass Augsburg eine Zwei-Tore-Führung in der Bundesliga verspielte. Auch beim 1:1 gegen Union Berlin gelang es dem FCA nicht, eine Führung in Überzahl über die Zeit zu bringen – der Ausgleich fiel spät und sorgte für lange Gesichter im Abstiegskampf.

Trainer Manuel Baum: Pragmatismus und defensive Stabilität

Nachfolger von Sandro Wagner: Manuel Baum ist seit Oktober 2025 Cheftrainer des FC Augsburg. | © Imago

Seit Dezember 2025 ist Manuel Baum Cheftrainer beim FCA. Sein Ansatz ist pragmatisch: „Keep it simple“ lautet die Devise. Baum legt den Fokus auf defensive Stabilität, eine kompakte Teamstruktur und klare, trainierbare Abläufe in allen Spielphasen. In den ersten Spielen unter seiner Leitung setzte Augsburg situativ auf eine Fünferkette, um Breitenkontrolle und Strafraumverteidigung zu verbessern – ein Mittel, um Flanken und gefährliche Hereingaben zu minimieren. Prompt gab es nach zuvor 28 Gegentoren (mit die meisten der Liga) nur noch eines aus drei Partien zum Ende des Jahres 2025.

Baum steht für ein aktives, gut strukturiertes Pressing, das vor allem im Mittelfeld mit klaren Triggern (etwa bei Pässen auf die Außen) agiert. Das Pressing ist auf schnelle Balleroberung ausgelegt, aber mit geringem Risiko in der ersten Linie. So versucht Augsburg, den Spielfluss des Gegners zu stören, ohne sich selbst zu sehr zu öffnen.

Offensiv: Umschalten und Direktspiel

Offensiv setzt Baum auf klare Wege nach Ballgewinn und Zielspieler für direkte Anschlussaktionen. Das Umschalten ist ein zentrales Element, um aus der Defensive schnell in gefährliche Situationen zu kommen. Ein Hoffnungsträger im Angriff ist Alexis Claude-Maurice, der zuletzt erstmals in zwei Bundesliga-Spielen in Folge traf – zuvor war er 24 Spiele lang torlos geblieben.

Personelle Situation

Fokus auf die Defensive: Hier stoppt Robin Fellhauer sehenswert den Freiburger Philipp Treu. | © Imago

Ein wichtiger Ausfall für Augsburg ist der gelbgesperrte Noahkai Banks. Er kommt auf die beste Passquote des Teams in dieser Bundesliga-Saison und stand seit dem sechsten Spieltag immer in der Startelf. Sein Fehlen wird Augsburgs Spielaufbau und Ballzirkulation spürbar schwächen.

Schwächen und Ansatzpunkte für den FC Bayern

Trotz des kämpferischen Einsatzes hat Augsburg Probleme in der Defensive: Mit 35 Gegentoren gehört der FCA zu den schwächsten Abwehrreihen der Liga. Die Mannschaft zeigt sich anfällig bei schnellen Kombinationen und präzisen Pässen in die Tiefe. Hier kann Bayern mit seiner individuellen Klasse und dem variablen Offensivspiel ansetzen.

Zudem ist Augsburgs Offensive mit 20 Toren noch ausbaufähig. Bayern sollte es schaffen, durch kontrolliertes Pressing und schnelles Umschaltspiel die Defensive des FCA zu überwinden und die Räume hinter der Fünferkette zu nutzen.

Fazit

Jonathan Tah, Serge Gnabry und Alphonso Davies jubeln während des Gastspiels des FC Bayern in der Bundesliga bei RB Leipzig
Wie im Spitzenspiel bei RB Leipzig, möchte der FC Bayern auch gegen den FC Augsburg weiter ohne Niederlage in dieser Bundesligasaison bleiben. | © Getty Images

Der FC Augsburg ist ein Gegner, der mit viel Einsatz, taktischer Disziplin und einem klaren defensiven Konzept auftritt. Unter Manuel Baum steht die Defensive im Fokus, das Pressing ist strukturiert und auf schnelle Balleroberung ausgelegt. Für den FC Bayern heißt das: Geduld bewahren, die Defensive des FCA mit variablen Angriffen knacken und gleichzeitig die Umschaltmomente des Gegners im Blick behalten. So wie Mönchengladbach zum Start in 2026: Aus dem 4:0-Kantersieg sollten einige Beispiele für Lösungen gegen die FCA-Defensive zu finden gewesen sein.

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