



Bundesliga-Gegner im Check
Mi. | 29.04.26 | 16:00
Mit dem Rücken zur Wand: Wo der 1. FC Heidenheim vor dem Bayern-Duell noch Hoffnung schöpft
Manchmal genügt ein kleiner Funke, um ein Feuer neu zu entfachen. So prekär die Ausgangslage des 1. FC Heidenheim vor den letzten drei Spieltagen dieser Bundesliga-Saison auch ist: Trainer Frank Schmidt versucht alles, damit dieser Restglaube nicht erlischt. „In München müssen wir jetzt etwas Außergewöhnliches schaffen“, sagte der 52-Jährige vor der Partie beim FC Bayern am Samstag (15:30 Uhr). Und dann erinnerte er an ein Erlebnis, das den Heidenheimer Hoffnungsschimmer wieder heller aufleuchten lässt: „Das haben wir aber schon einmal hinbekommen.“
Sieg gegen St. Pauli als Wendepunkt?

Sieg gegen St. Pauli als Wendepunkt?

2019 nämlich lieferte die Mannschaft von der Ostalb im DFB-Pokal-Viertelfinale ein spektakuläres 4:5 in der Allianz Arena ab. Sportlich ist diese Überraschung längst Vergangenheit, als Blaupause für den Auftritt in München taugt sie für Heidenheim aber allemal. Mit einer ähnlichen Mentalität möchte die Schmidt-Elf auch diesmal auftreten, obwohl die Vorzeichen im Tabellenkeller klar gegen sie sprechen. Drei Runden vor Schluss stehen die Signale eher auf Abschied aus der ersten Liga. Rang 15, den der HSV mit neun Zählern Vorsprung und dem deutlich besseren Torverhältnis belegt, ist praktisch außer Reichweite. Vier Punkte trennen das Schlusslicht zudem von St. Pauli auf dem Relegationsplatz. Ausgerechnet jetzt wartet auf das Team um Kapitän Patrick Mainka der frisch gekürte Deutsche Meister in München – eine Ausgangslage, die kaum schwieriger sein könnte.
Dass der Traum vom Verbleib im Oberhaus dennoch nicht ausgeträumt ist, liegt am vergangenen Wochenende: Mit dem 2:0-Erfolg gegen den direkten Rivalen vom Kiez hielt der FCH seine minimale Chance am Leben – und feierte zugleich das erste Zu-Null-Spiel der Saison. „Es war eine wirklich gute Mannschaftsleistung“, lobte Torhüter Diant Ramaj. „Die Jungs haben richtig Gas gegeben.“ Nachdem Heidenheim zwischenzeitlich schon abgeschrieben war, wirkte das Team zuletzt befreit und sammelte in den vergangenen fünf Begegnungen acht Punkte. Der 3:1-Heimsieg gegen Union Berlin gab zusätzlichen Schub. In Leverkusen (3:3) und bei Borussia Mönchengladbach (2:2) erkämpften sich Mathias Honsak und Co. jeweils ein Remis. Die Bilanz der letzten Wochen: ein kleiner Funke, der die Hoffnung am Glimmen hält.
Schmidt dreht an den Stellschrauben

Schmidt dreht an den Stellschrauben

Um neue Impulse zu setzen, hat Frank Schmidt auch personell und taktisch einiges verändert. 4-2-3-1, 4-1-3-2, 5-3-2 – die Grundordnungen wurden regelmäßig angepasst. Vor Keeper Ramaj bildet Kapitän Patrick Mainka den Abwehranker, zuletzt meist flankiert von Jonas Föhrenbach. Gut möglich, dass in München erneut die gegen St. Pauli erfolgreiche Fünferkette zum Einsatz kommt. Dann könnte Jan Schöppner in die Abwehrkette rücken, der ansonsten im Zentrum neben Ex-Münchner Niklas Dorsch agiert. Auch Julian Niehues bietet sich für einen Platz in der Startelf im Mittelfeld an. Auf den Außenpositionen der Defensive haben sich Marnon Busch rechts und Hennes Behrens links etabliert. In der Offensive stehen Schmidt unter anderem Bayern-Leihgabe Arijon Ibrahimovic, Marvin Pieringer, Mathias Honsak und Budu Zivzivadze zur Verfügung. Gefährlichster Angreifer ist Stefan Schimmer mit fünf Treffern, der häufig von der Bank kommt.
Unabhängig von der genauen Besetzung: Heidenheim wird versuchen, sich mit aller Kraft gegen den drohenden Gang in die Zweite Liga zu stemmen. Sollte der FC St. Pauli sein Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am Sonntag (15:30 Uhr) gewinnen und der FCH in München verlieren, könnte der Traum vom Klassenerhalt bereits geplatzt sein. Solange rechnerisch noch etwas möglich ist, wollen Frank Schmidt und seine Mannschaft jedoch daran festhalten, dass aus diesem Funken vielleicht doch noch einmal ein Feuer werden kann.
Alle Infos zur Partie gegen den 1. FC Heidenheim:

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